Dirnberger(RÖM):"Ist Spekulant Muzicant als Vorsitzender der IKG überhaupt tragbar?"

Sollte ein leitender Vorsitzender einer Religionsgemeinschaft sich nicht vornehmlich der Nächstenliebe widmen anstatt in großem Stil mit Immobilien etc. zu spekulieren?

Wien (OTS) - "Sollte sich nicht der Vorsitzende einer großen Religionsgemeinschaft vornehmlich der Nächstenliebe sowie sonstigen gemeinnützigen Zwecken vorbildhaft widmen?

Und ist daher nicht Ariel Muzicant als Vorsitzender der Israelitischen Kultusgemeinde (IKG) schon seit lange völlig fehl am Platze", fragt sich Mag. Dr. Elmar Dirnberger Vizepräsident des Ringes Österreichischer Makler.

"Neben politischen Ausfällen, die ich als Vizepräsident einer überparteilichen Organisation nicht kommentieren möchte, ist Herr Ariel Muzicant in der Immobilienbranche durch großangelegte Investitionen allgemein bekannt. Abgesehen von der Frage ob dies überhaupt mit einer religiösen Spitzenfunktion, vereinbar ist, das mögen die diesbezüglichen religionsphilosophischen Theoretiker, und vor allem die Betroffenen selbst klären, stellt sich jedenfalls die Frage, ob nicht dadurch Herr Muzicant möglicherweise Wettbewerbsvorteile gegenüber anderen im Immobiliengeschäft Tätigen genießt", so Dirnberger weiter.

"Oder um die Fragestellung zu pointieren: Wie sieht es aus, wenn ein Erzbischof bei einer Bank um großzügige Finanzierungen für Glaspaläste in Wolkenkratzerhöhe vorstellig wird? Wird er dann auch -abgesehen davon, dass die katholische Kirche natürlich selbst über ausreichende Finanzmittel verfügt -nach denselben Kriterien (Basel II, Geldwäschegesetz, etc.) behandelt wie ein durchschnittlicher mittelständischer Kreditnehmer?

Könnte man auf Grund der Finanzierungsdimensionen das Immobilienimperium von Ariel Muzicant und seine Firmenkonsortien vielleicht doch nicht mehr den "Kreditnehmenden" sondern vielmehr dem "erlauchtem Kreis" der "Kreditschöpfenden" (kommt
von "Schöpfung", nicht von abschöpfen) zurechnen? Oder dienen grob vereinfacht ausgedrückt fremdfinanzierte Liegenschaften voll ausgebaut wiederum als Sicherheit für weitere Fremdfinanzierungen, dies in der Hoffnung dass künftige Mieter in ausreichendem Maße vorhanden sind, die schlussendlich für die tatsächliche Abstattung dieser Finanzierungen Sorge tragen?

Ist dies etwa ein Teil der österreichischen Immobilienblase? Oder stammen seine Geldmittel aus anderen Quellen, aus Investitionen seitens zum Beispiel der "smarten Wallstreetboys a la Madoff" und zwar als Teil der High Risk Spekulationen? Quasi "nur auf dem Papier" existierende Milliardenbeträge wurden von dort aus pyramidenspielartig weiterkreditiert, sodass manche "erlauchte" Personen jegliche Realwerte, natürlich auch Immobilien, zu jeglichen also weit überbewerteten Preisen erwerben konnten. Diese dienten sodann wiederum als Quasisicherheit neuerlicher Kreditvergaben, dies wird eben auch "Kreditschöpfung" genannt. Einen Totalverlust hielt man auf Grund der Milliardenbeträge für ausgeschlossen, bzw betrifft die "Kreditschöpfer" nicht wirklich, da sie z.B. bei Immobilien ja als jeweilige grundbücherliche Eigentümer intabuliert sind.

Aber auch beim Bau der Titanic, glaubte man auf Grund der Größe des Schiffes physikalische Gesetzmäßigkeiten außer Kraft setzen zu können.Sicherheitshalber bestiegen die meisten Konstrukteure die Titanic aber nicht. Dieser Vergleich kann auch als "leichtfassliche Erklärung" der derzeitigen Weltfinanzkrise für jedermann dienen", erläutert Dirnberger weiter

"Wenn man sich nun zugleich vor Augen führt, wie Österreichische Banken auf Grund des sogenannten "Geldwäschegesetzes" bei österr. kleinen und mittelständischen Kreditnehmern, sowie nicht "erlauchten" ausländischen Investoren (Stichwort: "Clean, Clear & Taxfree") vor der Finanzmarktaufsicht zittern, so öffnet sich hier erst recht die Fragestellung danach, wie das denn bei Herrn Ariel Muzicant gehandhabt wurde und wird? Aber es impliziert der wohlklingende Name "Ariel" bekanntermaßen begrifflich bereits lange schon "clean, clear, etc...", so Dirnberger abschließend.

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