Innnovative Wärmesonde gegen Kreuzschmerzen

Kreuzschmerzen, die vom "Kreuzbein-Darmbein-Gelenk" ausstrahlen, können nun punktgenau behandelt werden.

Wien (OTS) - Eine höchst vielversprechende neue Methode zur Bekämpfung von Kreuzschmerzen wird seit kurzem am Orthopädischen Spital Speising, das zum Verbund der Vinzenz Gruppe gehört, angewendet: Mit Hilfe von Radiofrequenzwellen werden dabei mehrere Nervenbahnen gezielt verödet, um so die Schmerzempfindung zu blockieren.

"Anwendbar ist diese Methode bei allen Patienten, deren Kreuzschmerzen vom Ileosakralbereich herrühren", erläutert Oberarzt Dr. Hans-Joachim Latta, der diese Therapieform in Österreich eingeführt und erstmals angewendet hat. Das Ileosakralgelenk, auch Kreuzbein-Darmbein-Gelenk genannt, ist der Übergangsbereich von der Wirbelsäule zum Becken. Bei 15 bis 30 Prozent aller Kreuzschmerzpatienten liegen die Ursachen der Schmerzen in dieser Region. Betroffene verspüren einen starken Schmerz im Kreuzbereich, der meist einseitig bis zum Gesäß oder zu einem Oberschenkel ausstrahlt.

Sonde strahlt weiträumig Wärme aus

Bei der Therapie wird eine Sonde direkt an verschiedene Punkte zum Gelenk hingeführt. Diese Sonde strahlt in einem breiten Radius Wärme aus und verödet somit mehrere Nervenbahnen. Dadurch werden alle möglichen Wege der Schmerzweiterleitung an das Gehirn unterbunden. Dr. Latta: "Mit herkömmlichen Therapien kann man lediglich den Bandapparat oder das Gelenk mit Spritzen kurzfristig behandeln. Wir gehen mit der neuen Methode jedoch direkt zum Ort des Schmerzgeschehens und schalten dort alle Nerven aus, um eine langfristig anhaltende Schmerzverbesserung zu erreichen."

In Speising europaweit zum ersten Mal angewandt

Das Orthopädische Spital Speising war EU-weit die erste Klinik, in der diese Methode Einzug fand. In Österreich führt bis dato neben Speising nur ein einziger Facharzt in Linz diese Therapieform durch. Im Orthopädischen Spital Speising wird der Eingriff auf Krankenschein angeboten.

Bis jetzt wurde diese Methodik an 50 Patienten erfolgreich angewandt. "Sie konnte sich also schon nach kurzer Zeit gut bewähren", so der Schmerzexperte. Die ersten Patienten wurden Ende 2007/Anfang 2008 damit behandelt.

Die Patienten müssen in der Regel zweimal in die Klinik kommen, da bei einem ersten Eingriff zunächst analysiert werden muss, ob die Schmerzen tatsächlich von der Ileosakralregion herrühren; erst dann kann der eigentliche Eingriff erfolgen. "Die Operation ist mit eineinhalbstunden recht kurz und findet in unserer modernen Tagesklinik statt; der Patient kann meist am selben oder am nächsten Tag das Spital verlassen", konkretisiert Dr. Latta, der in der letzten Woche die Therapieform vor Ärztekollegen aus aller Welt vorstellte.

Da etwa 80 % aller Menschen einmal im Leben an Kreuzschmerzen leiden, und bei bis zu einem Drittel der Kreuzschmerz von der Ileosakralregion herrührt, ergibt sich eine einfache Rechnung: Rund jedem Vierten könnte mit dieser Methode geholfen werden.

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Orthop. Spital Speising
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