- 02.06.2009, 08:30:06
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ÖH-Medizin: NEIN zu Danube Private University Krems
Geplante Einführung eines privaten Studienganges für Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde unsozial und qualitativ bedenklich
Wien (OTS) - Die Hochschülerschaft an der Medizinischen
Universität Wien zeigt sich geschockt über die Entscheidung des
Akkreditierungsrates von letzter Woche, den privaten Studiengang für
Zahnmedizin in der eingereichten Form zuzulassen.
"Der akkreditierte Studienplan entspricht lt. unseren
Informationen nach wie vor in wesentlichen Punkten nicht den
verpflichtend einzuhaltenden gemeinschaftsrechtlichen und
innerstaatlichen zahnärzterechtlichen Anforderungen", erklärt Julia
Straub, Vorsitzende der Hochschülerschaft an der MUW. "Dass er nun
nach mehrfacher Abweisung durch den Akkreditierungsrat doch genehmigt
wurde, entbehrt jeglicher Grundlage", so Straub weiter.
Außerdem sei die äußerst niedrige Qualität der geplanten
Ausbildung in Krems kritisch zu hinterfragen, würden doch von 37
gemäß den EU-Richtlinien rechtlich erforderlichen Unterrichtsfächern
11 zur Gänze fehlen.
Johannes Forster, Vorsitzender der Studienvertretung Zahnmedizin
an der Medizinischen Universität Wien, kritisiert die unsoziale
Selektion: "Während an unserer Universität eine Mindeststudiendauer
seit Jahren aufgrund von Wartelisten nicht möglich ist, investiert
man hier öffentliche Gelder in eine Privatuniversität, wo sich
Besserverdiener eine schnelle Ausbildung erkaufen können."
Da der geplante Studiengang nur fünf Jahre dauern soll und den
Absolventen darüber hinaus auch noch ein Master verliehen wird, kann
hier von einer Halbierung der Ausbildungsdauer für Reiche gesprochen
werden. "Ich halte es sozial für nicht vertretbar, dass man sich hier
für viel Geld (ca. 120.000 Euro) eine kurze Ausbildungsdauer erkaufen
kann und sich noch dazu eine Aufnahmsprüfung, wie sie an den
staatlichen MedUnis stattfindet, erspart", so der StV-Vorsitzende
weiter.
Auch die Bundesvertretung der Österreichischen Hochschülerschaft
zeigt sich überrascht über diese Entscheidung: "Wie können die
Verantwortlichen den Studierenden ohne schlechtes Gewissen in die
Augen schauen? Es wird scheinbar vorgezogen, qualitativ fragwürdige
Privatstudiengänge zu finanzieren, anstatt die Studienbedingungen an
den öffentlichen Universiäten auf international vertretbares Niveau
zu bringen", verlangt Samir Al-Mobayyed, Vorsitzender der
Bundesvertretung der ÖH, ein Umdenken.
"Auch das Bundesministerium für Gesundheit, die Österreichische
Zahnärztekammer und die Studierendenvertretungen an den beiden
anderen Medizinunis in Graz und Innsbruck haben sich bereits negativ
diesem Projekt gegenüber geäußert und auf EU-Widrigkeiten hingewiesen
- wir stehen mit unserer Kritik also bei weitem nicht alleine da", so
Al-Mobayyed weiter.
"Wir lehnen die Einführung dieses privaten Studienganges wegen
Verletzung von EU-Recht, großer Bedenken hinsichtlich der
Ausbildungsqualität und der Befürchtung einer Verschlechterung des
derzeit guten internationalen Rufes der zahnärztlichen Ausbildung in
Österreich ausdrücklich ab. Angesichts dieser vielen Kritikpunkte
fordern wir das Wissenschaftsministerium entschieden auf, dieses
Projekt zu verhindern", so Forster abschließend.
Rückfragehinweis:
Hochschülerschaft an der MedUni Wien
Johannes Forster, Vorsitzender der StV Zahnmedizin
Tel.: 0664/43 59 49 6
mailto:[email protected]
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