- 15.05.2009, 13:56:16
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Junge Frauen wollen mehr! - Mehr Chancen, mehr Ideen, mehr Einkommen! Aufruf zum Ideenwettbewerb Wild & witzig"
Pressekonferenz mit Erich Haider, Gabriele Heinisch-Hosef, Sonja Ablinger den jungen SPÖ-Kanidatinnen für den OÖ. Landtag heute in Linz
Linz (OTS) - Mit einem starken Team aus fünf jungen Frauen von 24
bis 29, die für den OÖ Landtag kandidieren, will die SPÖ möglichst
viele der 225.000 JungwählerInnen bei der Landtagswahl gewinnen.
Neben der Welser Gemeinderätin Petra Müllner, die einen sicheren
Platz auf der Landesliste bekommt und fix in den Landtag einziehen
wird, kandidieren Sabine Breitenfellner, Gemeinderätin in St. Peter
am Wimberg, Eva Öller aus Mattighofen, Manuela Hiesmair aus Linz und
Birgit Schörkhuber aus Steyr.
"Unsere jungen Kandidatinnen sind überaus engagiert und kompetent.
Wir sind in unseren Forderungen für Frauen nur dann glaubwürdig, wenn
wir diese auch selber und sichtbar in der Politik vertreten. Die
Jugend verdient unseren vollen Einsatz: Wir wollen beste Ausbildung
für sie, wir werden neue Ideen fördern und mit einer großen Offensive
dafür sorgen, dass genügend Lehrplätze zur Verfügung stehen", betonte
Landesparteivorsitzender LH-Stv. DI Erich Haider heute bei einer
gemeinsamen Pressekonferenz mit Frauenministerin Gabriele
Heinisch-Hosek, der SPÖ-Frauenvorsitzenden NRin Sonja Ablinger und
den jungen Landtagskandidatinnen Petra Müllner, Manuela Hiesmair und
Sabine Breitenfellner. Er untermauerte damit, dass Politik für Frauen
in der SPÖ Oberösterreich ein gemeinsames Anliegen von Frauen und
Männern ist. Außerdem will die SPÖ zusätzlich 300 Frauen für die
aktive Mitarbeit in den oö. Gemeinden gewinnen, damit dann mehr als
1.200 Frauen die Kommunalpolitik mitgestalten.
"Nur wenn wir hinhören, wenn wir wissen, was junge Frauen
brauchen, wo die Probleme liegen, können wir in einem nächsten
Schritt an die Umsetzung einer echten Gleichstellungspolitik gehen.
Wir müssen den jungen Mädchen nahe bringen, dass sie über ihre
Zukunft miteintscheiden müssen", betonte die Frauenministerin und ist
überzeugt: "Wenn es mit der Politik auf gleicher Augenhöhe zwischen
Frauen und Männern in Oberösterreich so weitergeht wie bisher, werden
die Frauen bei der Landtagswahl am 27. September sehr genau wissen,
wer tatsächlich für sie da ist."
Carina Altreiter, Frauensprecherin der SJ Oberösterreich und
verantwortlich für Aktivitäten für junge Frauen im Wahlkampf,
präsentierte bei der Pressekonferenz die Hintergründe zum
Ideenwettbewerb "Wild und witzig".
Mehr Politik von Frauen für Frauen
Dass auf die besonderen Interessen und Bedürfnisse von Mädchen und
jungen Frauen selten Rücksicht genommen wird, hat eine Befragung der
SPÖ ergeben, bei der im Vorjahr rund 7.000 Frauen und 2.000 Männer
zur Frauenpolitik im ländlichen Raum befragt wurden. Eine
Sonderauswertung der Gruppe junger Frauen im Alter von 16 bis 20 (600
Befragte, 77% Frauen, 23% Männer) hat gezeigt, dass Frauen Frauen in
der Politik wollen und sich von Männern weniger vertreten fühlen.
73 % der Befragten halten es für wichtig, dass mehr Frauen in der
Gemeindepolitik aktiv werden. Auf die eigene Gemeinde bezogen, stellt
mehr als die Hälfte fest, dass nicht genügend Frauen im Gemeinderat
sind. Immerhin 17 Prozent der jungen Frauen wären bereit, für das
Gemeindeparlament zu kandidieren. Befragt danach, was sie davon
abhält, äußert ein Drittel die Befürchtung, dass ihre Ideen bzw. die
Ideen von Frauen von vornherein abgeblockt würden.
Ausbildungssituation nicht zufriedenstellend
Alle Daten zur (Aus-)Bildungssituation und Arbeitsplatzsituation
belegen, dass junge Frauen in Oberösterreich vielfach benachteiligt
sind. 79% zeigten sich bei der SPÖ-Befragung überzeugt, dass sie mehr
leisten zu müssen als Männer um anerkannt zu werden. Rund drei
Viertel der jungen Frauen wünschen sich mehr Bildungsangebote vor
Ort.
In Oberösterreich haben die Mädchen bei den Bildungsabschlüssen in
den letzten Jahren zwar enorm aufgeholt, allerdings gibt es einige
sehr hartnäckige Probleme:
· 62,3% der weiblichen Lehrlinge werden in OÖ in nur 10 Lehrberufen
ausgebildet. 36,1% davon als Bürokauffrau, Friseurin und
Einzelhandelskauffrau-Lebensmittelhandel.
