• 19.05.2009, 12:49:10
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Elektro- und Elektronikindustrie bietet deutliche Reallohnerhöhung an

Betriebe kämpfen mit Umsatz- und Exportrückgängen / konstruktive Ergebnisse werden am Verhandlungstisch und nicht durch Drohungen erzielt

Wien (OTS) - Keine Einigung brachte die vierte Runde der
Kollektivvertragsverhandlungen 2009 für die rund 60.000 Beschäftigten
der Elektro- und Elektronikindustrie (EEI). Aufgrund der
unrealistischen Forderungen der Gewerkschaften endete auch die vierte
KV-Runde ergebnislos. Das FEEI-Team machte im Laufe Verhandlungen
mehrere konstruktive, für die Wirtschaftssituation in den Betrieben
gerade noch tragbare Angebote. Alle entsprachen im Ergebnis der Logik
der Abschlüsse 2001 bis 2008, die eine deutliche Reallohnerhöhung
über der jeweiligen Jahresinflationsrate brachten. Das zuletzt
gemachte Angebot des FEEI sah sogar eine Steigerung vor, die - trotz
Krisensituation - den Beschäftigten angesichts der prognostizierten
Jahresinflation von 0,6% eine der deutlichsten Reallohnerhöhungen der
letzten Jahre gebracht hätte. Konkret wurde vom Fachverband eine KV-
und Ist-Erhöhung von 1,5% sowie eine Einmalzahlung in Höhe von 300,-
Euro sowie für Betriebe mit einem deutlichen Umsatzrückgang eine 1,0%
Ist-Erhöhung und keine Einmalzahlung angeboten. Im Gegenzug hält die
Gewerkschaft allerdings nach wie vor an ihren für die Branche
wirtschaftlich nicht tragbaren Forderungen fest. Für das
FEEI-Verhandlungsteam ist dies völlig unverständlich.

In der Elektro- und Elektronikindustrie, die mit 60.000
Beschäftigten und einem Produktionswert von 12 Mrd. Euro (2007) einer
der drei größten Industriezweige Österreichs ist, mussten bereits
viele Betriebe aufgrund der massiven Krise Kurzarbeit anmelden oder
waren sogar gezwungen Kündigungen auszusprechen. Diese Tendenz ist
weiter steigend. "In Anbetracht der derzeitigen konjunkturellen
Rahmenbedingungen muss es im Sinne der Gewerkschaften sein, einen
Kompromiss zu erzielen, der einerseits den Mitarbeitern eine Lohn-
und Gehaltserhöhung bringt, andererseits den Betrieben eine Zukunft
am Standort Österreich ermöglicht", zeigt der Verhandlungsleiter für
die Elektro- und Elektronikindustrie und FEEI-Obmann Albert
Hochleitner kein Verständnis für die starre Haltung der
Gewerkschaften.

Exportorientierte Elektro- und Elektronikindustrie von
Konjunkturrückgang besonders stark betroffen

Über 70% der produzierten Güter der Elektro- und
Elektronikindustrie werden ins Ausland exportiert. Allein 30% des
Außenhandels werden mit Deutschland abgewickelt. "Aufgrund der hohen
internationalen Vernetzung ist unsere Branche nicht nur von der
österreichischen, sondern auch von der Konjunktur in den
Exportmärkten stark abhängig. Ein BIP-Rückgang von 6,7% im ersten
Quartal 2009 in Deutschland, trifft uns daher ebenso besonders hart",
erklärt der FEEI-Obmann. Auswirkungen, die sich deutlich in den
aktuellen Branchenzahlen niederschlagen. Bereits im 4. Quartal 2008
sind die Ausfuhren um 7% zurückgegangen, bei den Auftragseingängen
wurde sogar ein Minus von bis zu 20% verzeichnet. Der Abwärtstrend
hat sich im ersten Quartal 2009 weiter beschleunigt, sämtliche
Konjunkturindikatoren in der Branche befinden sich auf Talfahrt.
Knapp 60% der Branche mussten im ersten Quartal 2009 dramatische
Umsatzeinbrüche hinnehmen. Die Rückgänge bewegen sich
durchschnittlich bei 30% gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Das sind
laut Hochleitner Dimensionen, die selbst große Unternehmen an ihre
Grenzen bringen.

Konstruktive Ergebnisse werden nicht durch Drohungen erzielt

Unbeeindruckt zeigte sich Hochleitner von der Aussage der
Gewerkschaften, dass es im Falle einer weiteren ergebnislosen
Verhandlungsrunde am 4. Juni "nicht mehr viele Möglichkeiten gebe".
Wir arbeiten seit vielen Jahren sowohl mit der GMTN als auch mit der
GPA konstruktiv zusammen und werden das auch in Zukunft tun.
Allerdings haben wir überhaupt kein Verständnis für populistische
Maßnahmen, für die es keine wirtschaftliche Grundlage gibt. Es
verstärkt sich daher der Eindruck, dass hier Ergebnisse willkürlich
erzielt werden sollen, damit sich Funktionäre gegenüber ihren
Mitglie-dern profilieren können", hält der FEEI-Obmann abschließend
fest.

Fachverband der Elektro- und Elektronikindustrie

Der Fachverband der Elektro- und Elektronikindustrie (FEEI)
vertritt in Österreich die Interessen von rund 300 Unternehmen mit
60.000 Beschäftigten und einem Produktionswert von mehr als 12
Milliarden Euro (Stand 2007). Gemeinsam mit seinen Netzwerkpartnern -
dazu gehören u.a. die Fachhochschule Technikum Wien, das Forum
Mobilkommunikation (FMK), ICT Austria, das UFH, das Umweltforum
Starterbatterien (UFS), der Verband Alternativer
Telekom-Netzbetreiber (VAT) und der Verband der Bahnindustrie
(bahnindustrie.at) - ist es das oberstes Ziel des FEEI, die Position
der österreichischen Elektro- und Elektronikindustrie im weltweit
geführten Standortwettbewerb zu stärken.

Anhänge zu dieser Aussendung finden Sie als Verknüpfung im
AOM/Original Text Service sowie im Volltext der Aussendung auf
http://www.ots.at .

Rückfragehinweis:

Dipl. Ing. Dr. h.c. Albert Hochleitner, Obmann des FEEI
   c/o Siemens Österreich AG
   Tel: 051707 21001
   
   Dr. Lothar Roitner, Geschäftsführer des FEEI
   Tel: 01/588 39-12
   E-Mail: [email protected]

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