"Wie viel Europa verträgt Österreich?": Franz Vranitzky und Wolfgang Schüssel "Im Klartext" am 27.5. im ORF-RadioKulturhaus und live in Ö1

Wien (OTS) - Der EU-Wahlkampf ist geprägt von österreichpatriotischen Aussagen. Wer zu europafreundlich auftritt, riskiert, Stimmen zu verlieren. Was macht die Politik hier falsch, was läuft schief? In der kommenden Ausgabe von "Im Klartext" am 27. Mai im ORF-RadioKulturhaus diskutieren bei Ö1-Innenpolitik-Redakteur Klaus Webhofer die beiden europabegeisterten Altbundeskanzler Franz Vranitzky (SPÖ) und Wolfgang Schüssel (ÖVP). Das Gespräch wird ab 18.30 Uhr live in Ö1 übertragen.

Die Europäische Union ist mit ihren mittlerweile 27 Mitgliedsstaaten der größte gemeinsame Markt der Welt. Im von der Finanzkrise überschatteten Europawahlkampf werden der EU die unterschiedlichsten Rollen zugeschrieben: Die einen sehen die Union als wirksamen Schutzschirm gegen die Krise, so manche Partei rechts der Mitte hingegen erweckt den Eindruck, als würde sie lieber heute als morgen aus der EU austreten.

Die beiden österreichischen Ex-Kanzler Franz Vranitzky (SPÖ) und Wolfgang Schüssel (ÖVP) haben ihre eigenen Erfahrungen mit der Europäischen Union gemacht: Franz Vranitzky, Bundeskanzler von 1986 bis 1997, führte Österreich gemeinsam mit Vizekanzler und Außenminister Alois Mock (ÖVP) Anfang 1995 in die Europäische Union. In seinem Buch "Politische Erinnerungen" (erschienen 2004) nennt Vranitzky die EU ein "großartiges Werk europäischer Geschichte und europäischer Kultur", das aber ständig weiterentwickelt werden müsse - sich bloß auf die Wirtschaftskraft der Gemeinschaft zu verlassen, sei zu wenig, so Vranitzky damals, noch vor der Finanzkrise.

Mit dem Rücktritt Alois Mocks 1995 begann die Karriere von Wolfgang Schüssel als Bundesparteiobmann. Als Schüssel nach der geschichtsträchtigen Nationalratswahl 1999 wider eigene Ankündigung als Drittplatzierter eine Koalitionsregierung mit der Haider-FPÖ vom Zaun brach, lernte Österreich die EU von einer neuen Seite kennen:
Die damals 14 anderen Mitgliedstaaten zeigten Österreich die kalte Schulter, diplomatische Kontakte wurden eisig auf ein Minimum reduziert. Manche meinen, das sei die Geburtsstunde der österreichischen Euroskepsis gewesen.

Regelmäßigen Umfragen zufolge ist die Zustimmung der österreichischen Bevölkerung zur EU immer noch enden wollend; viele kreiden der Union eine Einmischungshaltung an, die sich in Aktionen wie der Abschaffung der Glühbirne oder der viel zitierten Reglementierung der "Gurkenkrümmung" äußere. Was läuft schief in der Vermittlung der europäischen Idee? Und warum muss Brüssel immer wieder als Sündenbock herhalten?

"Im Klartext - Franz Vranitzky und Wolfgang Schüssel zu Gast bei Klaus Webhofer" findet am Mittwoch, den 27. Mai im RadioKulturhaus statt und wird live in Ö1 übertragen. Beginn ist um 18.15 Uhr, Eintritt: 5 Euro; für RadioKulturhaus-Vorteilskarten-Besitzer und Ö1-Clubmitglieder ist der Eintritt frei (Reservierung unter Tel. 501 70 377), Pressekarten unter Tel. 501 01-18175. Weitere Informationen zum Programm des RadioKulturhauses gibt es auf der Homepage http://radiokulturhaus.orf.at oder über das Kartenbüro (Tel. 01/501 70-377). Mehr zum Programm von Österreich 1 ist unter http://oe1.orf.at abrufbar.(ih)

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