- 14.05.2009, 09:51:19
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Sima zum Tag der Sonne: Neue Solaranlage für MA 48-Unterkunft
Klimaschutz in Wien auch beachtlicher Wirtschaftsfaktor: 55.000 Arbeitsplätze gesichert
Wien (OTS) - Klimaschutz ist ein bedeutender Wirtschaftsmotor -
die aktive Klimaschutzpolitik in Wien zeigt dies eindrucksvoll. "2,9
Mio. Tonnen CO2 spart die Stadt Wien dank der ambitionierten
Klimaschutzmaßnahmen pro Jahr, zugleich werden dadurch 55.000
Arbeitsplätze gesichert, das sind fast 7 % aller unselbständig
Beschäftigten in Wien", erläutert Umweltstadträtin Ulli Sima. Wien
setzt seit vielen Jahren Klimaschutzmaßnahmen in allen Bereichen. Das
jüngste Projekt wurde nun anlässlich des Tags der Sonne von
Umweltstadträtin Ulli Sima und der Bezirksvorsteherin des 11.
Bezirks, Renate Angerer, präsentiert - die MA 48 erwärmt das
Warmwasser in den Unterkünften der Müllaufleger in Simmering seit
kurzem mit umweltfreundlicher Solarenergie.
56.000 kg CO2 pro Jahr eingespart
Auf einer Fläche von 208 m2 werden jährlich 86.680 KWh
produziert, welche knapp 70 % des Warmwasserbedarfs der Unterkunft
abdecken können.
Die Menge entspricht in etwa dem Warmwasserwärmebedarf von 35
Vier-Personen-Haushalten. Die Errichtung der Solaranlage in der
Jedletzberger Straße 1 hat enorme Vorteile für die Umwelt, so werden
pro Jahr etwa 56.000 kg CO2 eingespart. Bei einer prognostizierten
Lebensdauer von 30 Jahren ergibt sich somit eine CO2-Einsparung von
1.680 Tonnen CO2. In nur neun Jahren wird sich die Investition von
ca. EUR 100.000,-- amortisiert haben. "Die MA 48 sorgt für ein
sauberes Wien und trägt dabei auch aktiv zum Klimaschutz bei",
gratuliert Bezirksvorsteherin Angerer beim Besuch der Anlage in
Simmering. Gebaut wurde die Anlage von den Wiener Unternehmen
Sonnenkraft und Sonderhof.
Wiens Klimaschutzmaßnahmen auf allen Ebenen zeigen Wirkung
Wien hat dank des KliP 1 (Klimaschutzprogramms) die geringsten
Pro-Kopf-Emissionen österreichweit. Mit dem 1999 beschlossenen
Programm werden in allen Bereichen eine Vielzahl von Maßnahmen mit
konkreten Zielen gesetzt:
1) Thewosan: Thermische Wohnhaussanierung
Bis Ende 2008 wurde die thermische Sanierung von mehr als
166.000 Wohneinheiten gefördert, davon rund 70.000 Wohneinheiten im
Rahmen von Thewosan. Der Beitrag zum Klimaschutz ist eine Reduktion
von jährlich mehr als 263.000 Tonnen CO2 insgesamt. Auf Thewosan
entfallen rund 117.000 Tonnen pro Jahr.
Durch die neue Sanierungsverordnung, die heuer Mitte Jänner in Kraft
trat, setzt Wien einen weiteren Meilenstein für qualitätsvolle, eng
an Energieeinsparungseffekte gekoppelte, Sanierungsförderungen. Durch
besonders attraktive Fördersätze werden Sanierungen auf
Passivhausstandard unterstützt.
2) Effizienzsteigerungen in den Kraftwerken:
Durch den Einsatz moderner Kraft-Wärme-Kopplungs-Technologie
sowie von Erdgas, dem emissionsärmsten fossilen Brennstoff, konnte
gegenüber der getrennten Erzeugung von Strom und Fernwärme der
jährliche Ausstoß von Kohlendioxid (CO2) um ca. 700.000 Tonnen
reduziert werden. Ausgeklügelte Filtersysteme reinigen die Abgase
zusätzlich.
3) Fernwärme forciert:
Etwa 285.000 Wohnungen sind derzeit an das Wiener Fernwärmenetz
angeschlossen (Stand: 30. September 2008). Dazu kommen einige Tausend
Betriebe. Durch die gesamte Fernwärmenutzung kommt es zu einer
jährlichen CO2-Einsparung von ca. 1.400.000 Tonnen gegenüber
Ölbetrieb (Heizöl extra leicht).
4) Erneuerbare Energien stark ausgebaut und gefördert
4a) Ökostrom:
Die Wiener Stromerzeugungsanlagen, welche Strom aus erneuerbaren
Energieträgern produzieren, leisten insgesamt eine jährliche
Stromproduktion von 1.210 GWh. Das sind 18,2 % der Wiener
Gesamtproduktion.
