• 15.05.2009, 14:49:11
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Gertraud Cerha mit Österreichischem Ehrenkreuz für Wissenschaft und Kunst I. Klasse ausgezeichnet

Wien (OTS) -
Die Musikwissenschafterin und Musikpädagogin Prof. Gertraud Cerha
wurde heute Nachmittag im Bundesministerium für Unterricht, Kunst und
Kultur mit dem Österreichischen Ehrenkreuz für Wissenschaft und Kunst
I. Klasse ausgezeichnet. Die Laudatio hielt Univ. Prof. Dr. Friedrich
Cerha.

Gertraud Cerha, aufgewachsen in Gmunden, stammt aus einer
musikalischen Familie. Erste Begegnungen mit Musik des 20.
Jahrhunderts erfolgten während ihrer Wiener Studienjahre 1946 -
1950. Cerha studierte Musikerziehung an der damaligen Akademie für
Musik und Geschichte an der Universität Wien. Nach Lehramtsprüfung
1950, Staatsprüfung Klavier 1951 sowie weiteren Studien in Gesang
bei Hans Gillesberger und Cembalo bei Gustav Leonhard und Eta
Harich-Schneider unterrichtete sie von 1950-1980 an der
Bundeserziehungsanstalt Wien III, Boerhavegasse. Sie war wesentlich
am Aufbau und der Ausgestaltung eines Schwerpunktfachs Musik an
dieser Schule beteiligt, aus der viele Musiker und Musikbegeisterte
hervorgingen. 1960-1978 unterrichtete Gertraud Cerha auch an der
Hochschule für Musik (Generalbass) und lehrte Musik an einer
Repräsentanz amerikanischer Universitäten in Wien. Gemeinsam mit
Herwig Reiter und Peter Altmann war sie an der Konzeption des
Lehrbuchs "Hören und Gestalten" für Mittelschulen beteiligt.
1952 heiratete sie ihren ehemaligen Studienkollegen Friedrich Cerha,
der ihr wesentliche Anregungen und Impulse zur Auseinandersetzung mit
Musik der klassischen Moderne und der
Gegenwart gab und sie in die "inoffizielle" Szene neuer Kunst in Wien
einführte.

Gertraud Cerha begleitete von Anfang an die Gründung und den Aufbau
des Ensembles "die reihe", das der Darbietung neuer Musik in Wien ein
qualitätvolles, kontinuierliches Forum schaffen wollte. Cerha
übernahm die damals sehr schwierige Aufgabe der Organisation von
Proben, Konzerten und in der Folge auch das Management von
Auslandsreisen. Gertraud Cerha hatte auch wesentlichen Anteil an der
Programmgestaltung , wobei es allen Beteiligten von Anfang an wichtig
war, außer der Präsentation von Neuem auch Verbindungen von Werken
der klassischen Moderne zur Musik der Gegenwart unmittelbar erlebbar
zu machen. Das galt vor allem auch für den mit Hans
Landesmann geplanten und durchgeführten Zyklus "Wege in unsere Zeit"
(1978-1983) im Wiener Konzerthaus.

Gertraud Cerha betreute einige Jahre Sendungen im ORF, schrieb Texte
zu verschiedenen Themen im Zusammenhang mit neuer Musik, die in
Zeitschriften und Büchern publiziert wurden und hielt Vorträge über
die Entwicklung der neuen Musik in Österreich seit 1945 an
Kulturforen in New York, London, Paris, Prag, Budapest etc. 1988
organisierte sie das Symposium "Ideen, Ideologien, Wirklichkeiten"
zum ersten Festival Wien Modern.

Gertraud Cerha, die den künstlerischen Weg Friedrich Cerhas und der
"reihe" von Anfang an begleitete, hat durch ihre unermüdliche Arbeit
nicht nur das Werk ihres Mannes gefördert, sondern auch zahlreichen
jungen Komponisten den Weg geebnet. Darüber hinaus hat Gertraud
Cerha, die Ehrenmitglied der Internationalen Gesellschaft für Neue
Musik ist, durch ihre wissenschaftlichen Vorträge und Schriften
einen großen Beitrag zur Musikforschung und Musikinterpretation
geleistet.

Rückfragehinweis:
Bundesministerium für Unterricht, Kunst und Kultur
Öffentlichkeitsarbeit/cb
Tel.: (++43-1) 53 120-5153

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