AK Test: S’Pfandl kommt teuer!

Hohe Zinsen und Gebühren machen Pfandleihe zu kostspieliger Finanzierung

Wien (OTS) - Ein Kredit der anderen Art ist die Verpfändung von Wertgegenständen. Pfandleihanstalten boomen derzeit. Die AK hat zwölf Anbieter auf den Prüfstand genommen und die Informationsqualität auf ihren Homepages untersucht. Das Ergebnis zeigt: Die Informationen lassen zu wünschen übrig. Zinsen und mitunter viele anfallende Gebühren sind teilweise sehr hoch - die Zinsen und Manipulationsspesen etwa werden pro Halbmonat verrechnet. "Die Pfandleihe ist teuer und nur notfalls als sehr kurzfristige Finanzierung geeignet", resümiert AK Konsumentenschützer Harald Glatz.

Pfandleiher sind Unternehmen, die Darlehen gegen Übergabe beispielsweise von Münzen, Schmuck, aber auch Autos gewähren. Wenn das Darlehen nicht zur vereinbarten Zeit zurückgezahlt wird, kann der Pfandleiher die Sachen verkaufen. Sie werben intensiv, etwa "Sofortgeld" oder "Wir überbrücken Ihren akuten Finanzbedarf". In Deutschland wurde 2008 etwa eine Million Pfandleihkredite um 510 Millionen Euro aufgenommen (Österreich-Zahlen gibt es nicht) -Tendenz steigend für 2009.

Der AK Test zeigt: Der Pflandleih-Markt wird vorwiegend von Auto-Pfandleihern dominiert. Die Informationen auf den Homepages sind völlig unzureichend. Lediglich zwei (Dorotheum, Martetschläger) der zwölf untersuchten Anbieter geben auf ihren Homepages detaillierte Auskünfte. Die Angaben über Zinsen und Spesen sowie die Allgemeinen Geschäftsbedingungen (AGB) fehlen fast durchgängig auf den Websites. Auch auf aktive Nachfrage der AK Testkäufer waren nur spärliche Angaben zu erhalten.

Zinsen und Gebühren sind zum Teil beträchtlich. Verrechnet werden Zinsen pro Halbmonat - 0,375 bis 1,35 Prozent, Manipulationsgebühren pro Halbmonat (0,75 bis 1,125 Prozent) sowie eventuelle Garagierungs-, Lagerkosten, Platzgeld, Ausfertigungsgebühr. "Das läppert sich und kommt letztendlich sehr teuer", sagt Glatz.

Ein Beispiel bei den Autopfandleihern Martetschläger, money rent, BST zeigt: Bei einem Darlehen von 1.500 Euro, Laufzeit ein Monat ergeben sich Gesamtkosten von 1.544,72 (Martetschläger) bis 1612 Euro (BST) - immerhin eine Differenz von mehr als 67 Euro - und jährliche Effektivzinssätze von 43 (Martetschläger) bis 140 Prozent (BST). Im Vergleich dazu kostet die Kontoüberziehung (Annahme 15 Prozent nominal) für ein Monat insgesamt 1.518,75 Euro oder effektiv 16,32 Prozent im Jahr.

"Die Bedingungen sind in Geschäftsordnungen sowie in Pfandurkunden der Pfandleiher geregelt", sagt Glatz, "schauen Sie hinein, bevor Sie einen Vertrag abschließen."

Überprüft hat die AK: Dorotheum, Martetschläger, Good Idea, Famous GmbH, Automobil Pfandleihe GmbH, BST-KFZ Pfandleihe GmbH, APV, Autopfandleihe Linz-Leoding, AB Autobelehnung Häfner GmbH, money rent, Autotheum Pfandleih GmbH, Kfz-Belehnung Dr. Folkmann GmbH.

SERVICE: Die Erhebung finden Sie im Internet unter http://arbeiterkammer.at

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