- 28.05.2009, 15:43:59
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"KURIER"-Kommentar von Andrea Hodoschek: "Nicht in den Köpfen"
Die Gleichstellung der Frau ist noch lange keine Selbstverständlichkeit.
Wien (OTS) - Die Gleichstellung von Frau und Mann ist in der
österreichischen Bundesverfassung festgeschrieben. Kein
durchschnittlich intelligenter Mensch würde dieses Grundrecht
anzweifeln. Wir leben nicht mehr im Mittelalter und in Sachen
Gleichstellung der Frauen im Berufsleben hat sich tatsächlich viel
verbessert. Zahlreiche Unternehmen bemühen sich heute ernsthaft und
sehr engagiert, Frauen zu fördern. Das ist die eine Seite.
Immer noch gibt es, außer im öffentlichen Dienst, horrende
Einkommensunterschiede zwischen Frauen und Männern. Immer noch sind
Frauen in Führungspositionen stark unterrepräsentiert, immer noch
sind manche Berufe nur sehr mühsam erreichbar. Das ist die andere
Seite.
Diese Diskriminierungen dürfte es, nach dem Gesetz, schon lange
nicht mehr geben. Der Gesetzgeber kann sich allerdings noch so
bemühen, alles kann nicht rechtlich geregelt werden. Solange
Gleichstellung nicht in den Köpfen ist, ist sie nicht
selbstverständlich und wird nicht konsequent gelebt. Und in vielen
Köpfen ist Gleichberechtigung leider noch lange nicht, da ist noch
viel Überzeugungsarbeit notwendig. Das Beispiel der jungen Frau, die
nicht Zimmermann werden konnte, ist kein Einzelfall. Nur haben viele
Frauen nicht den Mut und die Nerven, sich zu wehren.
Wer auf dem Standpunkt steht, ein Unternehmer soll sich seine
Mitarbeiter selbst aussuchen dürfen, ohne dass ihm rechtliche
Konsequenzen drohen, hat nur bedingt recht. Das Recht auf freie
Auswahl der Mitarbeiter darf nicht das Recht einer Frau auf
Gleichstellung beeinträchtigen. Denn dieses ist ein Grundrecht und
wiegt wesentlich mehr.
Rückfragehinweis:
KURIER
Ressort Wirtschaft
Tel: 0043-1/52100-2638
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