• 01.06.2009, 19:09:09
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Evangelisch-lutherische Synode in Wien eröffnet

Gedenken an 75. Jahrestag der Barmer Theologischen Erklärung - Delegierte aus ganz Österreich beraten über eine Reform der kirchlichen Organisation - Fotos auf: foto.evang.at

Wien (OTS) - Mit einer Vesper ist am Montagabend, 1. Juni, im
Evangelischen Gymnasium in Wien-Erdberg die evangelisch-lutherische
Synode eröffnet worden. In einer außerordentlichen Sitzung beraten
knapp 60 Delegierte aus ganz Österreich bis Dienstagabend über eine
Reform der kirchlichen Organisation.

Die Vesper zur Eröffnung der Synode war geprägt vom Gedenken an die
Verabschiedung der Barmer Theologischen Erklärung vor 75 Jahren. Die
Barmer Theologische Erklärung war das theologische Fundament der
Bekennenden Kirche in der Zeit des Nationalsozialismus. Auf der
ersten Bekenntnissynode vom 29. bis 31. Mai 1934 in Wuppertal-Barmen
wurde sie einstimmig verabschiedet.

Bischof Michael Bünker ging bei der Vesper auf ein Kunstwerk der
deutschen Künstlerin Ulle Hees ein, die in kirchlichem Auftrag eine
Bronzeplastik zur Barmer Theologischen Erklärung geschaffen hat. Die
Plastik zeigt "Ja-Sager und Nein-Sager". "Ja-Sager und Nein-Sager
sind oft sehr nahe, sind nicht selten Nachbarn, befinden sich oft in
derselben Familie, in derselben Pfarrgemeinde oder sitzen im selben
Presbyterium", sagte der Bischof bei der Eröffnung. Bünker erinnerte
daran, dass die Evangelische Kirche in Österreich die Barmer
Theologische Erklärung in ihre eigene Verfassung aufgenommen habe.
Das Anliegen der Barmer Thesen sei "erstaunlich aktuell", so der
Bischof, und lasse sich zusammenfassen in der Frage: "Ist unsere
Kirche immer noch bei der Sache?"

Auch die Männer von Barmen waren letztlich "Kinder ihrer Zeit",
meinte Oberkirchenrätin Hannelore Reiner in ihrer Kurzpredigt. So
würden heute, nach 75 Jahren, manche Punkte der Barmer Thesen
"genauer hinterfragt", etwa warum sich in dem Dokument keine
Verwerfung der Judenverfolgung finde, kein klares Wort gegen die
Euthanasie oder warum "bloß Brüder erwähnt" würden. Letztlich sei die
Barmer Theologische Erklärung jedoch einstimmig beschlossen worden,
ihre Thesen "nicht überholt". Das "freie Geständnis und das offene
Bekenntnis" seien erwachsen "aus dem Nein zur Eingliederung der
Evangelischen Kirche in Deutschland in den nationalsozialistischen
Staat", sagte die Oberkirchenrätin, "die Väter von Barmen waren
Nein-Sager". Die Thesen aus dem Jahr 1934 seien dann für viele
Christinnen und Christen in der Zeit des Nationalsozialismus
"wegweisend" geworden. Reiner würdigte die "Eindeutigkeit und klare
Bezogenheit auf Jesus Christus". Auch heute brauche es ein "klares
Nein im Geist der Barmer Erklärung zu allem, was uns von Jesus
Christus wegbringen will". Das gelte besonders auch angesichts der
"EU-Wahl mit ihren unerträglichen Aussagen".

Honorarfreie Fotos zur Synode (in Repro-Qualität) zum Download auf
http://foto.evang.at

Rückfragehinweis:
epdÖ
Tel.: (01) 712 54 61 DW 12 od. 0664 22 395 11
Dr. Thomas Dasek
mailto:[email protected]
http://www.evang.at

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