Elektro- und Elektronikindustrie: Nulllohnrunde war nie ein Thema

FEEI-Hochleitner: Angebot entspricht der Tradition der letzten Jahre / Umsätze in der EEI fielen im ersten Quartal 2009 im Schnitt um 30%

Wien (OTS) - Trotz der seit dem 3. Quartal 2008 kontinuierlich schlechter werdenden wirtschaftlichen Lage hielt die Elektro- und Elektronikindustrie an den KV-Verhandlungen für die rund 60.000 Beschäftigten im Frühjahr 2009 fest. Sowohl eine Null-Lohnrunde als auch Lohn- und Gehaltskürzungen oder auch eine Verschiebung des Verhandlungstermins waren für den Fachverband der Elektro- und Elektronikindustrie (FEEI) nie ein Thema. Vielmehr orientiert sich das Verhandlungsteam der Arbeitgeber-Vertreter in seinem Angebot auch heuer an der Logik der KV-Abschlüsse der vergangenen Jahre. Nicht nachvollziehbar und inhaltlich nicht begründbar ist für den FEEI daher die Demonstration am heutigen Mittwoch.

FEEI-Angebot mit Abgeltung der Inflationsrate und Reallohnsteigerung wird von Gewerkschaften abgelehnt

Das Verhandlungsteam des FEEI unterbreitete im dritten Spitzengespräch am 27. April 2009 auf Basis der von WIFO und IHS prognostizierten Jahresinflation 2009 von 0,6% bzw. 0,8% ein Angebot von 1,5%, das die Inflationsrate abdeckt und eine deutliche Reallohnsteigerung darstellt. Darüber hinaus gibt es mit den Gewerkschaften ein grundsätzliches Einvernehmen, für Unternehmen, die aufgrund der Wirtschaftskrise Umsatzeinbußen erlitten haben, Ausnahmeregelungen zu diskutieren. "Die Forderungen der Gewerkschaft bewegen sich nicht nur weit ab von jeder wirtschaftlichen Realität, sie entsprechen auch überhaupt nicht der Logik der in den vergangenen Jahren erzielten Abschlüsse. Gerade in wirtschaftlich schlechten Zeiten haben wir kein Verständnis für Forderungen, die überhaupt nicht in die derzeitige Situation passen. Wir sind bisher davon ausgegangen, dass es das Interesse der Gewerkschaftsvertreter sein muss, ein Ergebnis zu erzielen, das den wirtschaftlichen Fortbestand der Unternehmen und der damit verbundenen 60.000 Arbeitsplätze sichern hilft", zeigt FEEI-Obmann Albert Hochleitner kein Verständnis für die derzeitige Haltung der Gewerkschaften.

Elektro- und Elektronikindustrie von Konjunkturrückgang besonders stark betroffen

Die stark exportorientierte Elektro- und Elektronikindustrie ist von der Wirtschaftskrise in besonderem Ausmaß betroffen. Bereits im 4. Quartal 2008 sind die Ausfuhren um 7% zurückgegangen, bei den Auftragseingängen wurde sogar ein Minus von bis zu 20% verzeichnet. Der Abwärtstrend hat sich im ersten Quartal 2009 weiter beschleunigt, sämtliche Konjunkturindikatoren in der Branche befinden sich auf Talfahrt. "Knapp 60% der Branche mussten im ersten Quartal 2009 dramatische Umsatzeinbrüche hinnehmen. Die Rückgänge bewegen sich durchschnittlich bei 30% gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Das sind Dimensionen, die selbst große Unternehmen an ihre Grenzen bringen", beschreibt Hochleitner die derzeitige Situation.

Echte Sozialpartnerschaft erzielt Ergebnisse am Verhandlungstisch

Die Elektro- und Elektronikindustrie gilt als Vorreiter bei der Schaffung moderner arbeitsrechtlicher Rahmenbedingungen. "In den vergangenen 10 Jahren haben wir mit den Gewerkschaften am Verhandlungstisch viele schöne Ergebnisse erzielt, die immer beide Seiten zufrieden gestellt haben. Wir haben daher überhaupt kein Verständnis für populistische Maßnahmen, für die es noch dazu keine inhaltliche Grundlage gibt. Die Gewerkschaften müssen ihrem Mitgliederschwund anders begegnen als mit bedenklichen Demonstrationen zur falschen Zeit", erklärt der FEEI-Obmann und fordert die Gewerkschaften abschließend auf, zur seit Jahren bewährten Vorgangsweise zurückzukehren.

Fachverband der Elektro- und Elektronikindustrie

Der Fachverband der Elektro- und Elektronikindustrie (FEEI) vertritt in Österreich die Interessen von rund 300 Unternehmen mit 60.000 Beschäftigten und einem Produktionswert von mehr als 12 Milliarden Euro (Stand 2007). Gemeinsam mit seinen Netzwerkpartnern -dazu gehören u.a. die Fachhochschule Technikum Wien, das Forum Mobilkommunikation (FMK), ICT Austria, das UFH, das Umweltforum Starterbatterien (UFS), der Verband Alternativer Telekom-Netzbetreiber (VAT) und der Verband der Bahnindustrie (bahnindustrie.at) - ist es das oberstes Ziel des FEEI, die Position der österreichischen Elektro- und Elektronikindustrie im weltweit geführten Standortwettbewerb zu stärken.

Rückfragen & Kontakt:

Dipl. Ing. Dr. h.c. Albert Hochleitner, Obmann des FEEI
c/o Siemens Österreich AG
Tel.: 051707-21001

Dr. Lothar Roitner, Geschäftsführer des FEEI
Tel.: 01/588 39-12
E-Mail: roitner@feei.at

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