Medieninformation des Fachverbands der Pensionskassen: Pensionskassen unterstützen Reformpaket der Sozialpartner

Reform bringt mehr Transparenz für Kunden - adäquater Rechnungszins für neue Mitarbeiter - mehr Wahlmöglichkeit für Arbeitnehmer

Wien (OTS) - Österreichs Pensionskassen nahmen heute zum aktuellen Reformprogramm der Sozialpartner Stellung. "Die verhandelte Pensionskassen-Reform ist ein tragfähiger Kompromiss. Sie bringt Transparenz und mehr Wahlmöglichkeit für Arbeitnehmer", kommentiert Fritz Janda, Geschäftsführer des Fachverbandes der Pensionskassen, das Ergebnis.

Wahlmöglichkeiten für Kunden

Die Kunden der Pensionskassen sollen bei der Veranlagung ihrer Beiträge zukünftig leichter wechseln können. So sieht der Entwurf ein "Lebensphasenmodell" vor, mit dem Arbeitnehmer gegen Ende ihres Erwerbslebens in eine Veranlagung mit mehr Sicherheit übertreten können.

Junge Arbeitnehmer können eine stärker auf Ertrag ausgerichtete Veranlagung wählen, weil sie später noch die Chance zum Umstieg bekommen.

Weiters soll der Wechsel zwischen Pensionskassen und anderen Anbietern von betrieblicher Vorsorge erleichtert werden. Janda: "Die neue Lösung für mehr Durchlässigkeit bringt größeren Spielraum für die Kunden und stellt gleichzeitig sicher, dass Firmenpensionen ein kollektives System bleiben und nicht individualisiert werden."

Mehr Transparenz

In puncto Transparenz sieht die Reform vor, dass Pensionskassen ihre Kunden noch deutlicher über die Verwaltungskosten informieren:
Alle Kosten in unmittelbarem Zusammenhang mit dem Vermögensmanagement sollen jedem Kunden zukünftig als Prozentsatz des Gesamtergebnisses ausgewiesen werden.

Weiters bekommen die Kunden vierteljährlich einen Vergleich der Performance ihrer Beiträge mit anderen Ergebnissen ihrer Pensionskasse. Ein Vergleich der persönlichen Ergebnisse mit der Performance der gesamten Branche ist ebenfalls vorgesehen.

Keine Einigung bei alten Sonderverträgen und Mindestertrag

Die Pensionskassen bedauern, dass in zwei wichtigen Punkten noch keine Einigung erzielt werden konnte. Das erste ungelöste Thema sind die alten Sonderverträge: Durch sie müssen einige Kunden fast jedes Jahr Kürzungen hinnehmen, weil der in den Neunzigern mit bis zu 6,5 Prozent viel zu hoch angesetzte Rechnungszins heute nicht mehr erreichbar ist. Janda: "Die alten Sonderverträge bestimmen seit Jahren die öffentliche Diskussion, obwohl sie nur einen kleinen Teil aller Kunden ausmachen. Damit sich die Zweite Säule entwickeln kann, muss diese Altlast saniert werden." Zumindest für die neuen Mitarbeiter solcher Unternehmen gibt es bereits eine Lösung: Sie sollen laut Sozialpartner gleich mit einem niedrigeren Rechnungszins starten.

Keine Einigung gab es auch bei der Frage eines Mindestertrages -der unabhängig vom Jahresergebnis zu erreichenden Rendite. "Mehrere Experten hatten erst kürzlich davor gewarnt, eine verpflichtende Mindestertragsregelung einzuführen, weil nicht tragbare Finanzierungskosten anfallen würden. Jede Garantie kostet Geld, daher ist ein kostenloser Mindestertrag eine unrealistische Wunschvorstellung. Wir hoffen, dass bei diesem und den beiden anderen Punkten in den folgenden Gesprächen mit dem Finanzministerium doch noch eine Einigung erzielt wird³, schloss Janda.

Bei Firmenpensionen zahlen Arbeitgeber und Arbeitnehmer in Pensionskassen monatlich Beiträge ein, die später in der Pension verzinst ausbezahlt werden - im langjährigen Durchschnitt wurden bisher 5,73 Prozent Ertrag pro Jahr erwirtschaftet. Rund 560.000 Österreicherinnen und Österreicher haben Anspruch auf eine Firmenpension. Die durchschnittliche Zusatzpension beträgt 490,- Euro pro Monat. Insgesamt veranlagen die 19 Pensionskassen ein Vermögen von 11,5 Mrd. Euro. Sie sind damit der größte private Pensionszahler Österreichs.

Rückfragen & Kontakt:

Fachverband der Pensionskassen:
Dr. Fritz Janda
Tel.: (0) 5 90 900 - 4108
E-Mail: fvpk@wko.at
Web: http://www.pensionskassen.at

Pressestelle:
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