Einige wichtige Beispiele für Wiener Ökostromanlagen sind:
Europas größtes Waldbiomasse-Kraftwerk läuft seit September 2006 in
Simmering im Vollbetrieb. Mit der Anlage werden rund 46.000 Wiener
Haushalte mit Strom und 12.000 Haushalte mit Fernwärme versorgt. Im
Vergleich zu einem konventionellen thermischen Kraftwerk werden
144.000 Tonnen CO2 pro Jahr eingespart.
Das Kleinwasserkraftwerk Nußdorf wurde 2005 am Beginn des Donaukanals
in Wien Nußdorf errichtet. Projektpartner waren zu gleichen Teilen
Wien Energie Wienstrom, die Verbund-Austrian Hydro Power AG (AHP) und
EVN Naturkraft. Die Anlage erzeugt jährlich etwa 28.100 MWh Strom und
versorgt damit mehr als 10.000 Wiener Haushalte mit sauberer Energie.
In Wien wurden auch einige Windkraftanlagen errichtet, von denen
vor allem folgende erwähnenswert sind:
Der Windpark Unterlaa in Wien Favoriten produziert seit Mitte
Dezember 2005 mit vier rund 60 m hohen Windrädern bei einer Leistung
von 4 MW jährlich 6.700 MWh Strom. Damit werden rund 2.700 Wiener
Haushalte versorgt (jährliche CO2-Reduktion ca. 4.500 Tonnen).
Die Windkraftanlage Freudenau erzeugt pro Jahr rund 922 MWh
Strom, was einem Jahresverbrauch von 270 Wiener
Durchschnittshaushalten entspricht. Darüber hinaus befindet sich auf
der Donauinsel eine Windkraftanlage mit einer Stromerzeugung von etwa
420 MWh im Jahresmittel.
In Wien sind derzeit rund 150 Photovoltaikanlagen in Betrieb.
Eine der größten Photovoltaikanlagen Wiens wurde am sogenannten
Bartensteinblock (Häuserblock Bartensteingasse 9/Rathausstraße 2-4)
von städtischer Stelle selbst errichtet. Der gesamte Innenbereich des
Dachausbaus, das sind 476 m2, wird zur Energieerzeugung genutzt. Die
neue Anlage hat mit einem Jahresertrag von rund 33 MWh einen Anteil
von rund 10 % am Jahresverbrauch des gesamten Amtshauses, in dem rund
500 Menschen arbeiten.
Neben anderen Photovoltaikprojekten wurde von der Wien Energie
Wienstrom GmbH eine innovative Anlage in der Lärmschutzwand
Theodor-Körner-Hof beim Margaretengürtel realisiert. Mit einer
Leistung von rund 15 Kwpeak können jährlich über 10.000 KWh Strom
umweltfreundlich erzeugt und gleichzeitig die BewohnerInnen der
Wohnhausanlage vor Verkehrslärm geschützt werden.
In der im Herbst 2008 in Betrieb genommenen
Müllverbrennungsanlage Pfaffenau werden 60 GWh Strom aus dem biogenen
Anteil des Mülls produziert.
Entlang der Wiener Hochquellenwasserleitungen sind zahlreiche
Trinkwasserwerke in Betrieb. Besonders hervorzuheben ist das
Trinkwasserkraftwerk Mauer, das im Jänner 2006 in Betrieb genommen
wurde. Ein Teil der Wassermenge, welche über die II.
Hochquellenwasserleitung nach Wien fließt, wird nun über eine
Francis-Turbine geleitet. So werden jährlich 3.500 MWh Strom aus
erneuerbarer Energie produziert, ohne die Qualität des Wiener
Trinkwassers zu beeinträchtigen. Dieses Kraftwerk, das 1.000 Wiener
Haushalte mit Strom aus erneuerbarer Energie versorgt, leistet einen
weiteren Beitrag zur Steigerung des Ökostromanteils in Wien.
Mit Wiener Kapital wurden und werden aber immer wieder auch
Ökostromanlagen außerhalb Wiens realisiert, die ebenfalls zum
globalen Klimaschutz beitragen. Beispiele dafür sind:
An der Gemeindegrenze zwischen den steirischen Gemeinden Langenwang
und Ratten wurde eine Anlage mit zehn Windkraftanlagen im Jahr 2005
fertig gestellt. Die Leistung beträgt 13 MW, was einem Energieertrag
von rund 30.170 MWh pro Jahr entspricht. Das Projekt wurde in
Kooperation zwischen der Wien Energie Wienstrom GmbH und der Ecowind
GmbH durchgeführt. Die zehn Windkraftanlagen versorgen umgerechnet
etwa 13.000 Wiener Haushalte mit Strom. Die Wien Energie Wienstrom
GmbH errichtete in Ungarn den Windpark Levél mit einer Gesamtleistung
von 24 MW. Seit 2008 werden dort jährlich rund 51.000 MWh Strom
erzeugt.