· Nur neun Prozent der Schüler an mittleren und höheren technisch
gewerblichen Schulen sind Mädchen.
· Auch bei den Fachhochschulen haben oö. Frauen nach vor
Aufholbedarf. Im Studienjahr 2007/2008 studierten an der FH OÖ 34,1%
Frauen und 65,9% Männer.
· An der Universität Linz war im Winter-Semester 2007 der
Frauenanteil mit 52% bei den Neuzugelassenen höher als jener der
Männer, bei den Studierenden hingegen mit 46% etwas niedriger. Die
Wahrscheinlichkeit, dass ein Mädchen aus Wien ein Studium aufnimmt,
ist um 55% höher als bei einem Mädchen aus OÖ.
Junge Frauen verdienen wenig
Im Alters- und Geschlechtervergleich verdienen junge Arbeiterinnen
und weibliche Angestellte (ohne Lehrlinge) am wenigsten: Frauen bis
19 kommen im mittleren Einkommen (Median) mit 843 Euro nicht einmal
auf die Hälfte des oö. Medianeinkommens (1.831 Euro)! Und während
junge männliche Arbeitnehmer zwischen 20 und 24 mit rund 1.700 Euro
immerhin 93 Prozent des oö. Gesamtniveaus erreichen, kommen
Arbeitnehmerinnen dieser Altersgruppe nur auf 70 Prozent.
Starker Anstieg der Arbeitslosigkeit bei jungen Frauen
Auch wenn die Arbeitslosigkeit im Industriebundesland Oberösterreich
derzeit in erster Linie bei den Männern explodiert, ist in OÖ die
Frauenarbeitslosigkeit um 29,6% auf 12.192 Frauen gestiegen und die
höchste aller Bundesländer (Österreich: +13,4%).
In Oberösterreich ist die Arbeitslosigkeit bei jungen Frauen (unter
25 Jahre) mit +31,2% stärker gestiegen als im Österreich-Durchschnitt
( +17,6%).
Erste Anzeichen der Krise zeigen sich ebenfalls bei den
Lehrstellesuchenden. Sichtbar werden diese Probleme vermutlich erst
im Sommer nach Schulschluss.
Politik muss auf Herausforderungen reagieren
"Alles in allem zeigen diese Zahlen und Fakten, wie wichtig es ist,
dass die Politik auf diese Herausforderungen reagiert, um jungen
Frauen eine chancenreiche Zukunft zu ermöglichen", betont Sonja
Ablinger.
Diese Unterstützung wollen die SPÖ Frauen geben und fordern unter
anderem:
·Förderung von nicht traditioneller Ausbildung und Berufswahl von
Mädchen
. Öffentliche Auftragsvergabe, die an innerbetriebliche
Gleichstellungsmaßnahmen gekoppelt ist
·Offenlegung der betrieblichen Einkommensstatistiken
·2. Chance auf zukunftsträchtige Ausbildung
·Ausbau des öffentlichen Nahverkehrs innerhalb der Regionen
"Wild & witzig" - Aufruf zum Ideenwettbewerb
Abgesehen von den Ausbildungschancen sind 60% der jungen Frauen auch
mit den in der Gemeinde gebotenen Freizeitmöglichkeiten nicht
zufrieden. Fußball oder Feuerwehr?! Das sind in Gemeinden oft die
einzigen Freizeitmöglichkeiten und sie richten sich in erster Linie
an Burschen. Mädchen zeigen sich aber durchaus bereit, selbst aktiv
zu werden und haben viele Ideen im Kopf. Diesen Ideen wollen die SPÖ
Frauen OÖ eine Bühne geben und schreiben einen Ideenwettbewerb
speziell für Mädchen und junge Frauen aus.
Unter dem Motto "Wild und witzig" sind Mädchen und junge Frauen
eingeladen, ihre Ideen Wünsche, Anregungen - zu den Bereichen
Freizeit, Kultur, Sport, Beratung, Ausbildung , Veranstaltungsideen
zur Mitsprache u.v.m. - aber auch ihre Kritik zu Papier zu bringen
und einzusenden.
Die Ideen können in unterschiedlicher Form präsentiert werden, als
o Videofilm
o Fotoserie
o Homepagegestaltung
o schriftliche Projektvorschläge
Die Vorschläge und Ideen werden von einer Frauenjury begutachtet und
die besten zehn mit attraktiven Preisen (u.a. eine rote Vespa)
prämiert und öffentlich präsentiert.
Einreichbedingungen: Teilnahmeberechtigt sind alle Mädchen in
Oberösterreich (als Einzelpersonen oder als Gruppen) bis zum 20.
Lebensjahr.
Einsendeschluss: 14. August 2009
Einsendungen an:
Ideenwettbewerb "Wild & Witzig", Landstraße 36,4020 Linz
oder an: ideenwettbewerb@ooe.spoe.at
Rückfragehinweis:
SPÖ Oberösterreich
Medienservice
Silvia Reisinger
Tel.: (0732) 772611-35
mailto:silvia.reisinger@spoe.at
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