Langjähriger Wiener SP-Kommunalpolitiker Karl Schmiedbauer verstorben

Von 1969 bis 1978 Bezirksvorsteher von Alsergrund - Lindenmayr: Mitarchitekt des modernen, lebenswerten 9. Bezirks

Wien (SPW-K) - Die Wiener SozialdemokratInnen trauern um einen
ihren profiliertesten Kommunalpolitiker: In der Nacht von Mittwoch auf Donnerstag verstarb der ehemalige Bezirksvorsteher von Alsergrund, Karl Schmiedbauer, im 87. Lebensjahr. Schmiedbauer war von 1969 bis 1978 Bezirksvorsteher und in der Folge bis 1984 Bezirksvorsteher-Stellvertreter.

In einer Stellungnahme zum Ableben des SP-Politikers würdigte der Vorsitzende des SPÖ-Gemeinderatsklubs, Gemeinderat Siegi Lindenmayr, selbst langjähriger Alsergrunder Mandatar, Schmiedbauer als einen "Politiker mit Handschlagqualität, der mit überaus großem Engagement im besten Sinne der Grundwerte der Sozialdemokratie für die Menschen tätig gewesen ist. Schmiedbauer hat wesentlich dazu beigetragen, Alsergrund zu einem besonders lebenswerten Bezirk zu formen. Viele der heute als selbstverständlich hingenommenen Errungenschaften tragen auch die Handschrift Schmiedbauers", so Lindenmayr. "Dazu zählen u.a. die städtebauliche Neugestaltung des Franz-Josefs-Bahnhofs mit der Wirtschaftsuniversität, das neue Allgemeine Krankenhaus (AKH), die Errichtung einer neuen Schule im Lichtental, der Bau eines Pensionistenheimes in der Seegasse, die Einführung der Kennzeichnung von Schulwegen, die Schaffung von Spiel-und Ruhezonen, u.a. in der Wasagasse, die Begrünung vieler Straßen, Gassen und Plätze sowie die Errichtung von Kinderspielplätzen", listete der Klubvorsitzende einige der vielen Errungenschaften auf. Nicht zuletzt, so Lindenmayr, sei Schmiedbauer einer der Initiatoren von Beschleunigungsmaßnahmen - Stichwort: Stuttgarter Schwellen - im Bereich des Straßenbahnverkehrs im Bezirk gewesen. "Mit dem Ableben Schmiedbauers verlieren die Alsergrunderinnen und Alsergrunder und darüber hinaus die Wiener SozialdemokratInnen einen Humanisten, dessen Wirken tiefe, unauslöschbare Spuren hinterlassen hat. Wir werden ihm stets ein ehrendes Angedenken bewahren", schloss Lindenmayr seine Würdigung.

Lebenslauf von Karl Schmiedbauer

Karl Schmiedbauer wurde am 19. August 1922 in Wien geboren. Nach dem Besuch der Pflichtschulen erlernte er, da seine Eltern ein Friseurgeschäft besaßen, den Beruf eines Friseurs. 1941 wurde er zum Kriegsdienst in die Deutschen Wehrmacht eingezogen und war von 1945 bis 1948 in russischer Gefangenschaft. Sofort nach seiner Rückkehr nahm er wieder seinen Beruf auf und engagierte sich in der Sozialdemokratischen Bewegung. Er übte zahlreiche Funktionen in der Bezirks-SPÖ aus, u.a. als Sektionsleiter. 1955 wurde Schmiedbauer Mitarbeiter der Wiener Gaswerke, absolvierte die Maturaschule und belegte verschiedene Fachkurse, die er mit Auszeichnungen absolvierte. Zuletzt war er Leiter eines Referates der Gaswerke, bevor er 1969 als Bezirksvorsteher angelobt wurde - und damit seinen Zivilberuf aufgeben musste.

Schon von 1955 wirkte Schmiedbauer für die Alsergrunder Bevölkerung als Fürsorgerat und wurde erstmals 1964 in die Bezirksvertretung gewählt, der er bis 1984 angehörte. Von Jänner 1969 bis Mai desselben Jahres übte er die Funktion des Bezirksvorsteher-Stellvertreters und anschließend daran bis Ende Dezember 1978 jene des Bezirksvorstehers aus. Da 1978 die SPÖ bei der Bezirksvertretungswahl ganz knapp nicht mehr stimmenstärkste Partei geworden war, und die ÖVP den Bezirksvorsteher stellte, wechselte Schmiedbauer in die Funktion des Bezirksvorsteher-Stellvertreters. Im Dezember 1984 ging Schmiedbauer schließlich in Pension.

Schmiedbauer war zudem stellvertretender Bezirksparteivorsitzender der SPÖ Alsergrund, Präsident des "Kulturvereins Alsergrund" sowie Vizepräsident des Bezirksmuseums und engagierte sich unter anderem als Vorstandsmitglied der Künstlerischen Volkshochschule Wien-Nordwest und der Österreichisch-Sowjetischen Gesellschaft. Zeitweilig vertrat der Politiker auch die Stadt Wien im Filmbeirat und im Kuratorium der Wiener Festwochen. In Anerkennung für seine kommunalpolitische Tätigkeit erhielt Karl Schmiedbauer zahlreiche Ehrungen sowie Auszeichnungen. Unter anderem wurden ihm das "Silberne Verdienstzeichen des Landes Wien" (1975), das "Große Goldene Ehrenzeichen des Verbandes aller Körperbehinderten" (1977) und das "Goldene Ehrenzeichen für Verdienste um das Land Wien" (1981) verliehen. Im Jahr 1982 wurde Schmiedbauer zum Ehrenmitglied des Wiener Schubertbundes ernannt und mit der "Goldenen Schubertplakette" ausgezeichnet. (Schluss)

Rückfragen & Kontakt:

SPÖ Klub Rathaus, Presse
Franz Schäfer
Tel.: (01) 4000-81923
Fax: (01) 4000-99-81923
franz.schaefer@spw.at

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | DS10004