Pressekonferenz des Österreichischen Hausärzteverbandes (ÖHV): Wien Stadt Arzt

Wien (OTS) - In Großstädten wie Wien gibt es ein dichtes Angebot an hoch spezialisierten Gesundheitseinrichtungen. Dennoch würde die Gesundheitsversorgung bei Wegfall oder Einschränkung von Hausarzt-Praxen völlig zusammenbrechen.

810 HausärztInnen mit Kassenverträgen führten in Wien im vergangenen Jahr knapp 3,5 Millionen Behandlungen durch. Dabei verzeichneten sie rund 8,7 Millionen Patientenkontakte. Das heißt: Im Durchschnitt kommt jede/r PatientIn gut 2,5 Mal zum/r HausärztIn.

Wiens HausärztInnen führten rund 413.000 Haubesuche (ohne Ärztefunkdienst) durch. Das bedeutet, dass im Durchschnitt jede/r 8. PatientIn zu Hause versorgt wird.

Vom Ärztefunkdienst wurden 2008 mehr als 61.000 Hausbesuche und mehr als 153.000 telefonische Beratungen durchgeführt.

Die Rolle der StadtärztInnen

Die meisten PatientInnen haben mehrere gesundheitliche Probleme. Es ist die Aufgabe der HausärztInnen die unterschiedlichen Symptome zuzuordnen und in eine Rangordnung der Wertigkeiten zu bringen. Gegebenenfalls werden dann die PatientInnen gezielt zu Spezialisten weitergeleitet.

Grundsätzlich ist eine modern allgemeinmedizinische Versorgung patientenorientiert und nicht krankheitsorientiert. HausärztInnen, die ihre PatientInnen oft lebenslang begleiten, orientieren sich primär an den Bedürfnissen der PatientInnen. Sie sind um Subjektivität und nicht nur um medizinische Objektivität bemüht.

Die allgemeinmedizinische Versorgung verwirklicht seit jeher, was Politiker gerne plakativ fordern: Die Medizin kommt zu den Menschen. Bei den HausärztInnen gibt es keine Wartelisten.

Wesentliche Funktionen der HausärztInnen in Ballungszentren:

  • Effizienteste Lösung (geringster Aufwand und geringste Kosten) eines Großteils der anfallenden medizinischen Probleme
  • Kenntnis von sozialen Problemen und Einleitung von Lösungsmöglichleiten
  • Gutachten für behördliche Erfordernisse
  • Vorsorgeuntersuchung und Lebensstilberatung
  • Beobachtung und Meldung von Massenerkrankungen
  • Impftätigkeit
  • Zuweisung zu Spezialisten
  • Auswertung und Besprechung von deren Befunden, sowie Beratung über weiteres Vorgehen
  • Lehrtätigkeit (Turnusarztausbildung, Qualitätszirkel)

Krisenversorgung in Ballungszentren

Eine zentrale Rolle spielen HausärztInnen bei der Versorgung in Krisenfällen (z.B. Pandemien).

Beispiel Schweinegrippe:

In Wien waren für den Krisenfall 300 Spitalsbetten vorgesehen, um infizierte Personen quasi unter Quarantäne zu stellen. Spätestens ab dem 301. Fall wäre eine Krisenversorgung ohne HausärztInnen nicht möglich. Um eine weitere dramatische Ausbreitung solcher Krankheiten zu verhindern, ist die Betreuung der PatientInnen zu Haus erforderlich. Dazu kommen Vorkehrungen und Anleitungen für die Angehörigen (im gleichen Haushalt), um Ansteckungsgefahren auf ein Minimum zu reduzieren. Ohne allgemeinmedizinisches Versorgungsnetz wäre eine solche Krisenversorgung nicht möglich.

Auslaufmodell Hausarzt?

Wie die Steuerberatungsgruppe MEDTAX vor kurzem meldete, sinkt der Wert der hausärztlichen Leistung kontinuierlich. Es sei daher demnächst der Punkt erreicht, dass die Tätigkeit als HausärztIn (mit Kassenverträgen) für junge MedizinerInnen nicht mehr erstrebenswert ist.

Dies hätte nicht nur für die Gesundheitsversorgung fatale Folgen sondern auch wirtschaftlich. Denn die Basisversorgung der Bevölkerung durch HausärztInnen ist auch bei fairer Honorierung unbestritten die kostengünstigste.

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