• 15.05.2009, 13:05:35
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AGES: Maikäfer als Umweltindikatoren

Regional starker Flug von Maikäfern beobachtet

Regional starker Flug von Maikäfern beobachtet

Wien (OTS) - In einigen Regionen Österreichs kann man heuer wieder
mit Wilhelm Busch sagen: "Jeder weiß, was so ein Mai-/Käfer für ein
Vogel sei". Starker Maikäferflug wird von der AGES, der
Österreichischen Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit
GmbH, in Niederösterreich (Korneuburg, Tulln), Oberösterreich
(Braunau, Kirchdorf, Rohrbach, Vöcklabruck), Salzburg Umgebung,
Steiermark (Deutschlandsberg), Tirol (Inntal, Zillertal) sowie in
Feldkirch in Vorarlberg beobachtet.

Maikäfer besitzen einen mehrjährigen Entwicklungszyklus und
schwärmen daher in regelmäßigen drei- oder vierjährigen Intervallen.
Diese auffälligen Massenflüge werden in Österreich bereits seit 1913
aufgezeichnet. Eine ab 1950 mit Hilfe von Volksschulen eingeführte
Befragungsaktion über den Maikäferflug lieferte eine Österreichkarte,
aus der der mögliche Flug für jedes beliebige Jahr vorhergesagt
werden kann. Besonderes Interesse verdienen Massenflüge von
Maikäfern, die nicht exakt mit den langjährigen Etwicklungszyklen
übereinstimmen. Sie hängen wahrscheinlich mit veränderten
klimatischen Bedingungen zusammen: Die Maikäfer erreichen ihre Reife
bei höheren Durchschnittstemperaturen rascher, bei kühlerem Klima
langsamer. Bemerkenswert sind daher vorverlegte Flugjahre, wie sie z.
B. in den Bezirken Kufstein (Tirol), Deutschlandsberg (Steiermark)
und Feldkirch (Vorarlberg) aufgetreten sind sowie der verspätete Flug
im Raum Korneuburg/Stockerau/Tulln. Die Analyse dieser
Unregelmäßigkeiten könnte Aufschluss darüber geben, ob sich der
klimatologisch beobachtete Klimawandel bereits auch auf die Tierwelt
auswirkt.

Schäden für Landwirtschaft und Gartenbesitzer nur mehr lokal
Die als Engerlinge bekannten Maikäferlarven leben vollständig im
Boden und ernähren sich von Pflanzenwurzeln. Dabei können sie starke
Schäden im Obst- und Weinbau sowie im Grünland anrichten. Massenflüge
von Maikäfern sind zwar seltener geworden, trotzdem kommt es lokal zu
Problemen für die Landwirtschaft. Beispielsweise werden immer wieder
Schäden an Wein aus dem Weinviertel und an Grünland aus dem Inntal
gemeldet.

Auch in Komposthaufen findet man häufig Engerlinge. Dabei handelt
es sich allerdings um die Larven von Rosenkäfern. Diese sind nicht
schädlich, da sie sich nur von bereits zersetztem Pflanzenmaterial
ernähren.

Problematische Bekämpfung

Die Bekämpfung der Maikäfer hat sich immer schon als schwierig
gestaltet. Im Mittelalter wurden die Käfer sogar vor Gericht
gestellt, das Einsammeln der erwachsenen Käfer war die längste Zeit
die einzige Bekämpfungsmethode. Das Problem dabei: Die
hauptsächlichen Schäden werden von den Engerlingen, also den Larven
der Käfer, verursacht. Es gibt zwar chemische Mittel, um die
Engerlinge zu bekämpfen, allerdings sind diese Mittel nicht gerade
umweltfreundlich. Besser geeignet ist ein Pilzpräparat: Dabei wird
der in der Natur vorkommende, für Insekten tödliche Pilz Beauveria
brongniartii auf Getreidekörnern vermehrt. Die Körner werden in den
Boden eingebracht, wo der Pilz wächst, schließlich auch in den
Engerling eindringt und ihn zum Absterben bringt. Eine weitere
umweltfreundliche Bekämpfungsmöglichkeit besteht in der Behandlung
der gesamten Kulturen mit Präparaten, die den Wirkstoff Azadirachtin
enthalten. Dieser wird aus dem tropischen Niembaum gewonnen: Fressen
die Käfer damit behandelte Blätter, können sie keine überlebensfähige
Eier mehr produzieren. Aus den Eiern schlüpfen nur wenige Larven, die
schließlich an Häutungsproblemen zugrunde gehen. Der erwachsene Käfer
stirbt jedoch nicht ab.

Nähere Informationen:
http://www.ots.at/redirect.php?ages2

AGES: Schutz für Mensch, Tier und Pflanze

Die AGES nimmt im Auftrag der Republik Österreich vielfältige
Aufgaben auf dem Gebiet der Gesundheit und Ernährungssicherheit wahr.
Ihr Ziel: weniger Menschen, Tiere und Pflanzen werden krank. Dazu
arbeiten sieben strategische Bereiche - Landwirtschaft,
Lebensmitteluntersuchung, Veterinärmedizin, Humanmedizin, PharmMed,
Kompetenzzentren und Risikobewertung − interdisziplinär
zusammen. In 42 Instituten und Kompetenzzentren untersuchen,
begutachten und kontrollieren 1400 ExpertInnen u. a. Saatgut,
Lebensmittel, Arzneimittel, Tierseuchen und Infektionskrankheiten.
Aktuelle Informationen können sie auch über den AGES-Newsticker
beziehen.

Bild(er) zu dieser Aussendung finden Sie im AOM/Original Bild
Service, sowie im OTS Bildarchiv unter http://bild.ots.at .

Rückfragehinweis:

AGES - Österreichische Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit GmbH
   
   Unternehmenskommunikation:
   Univ.-Doz. Dr. Ingrid Kiefer
   Tel: 050 555-25000
   E-Mail: [email protected]
   www.ages.at
   
   Fachlich:
   Dr. Andreas Kahrer
   Tel: 050 555-33321
   E-Mail: [email protected] 
   
   Institut für Pflanzengesundheit:
   Tel: 050 555-33326
   E-Mail: [email protected]

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