4b) Öko-Fernwärme:
Eine ganz besonders wichtige Maßnahme ist die umweltfreundliche
Abwärmenutzung zur Fernwärmeerzeugung in Wien. Fernwärme wird in Wien
zu 96 % aus reiner Abwärmenutzung erzeugt. Dabei ist Abwärme Energie,
die ohne die Verwendung zur Fernwärmebereitstellung ungenutzt
verloren gehen würde. Diese Abwärme kommt zu 71,1 % aus der
Stromerzeugung in modernen KWKs und zu 24,7 % aus
Abfallverbrennungsanlagen sowie zu einem sehr geringen Anteil aus
Industrieanlagen - nur 4,2 % müssen konventionell unter Einsatz von
Erdgas oder Heizöl als Brennstoff zur Deckung des Spitzenbedarfs
erzeugt werden. Um dem Kunden 1,0 MWh Wärme zur Verfügung zu stellen,
sind lediglich 0,32 MWh an fossilen Brennstoffen nötig. Der
überwiegende Rest wird durch die Nutzung von Abwärme zur Verfügung
gestellt.
Durch moderne thermische Abfallverwertung inklusive
Abwärmenutzung und Kompostierung wurden im Jahr 2004 um rund 780.000
Tonnen CO2-Äquivalent weniger emittiert, als im Falle einer
Deponierung der kommunalen Abfälle.
Für die neue Müllverbrennungsanlage (MVA 3) am Standort
Pfaffenau (Simmering) erfolgte 2006 die Grundsteinlegung. Seit
September 2008 werden dort rund 250.000 Tonnen Restmüll für die
Erzeugung von 65 GWh Strom und 410 GWh Fernwärme genutzt. Die
Fernwärmeleistung der Anlage entspricht dem Jahresverbrauch von ca.
50.000 Haushalten in Wien. Außerdem können mit dem produzierten Strom
ca. 5.300 Haushalte versorgt werden.
Das Waldbiomasse-Kraftwerk Simmering wird als KWK-Anlage betrieben
und speist pro Jahr rund 90.000 MWh in das Wiener Fernwärmenetz ein.
Seit Herbst 2007 werden 10.000 Tonnen biogene Abfälle aus der
Biotonne und 7.000 Tonnen Speisereste aus Wiener Großküchen und
anderen Quellen im Vollbetrieb der ersten Ausbaustufe in der "Biogas
Wien" zu wertvoller Energie verarbeitet. Bei der Erzeugung von Biogas
mit einem Energieinhalt von ca. 11,2 GWh pro Jahr in der ersten
Ausbaustufe ergibt sich im Vergleich zur konventionellen
Energieerzeugung eine Einsparung von 3.000 Tonnen CO2 pro Jahr. Die
Anlage kann auf eine Jahreskapazität von 34.000 Tonnen erweitert und
ausgebaut werden. 600 Wiener Haushalte können dann mit Fernwärme
versorgt werden.
Durch die Nutzung von Erdwärme aus dem Lainzer Tunnel für die
Beheizung der Sportmittelschule in Hadersdorf werden jährlich rund
25.000 m3 Erdgas eingespart. Darüber hinaus wird im Bereich der
U-Bahn, und zwar in vier Stationen (Taborstraße, Schottenring,
Praterstern und Messe), die natürlich vorhandene Erdwärme zum Heizen
bzw. Kühlen der Station eingesetzt. Die Tunnelwände dienen dabei als
Erdwärme-Kollektoren. Mit Wärmepumpen bzw. Kältemaschinen wird das
Temperaturniveau in den Stationen je nach Bedarf gehoben oder
gesenkt.
Um den anwachsenden Bedarf an Kühlenergie decken zu können,
setzt die Fernwärme Wien in Zukunft auf das System Fernkälte. Rund 20
bis 25 Mio. Euro pro Jahr will die Fernwärme Wien in den kommenden
zehn Jahren in den Aufbau eines Fernkältenetzes mit einer Leistung
von 100 MW investieren. In "TownTown", einem Komplex von 19
Bürogebäuden im 3. Wiener Gemeindebezirk, hat man sich bereits neben
einer Fernwärmeanlage auch für eine Fernkälteanlage - die erste in
einem österreichischen Gewerbeobjekt - entschieden. Eine
Kälteversorgung im Umkreis der Abfallverbrennung Spittelau ist
derzeit in Bau und soll im Frühjahr 2009 in Betrieb gehen.
