ÖH-Medizin: NEIN zu Danube Private University Krems

Geplante Einführung eines privaten Studienganges für Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde unsozial und qualitativ bedenklich

Wien (OTS) - Die Hochschülerschaft an der Medizinischen Universität Wien zeigt sich geschockt über die Entscheidung des Akkreditierungsrates von letzter Woche, den privaten Studiengang für Zahnmedizin in der eingereichten Form zuzulassen.

"Der akkreditierte Studienplan entspricht lt. unseren Informationen nach wie vor in wesentlichen Punkten nicht den verpflichtend einzuhaltenden gemeinschaftsrechtlichen und innerstaatlichen zahnärzterechtlichen Anforderungen", erklärt Julia Straub, Vorsitzende der Hochschülerschaft an der MUW. "Dass er nun nach mehrfacher Abweisung durch den Akkreditierungsrat doch genehmigt wurde, entbehrt jeglicher Grundlage", so Straub weiter.

Außerdem sei die äußerst niedrige Qualität der geplanten Ausbildung in Krems kritisch zu hinterfragen, würden doch von 37 gemäß den EU-Richtlinien rechtlich erforderlichen Unterrichtsfächern 11 zur Gänze fehlen.

Johannes Forster, Vorsitzender der Studienvertretung Zahnmedizin an der Medizinischen Universität Wien, kritisiert die unsoziale Selektion: "Während an unserer Universität eine Mindeststudiendauer seit Jahren aufgrund von Wartelisten nicht möglich ist, investiert man hier öffentliche Gelder in eine Privatuniversität, wo sich Besserverdiener eine schnelle Ausbildung erkaufen können."

Da der geplante Studiengang nur fünf Jahre dauern soll und den Absolventen darüber hinaus auch noch ein Master verliehen wird, kann hier von einer Halbierung der Ausbildungsdauer für Reiche gesprochen werden. "Ich halte es sozial für nicht vertretbar, dass man sich hier für viel Geld (ca. 120.000 Euro) eine kurze Ausbildungsdauer erkaufen kann und sich noch dazu eine Aufnahmsprüfung, wie sie an den staatlichen MedUnis stattfindet, erspart", so der StV-Vorsitzende weiter.

Auch die Bundesvertretung der Österreichischen Hochschülerschaft zeigt sich überrascht über diese Entscheidung: "Wie können die Verantwortlichen den Studierenden ohne schlechtes Gewissen in die Augen schauen? Es wird scheinbar vorgezogen, qualitativ fragwürdige Privatstudiengänge zu finanzieren, anstatt die Studienbedingungen an den öffentlichen Universiäten auf international vertretbares Niveau zu bringen", verlangt Samir Al-Mobayyed, Vorsitzender der Bundesvertretung der ÖH, ein Umdenken.

"Auch das Bundesministerium für Gesundheit, die Österreichische Zahnärztekammer und die Studierendenvertretungen an den beiden anderen Medizinunis in Graz und Innsbruck haben sich bereits negativ diesem Projekt gegenüber geäußert und auf EU-Widrigkeiten hingewiesen - wir stehen mit unserer Kritik also bei weitem nicht alleine da", so Al-Mobayyed weiter.

"Wir lehnen die Einführung dieses privaten Studienganges wegen Verletzung von EU-Recht, großer Bedenken hinsichtlich der Ausbildungsqualität und der Befürchtung einer Verschlechterung des derzeit guten internationalen Rufes der zahnärztlichen Ausbildung in Österreich ausdrücklich ab. Angesichts dieser vielen Kritikpunkte fordern wir das Wissenschaftsministerium entschieden auf, dieses Projekt zu verhindern", so Forster abschließend.

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Hochschülerschaft an der MedUni Wien
Johannes Forster, Vorsitzender der StV Zahnmedizin
Tel.: 0664/43 59 49 6
johannes.forster@uv-medizin.at

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