Kirche setzt sich für Gerechtigkeit und Frieden ein

40-Jahr-Jubiläum der österreichischen bischöflichen "Iustitia et Pax"-Kommission - Festgottesdienst, Festakt und Symposion in Wien - Vorsitzender der Nigerianischen Bischofskonferenz spricht über Konsequenzen der Globalisierung

Wien, 03.06.2009 (KAP) Die österreichische bischöfliche Kommission für Gerechtigkeit und Frieden ("Iustitia et Pax") besteht seit 40 Jahren. Das Jubiläum wird mit einem Festgottesdienst im Stephansdom, einem Festakt und einem Symposion begangen. Beim Festgottesdienst am Donnerstag, 4. Juni, um 18 Uhr konzelebrieren der Apostolische Nuntius, Erzbischof Peter Stephan Zurbriggen, der Sekretär des Päpstlichen Rates für Gerechtigkeit und Frieden, Bischof Giampaolo Crepaldi, der Vorsitzende der Nigerianischen Bischofskonferenz, Erzbischof John Onaiyekan, und der Linzer Diözesanbischof Ludwig Schwarz als Vorsitzender der österreichischen "Iustitia et Pax"-Kommission.

Beim anschließenden Festakt im Erzbischöflichen Palais zeichnet die Direkorin der "Iustitia et Pax"-Kommission, die Wiener Sozialethikerin Prof. Ingeborg Gabriel, den Weg der Kommission in den letzten 40 Jahren nach. Dieser Weg war über viele Jahre vom 1994 verstorbenen Wiener Weihbischof Florian Kuntner bestimmt. Zugleich wird Prof. Gabriel auch ihren Vorgänger, den Politologen em. Prof. Heinrich Schneider, aus Anlass seines bevorstehenden 80. Geburtstags würdigen. Den Hauptvortrag hält Erzbischof Onaiyekan über die Haltung der katholischen Kirche in Afrika zu den "Ungerechtigkeiten der Globalisierung".

Am Freitag, 5. Juni, findet im Universitätscampus im alten AKH ein "Iustitia et Pax"-Symposion über die "Weltordnungspolitik in der Krise" statt, bei dem "Perspektiven internationaler Gerechtigkeit" herausgearbeitet werden sollen. Unter den Referenten sind der Friedensforscher Prof. Dieter Senghaas (Bremen), der Sozialethiker Prof. P. Friedhelm Hengsbach SJ (Frankfurt), Botsdchafterin Irene Freudenschuss-Reichl, die Koordinatorin der österreichischen Entwicklungspolitik, und Bernd Nilles vom internationalen katholischen Dachverband für Entwicklungszusammenarbeit CIDSE.

Mit dem Symposion gehe "Iustitia et Pax" bewusst auf die globale Finanz- und Wirtschaftskrise ein, betonte Prof. Gabriel. Das Versagen der politischen Ordnungsstrukturen habe wesentlichen Anteil an der derzeitigen weltweiten Krise.

"Think Tank" für Gerechtigkeit und Frieden

Die Kommission "Iustitia et Pax" ist die Facheinrichtung der Österreichischen Bischofskonferenz zu Fragen von nationaler wie internationaler Gerechtigkeit, Frieden und Menschenrechten. Die Kommission arbeitet interdisziplinär und setzt sich aus ausgewiesenen Expertinnen und Experten aus Wissenschaft und Praxis zusammen. Derzeit gehören ihr 23 Mitglieder und 17 Konsultoren an.

Ziel ist die Beobachtung von Entwicklungen im Bereich der Gerechtigkeit, des Friedens und der Menschenrechte. "Iustitia et Pax" bringt ethische Grundfragen aus der Sicht der kirchlichen Soziallehre in die politische Meinungsbildung ein.

Vorsitzender der Kommission ist seit 2003 der Linzer Diözesanbischof Ludwig Schwarz. Ihm zur Seite stehen die Sozialethikerin Prof. Ingeborg Gabriel als ehrenamtliche Direktorin und Generalsekretär Hanspeter Ruedl.

Ursprung im Zweiten Vaticanum

Das Zweite Vatikanische Konzil regte in der Pastoralkonstitution "Gaudium et Spes" die Einrichtung eines Organs der Gesamtkirche an, das sich der Förderung internationaler Entwicklung und weltweiter sozialer Gerechtigkeit widmen sollte. Paul VI. richtete 1967 die Studienkommission "Iustitia et Pax" ein. In der Folge wurden weltweit nationale "Iustitia et Pax"-Kommissionen geschaffen.

In Österreich fand die erste Sitzung der "Iustitia et Pax"-Kommission vor 40 Jahren - am 26. Juni 1969 - unter der Leitung des damaligen Sekretärs der Bischofskonferenz, des späteren Militärbischofs Alfred Kostelecky, statt. Zuvor hatte Kardinal Franz König Weihbischof Jakob Weinbacher zum Vorsitzenden der Kommission ernannt. Gemeinsam mit Herta Pammer, der damaligen Vorsitzenden der Katholischen Frauenbewegung, baute Weinbacher die Kommission auf.

Bereits am Donnerstagvormittag, 4. Juni, findet um 11 Uhr eine Pressekonferenz der österreichischen "Iustitia et Pax"-Kommission mit Erzbischof Onaiyekan und Prof. Gabriel im Cafe "Griensteidl" (1010 Wien, Michaelerplatz 2) statt. (Infos: Hanspeter Ruedl, Tel. 01/317.03.21/72, E-Mail: hanspeter.ruedl@iupax.at).

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