- 20.05.2009, 10:01:59
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Fair Trade Verkaufs- und Informationsveranstaltung im Parlament Prammer und Neugebauer: Jeder kann persönlichen Beitrag leisten
Wien (PK) - Zu einem "Fairen Frühstück" in der Säulenhalle des
Parlamentsgebäudes lud auch heuer wieder Nationalratspräsidentin
Barbara Prammer gemeinsam mit dem Zweiten Präsidenten des
Nationalrats, Fritz Neugebauer. Bis 16 Uhr haben heute
ParlamentarierInnen und MitarbeiterInnen der Parlamentsdirektion die
Möglichkeit, fair gehandelte Produkte zu verkosten und zu erweben und
dabei zusätzliche Informationen über die Hintergründe des fairen
Handels, seine ProduzentInnen und Produkte zu erfahren.
Mit der heutigen Präsentation von "Fair Trade" werde eine gute
Tradition des Parlaments fortgesetzt, betonte Präsidentin Prammer in
ihrer Begrüßung. Man wolle damit die persönliche Verantwortung jeder
Einzelnen und jedes Einzelnen in Erinnerung rufen, bewusst
einzukaufen. Fair Trade stelle ein Erfolgsmodell dar, heute würden
bereits 65 Mill. € in Österreich umgesetzt. Man müsse immer wieder
darauf aufmerksam machen, woher die Produkte kommen und wie die
Menschen leben, die diese produzieren. Damit trage man wesentlich zur
Bewusstseinsbildung bei, sagte sie. Das österreichische Parlament sei
sich seiner Verantwortung bewusst, mache viele Projekte im Rahmen der
Entwicklungszusammenarbeit und leiste dafür mehr als der Großteil der
anderen europäischen Parlamente. Darüber hinaus würde im Parlament
eine lange Liste von Fair Trade-Produkten verwendet.
Auch Präsident Neugebauer wies darauf hin, dass jede und jeder seinen
persönlichen Beitrag zur Entwicklungszusammenarbeit und somit zu mehr
sozialer Gerechtigkeit und zum Kampf gegen Armut und Ausbeutung
leisten könne. Man wolle mit der heutigen Präsentation einmal mehr
zur Sensibilisierung aufrufen. ParlamentarierInnen und
MitarbeiterInnen des Hauses seien auch wichtige MultiplikatorInnen
für Fair Trade.
Hartwig Kirner, der Geschäftsführer von Fair Trade in Österreich,
bestätigte den stark steigenden Zuspruch der KonsumentInnen für fair
gehandelte Produkte. Der Umsatz habe sich in den letzten Jahren
verfünffacht, Österreich zähle zu den fünf stärksten Märkten. Fair
Trade zeige, dass eine menschenwürdige Produktionsweise nicht so
schwierig sei und dass sich soziale und ökologische Nachhaltigkeit
sehr gut mit Ökonomie vertrage. Fair Trade stelle eine der
erfolgreichsten Projekte der Entwicklungszusammenarbeit dar und
finanziere Infrastrukturprojekte. 7,5 Millionen Menschen in
Entwicklungsländern würden bereits von den fairen Handelsbedingungen
profitieren. Kirner unterstrich auch die Bedeutung des öffentlichen
Beschaffungswesens und zeigte sich sehr erfreut darüber, dass der
faire Handel Eingang in das Regierungsprogramm gefunden hat. Auch in
der EU gebe es Bemühungen um ein umweltorientiertes öffentliches
Beschaffungswesen.
Kirner informierte die Anwesenden auch über ein neues Projekt, den
Fair Trade Code. Gebe man den Code, der auf dem gekauften Produkt
aufscheint, auf der Homepage des Unternehmens ein, dann könne man
sehen, von wem der Artikel produziert wurde. Man beabsichtige damit,
einen persönlichen Zugang zu den produzierenden Menschen
herzustellen, merkte Kirner an.
Mit dem Kauf von Fair Trade-Produkten haben die KonsumentInnen
Gewissheit, dass die Lebens- und Arbeitsbedingungen von
Bauernfamilien und ArbeiterInnen in Entwicklungsländern durch faire
Bezahlung verbessert und keine Kinder ausgebeutet werden. Besonderer
Wert wird auch auf gentechnikfreie und nachhaltige Anbaumethoden bis
hin zum Bioanbau gelegt. Der Mindestpreis für die ProduzentInnen ist
seitens der ExporteurInnen unabhängig von Preisschwankungen zu
bezahlen. (Schluss)
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