- 25.05.2009, 10:00:00
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"Wie viel Europa verträgt Österreich?": Franz Vranitzky und Wolfgang Schüssel "Im Klartext" am 27.5. im ORF-RadioKulturhaus und live in Ö1
Wien (OTS) - Der EU-Wahlkampf ist geprägt von
österreichpatriotischen Aussagen. Wer zu europafreundlich auftritt,
riskiert, Stimmen zu verlieren. Was macht die Politik hier falsch,
was läuft schief? In der kommenden Ausgabe von "Im Klartext" am 27.
Mai im ORF-RadioKulturhaus diskutieren bei Ö1-Innenpolitik-Redakteur
Klaus Webhofer die beiden europabegeisterten Altbundeskanzler Franz
Vranitzky (SPÖ) und Wolfgang Schüssel (ÖVP). Das Gespräch wird ab
18.30 Uhr live in Ö1 übertragen.
Die Europäische Union ist mit ihren mittlerweile 27
Mitgliedsstaaten der größte gemeinsame Markt der Welt. Im von der
Finanzkrise überschatteten Europawahlkampf werden der EU die
unterschiedlichsten Rollen zugeschrieben: Die einen sehen die Union
als wirksamen Schutzschirm gegen die Krise, so manche Partei rechts
der Mitte hingegen erweckt den Eindruck, als würde sie lieber heute
als morgen aus der EU austreten.
Die beiden österreichischen Ex-Kanzler Franz Vranitzky (SPÖ) und
Wolfgang Schüssel (ÖVP) haben ihre eigenen Erfahrungen mit der
Europäischen Union gemacht: Franz Vranitzky, Bundeskanzler von 1986
bis 1997, führte Österreich gemeinsam mit Vizekanzler und
Außenminister Alois Mock (ÖVP) Anfang 1995 in die Europäische Union.
In seinem Buch "Politische Erinnerungen" (erschienen 2004) nennt
Vranitzky die EU ein "großartiges Werk europäischer Geschichte und
europäischer Kultur", das aber ständig weiterentwickelt werden müsse
- sich bloß auf die Wirtschaftskraft der Gemeinschaft zu verlassen,
sei zu wenig, so Vranitzky damals, noch vor der Finanzkrise.
Mit dem Rücktritt Alois Mocks 1995 begann die Karriere von
Wolfgang Schüssel als Bundesparteiobmann. Als Schüssel nach der
geschichtsträchtigen Nationalratswahl 1999 wider eigene Ankündigung
als Drittplatzierter eine Koalitionsregierung mit der Haider-FPÖ vom
Zaun brach, lernte Österreich die EU von einer neuen Seite kennen:
Die damals 14 anderen Mitgliedstaaten zeigten Österreich die kalte
Schulter, diplomatische Kontakte wurden eisig auf ein Minimum
reduziert. Manche meinen, das sei die Geburtsstunde der
österreichischen Euroskepsis gewesen.
Regelmäßigen Umfragen zufolge ist die Zustimmung der
österreichischen Bevölkerung zur EU immer noch enden wollend; viele
kreiden der Union eine Einmischungshaltung an, die sich in Aktionen
wie der Abschaffung der Glühbirne oder der viel zitierten
Reglementierung der "Gurkenkrümmung" äußere. Was läuft schief in der
Vermittlung der europäischen Idee? Und warum muss Brüssel immer
wieder als Sündenbock herhalten?
"Im Klartext - Franz Vranitzky und Wolfgang Schüssel zu Gast bei
Klaus Webhofer" findet am Mittwoch, den 27. Mai im RadioKulturhaus
statt und wird live in Ö1 übertragen. Beginn ist um 18.15 Uhr,
Eintritt: 5 Euro; für RadioKulturhaus-Vorteilskarten-Besitzer und
Ö1-Clubmitglieder ist der Eintritt frei (Reservierung unter Tel. 501
70 377), Pressekarten unter Tel. 501 01-18175. Weitere Informationen
zum Programm des RadioKulturhauses gibt es auf der Homepage
http://radiokulturhaus.orf.at oder über das Kartenbüro (Tel. 01/501
70-377). Mehr zum Programm von Österreich 1 ist unter
http://oe1.orf.at abrufbar.(ih)
Rückfragehinweis:
ORF Radio Öffentlichkeitsarbeit
Isabella Henke
Tel.: (01) 501 01/18050
mailto:[email protected]
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