Lebensretter kindersicheres Feuerzeug

Eine KfV-Erhebung zeigt: Trotz EU-Verbot verkauft jeder zwanzigste Trafikant noch unsichere Feuerzeuge

Wien (OTS) - Rund 500 Kinder unter fünf Jahren verletzen sich jährlich mit offenem Feuer, beispielsweise weil sie selbst mit Feuerzeugen hantieren. Das Spiel mit Feuerzeugen kann sehr gefährlich werden, wenn Gegenstände in Brand geraten oder Kinder sich verbrennen. Um derartige Unfälle zu vermeiden, dürfen seit 11. März 2008 EU-weit nur noch kindersichere Feuerzeuge verkauft werden. Das Kuratorium für Verkehrssicherheit (KfV) befragte zwei Monate vor Einführung des Gesetzes und ein Jahr danach österreichweit 400 Trafikanten und stellte fest: Zwar gibt es kindersichere Feuerzeuge in nahezu allen Trafiken, dennoch verkauft jeder zwanzigste Trafikant auch ein Jahr nach Inkrafttreten des Verbots weiterhin Feuerzeuge ohne Kindersicherung. Drei Prozent der Befragten bekommen diese sogar noch im Großhandel angeboten. "Auch jene, die noch Restbestände unsicherer Feuerzeuge haben, dürfen diese nicht mehr verkaufen. Die Kindersicherung macht es für kleine Kinder praktisch unmöglich, das Feuerzeug zu benutzen. Damit kann eine große Zahl von Zündeleien verhindert werden", sagt Dr. Anton Dunzendorfer, Leiter des Bereichs Heim, Freizeit & Sport im KfV. Erst Ende April waren in Wien zwei Kinder tödlich verunglückt, weil sie mit einem Feuerzeug gespielt hatten und dabei die Wohnung in Brand setzten.

Umdenken bei Kunden erforderlich

Die Befragung der Trafikanten ergab, dass jeder zweite Kunde kindersichere Feuerzeuge negativ bewertet - 2008 war es noch jeder vierte. Nur etwa jeder zehnte Kunde und damit ebenso viele wie 2008 sieht die Einführung sicherer Feuerzeuge positiv. "Hier ist ein Umdenken erforderlich. Kindersichere Feuerzeuge tragen maßgeblich zur Sicherheit von Kindern bei. Denn schnell einmal lässt man ein Feuerzeug liegen und denkt nicht daran, welche Folgen es haben kann, wenn Kinder es entdecken", warnt Dunzendorfer. Mehr als die Hälfte der Trafikanten (57%) gab an, dass ihre Kunden weiterhin nach herkömmlichen Feuerzeugen verlangen und zwar durchschnittlich einmal pro Tag. "Wir appellieren hier auch an die Trafikanten, dass sie ihre Kunden auf die Notwendigkeit kindersicherer Feuerzeuge aufmerksam machen".

Beschwerden über Bedienbarkeit stehen in keiner Relation zur Sicherheit

Bei Feuerzeugen mit Zündrad besteht die Kindersicherung aus einem kleinen Metallreifen, durch den kleine Finger nicht zum Zündrad kommen. Bei Feuerzeugen mit Piezo-Zünder ist es eine kleine Arretierung des Druckknopfs, den kleine Kinder ebenfalls nicht lösen können. Zwei Drittel der Trafikanten (70%) berichten von Beschwerden der Kunden, die fast ausschließlich die Bedienbarkeit der Feuerzeuge betreffen. 2008 beschwerte sich ein Viertel der Kunden. "Natürlich ist die Bedienbarkeit im Unterschied zu früher erhältlichen Feuerzeugen schwieriger - das ist auch Sinn der Sache, denn Kindern soll es nicht gelingen, damit zu zündeln. Die schwierigere Bedienbarkeit steht in keiner Relation zur lebensrettenden Funktion der Kindersicherung", betont Dunzendorfer. Aus Sicht des KfV positiv zu bewerten ist, dass nur ein Viertel der Trafikanten kindersichere Feuerzeuge teurer verkaufen als die nicht kindersicheren Vorgängermodelle. 2008 waren es noch knapp zwei Drittel, die für Kindersicherheit einen höheren Preis verlangten.

Rückfragen & Kontakt:

Bakk.phil. Elisabeth Gerstendorfer
Kuratorium für Verkehrssicherheit
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Tel.: 05 77 0 77-1906
E-Mail: elisabeth.gerstendorfer@kfv.at
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