4c) Thermische Solaranlagen:
Die Errichtung von solarthermischen Anlagen wird seit Jahren
durch die Stadt Wien gefördert.
Im Jahr 2008 wurden 299 Förderanträge für Solaranlagen
behandelt, knapp doppelt so viele wie 2005. Insgesamt wurden 3.283 m2
Kollektorfläche installiert. Auch für die Wirtschaft ist ein
positiver Effekt zu verbuchen: Durch die Ausschüttung von rund EUR
575.907,-- an Fördermitteln wurde ein Investitionsvolumen von rund
3,9 Mio. Euro ausgelöst.
Insgesamt gibt es in Wien nun über 2.200 solarthermische Anlagen
mit einer gesamten Kollektorfläche von rund 35.000 m2.
5) Geförderter Wohnungsneubau - Passivhäuser forciert
Im geförderten Wohnungsneubau ist seit Jahren
Niedrigenergiehausstandard verpflichtend. Mittlerweile erfolgte die
Weiterentwicklung in Richtung Passivhausstandard. Wien weist mit mehr
als 880 fertig gestellten Wohneinheiten in Passivhausstandard schon
jetzt weltweit die höchste Dichte an mehrgeschoßigen Passivhausbauten
auf. Durch die Neubauverordnung 2007 und zusätzliche Förderungen für
Passivhäuser setzt Wien verstärkt auf diese ökologisch sinnvolle
Bauweise. So befinden sich zurzeit weitere 16 Passivhausprojekte mit
rund 1.800 Wohnungen in Bau oder in Planung.
6) ÖkoBusinessPlan Wien - win-win für Umwelt und Betriebe
Seit dem Start des ÖkoBusinessPlan Wien vor zehn Jahren wurden
rund 680 Wiener Unternehmen ausgezeichnet. Sie haben bislang über
10.000 Umweltprojekte freiwillig umgesetzt: Abfall, Energie, CO2,
Transportkilometer und Trinkwasserverbrauch wurden in beeindruckenden
Mengen reduziert. Der ÖkoBusinessPlan ist ein "Exportschlager" und
macht auch international schon Schule.
7) Öffentlicher Verkehr auf Überholspur
Das Jahr 2008 war für den öffentlichen Verkehr besonders
erfolgreich. Die Wiener Linien beförderten 803 Mio. Fahrgäste, was
einem neuen Fahrgastrekord gleichkommt. Auch konnte der 2006
eingeleitete Trend weitergeführt werden, womit auch im Jahr 2007 der
öffentliche Verkehr mit 35 % Marktanteil einen höheren Modal Split
(Wegeanteil) als das Auto (32 %) erzielen konnte. 6 % der
BewohnerInnen Wiens entschieden sich somit in den letzten Jahren
sukzessive für den öffentlichen Verkehr statt für das Auto.
Zurückzuführen ist diese erfreuliche konstante Entwicklung auf den
weiteren rasanten Ausbau und die konsequent fortgesetzte
Attraktivierung des ÖV-Netzes in Wien.
8) Biolebensmittel in städtischen Einrichtungen boomen
Der Einsatz von biologischen Lebensmitteln innerhalb der Stadt
Wien in Schulen, Kindergärten und Krankenhäusern wurde laufend
gesteigert. So sind Biolebensmittel u. a. seit Jänner 2003 täglicher
Bestandteil der Mahlzeiten in den Kindertagesheimen der Stadt Wien -
inzwischen mit einem Bioanteil von über 50 % (!) - und auch an 92
Wiener Schulen steht Bio auf dem Speiseplan. Der Bioanteil bei den
verwendeten Lebensmitteln liegt bei den Pensionistenwohnhäusern um
die 20 %. Der Wiener Krankenanstaltenverbund begann 1996 mit der
Einführung biologischer Lebensmittel und steigerte den Anteil der
eingesetzten Bioprodukte inzwischen auf 32 %. Wobei alle Backwaren
und alle Milchprodukte - ausgenommen Käse - sogar zu 100 5 aus
biologischer Landwirtschaft stammen. Durch den Kauf von biologischen
Lebensmitteln stadtintern können jährlich rund 20.000 Tonnen CO2
eingespart werden.
o Alle Klimaschutzmaßnahmen der Stadt Wien unter: www.wien.at/umwelt/klimaschutz/
rk-Fotoservice: www.wien.gv.at/ma53/rkfoto/
(Schluss) vor
Rückfragehinweis:
PID-Rathauskorrespondenz:
www.wien.at/vtx/vtx-rk-xlink/
Mag.a Anita Voraberger
Büro der Wiener Umweltstadträtin
Tel.: 01/4000-81353
E-Mail: [email protected]
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