• 13.05.2009, 10:30:00
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Comeback des Habichtskauzes: Taufe der Jungkäuze im Tiergarten Schönbrunn

Außergewöhnliches Artenschutzprojekt - Jungtiere sollen Wiederansiedelung sichern

Wien (OTS) - Die drei Projektträger Land Niederösterreich,
Forschungsinstitut für Wildtierkunde und Ökologie (FIWI) und
Österreichische Bundesforste (ÖBf) haben vergangenen Herbst ein
außergewöhnliches Artenschutzprojekt für den Habichtskauz initiiert.
Nach den Zuchtmonaten im Winter sind die ersten Jungtiere nun
geschlüpft. Im Tiergarten Schönbrunn wird der wenige Wochen alte
Nachwuchs feierlich getauft. "Unser Ziel ist es", so Walter Arnold,
Vorstand des Forschungsinstituts, "rund zehn Habichtskäuze
nachzuzüchten, um im Jahr 2009 die Wiederansiedelung zu sichern." In
den Sommermonaten werden die Jungtiere im Biosphärenpark Wienerwald
und im Wildnisgebiet Dürrenstein freigelassen. "Die Zucht der
Habichtskäuze ist schwierig. Sie leben in strenger Einehe und bringen
nur unregelmäßig Junge zur Welt", so der Forschungsleiter.

Größte Waldeule Österreichs...

Als ehemals größte Eule unserer Wälder verschwand der Habichtskauz
gegen Mitte des 20. Jahrhunderts aus Österreich. Grund dafür war
einerseits sein ungewöhnlich vertrautes Verhalten gegenüber uns
Menschen und infolgedessen häufige Abschüsse. Andererseits
schrumpften gerade in der ersten Hälfte des letzten Jahrhunderts die
Lebensräume dieses "Urwaldbewohners". Durch schonenden Umgang mit dem
Wald und die Ausweisung von Schutzgebieten verbesserten sich die
Lebensbedingungen in den letzten Jahrzehnten zunehmend. Die
Unterstützung der Artenschutzziele durch die Jägerschaft ist ein
wichtiges Element am Weg zur erfolgreichen Wiederherstellung intakter
Habichtskauzpopulationen. Dadurch findet die Art heute wieder
optimale Lebensbedingungen vor.

...noch ganz klein!

Für die Wiederansiedlung werden gezüchtete Käuze herangezogen.
"Diese aufwändige Vorbereitung stellt sicher, dass wir im Ausland
keine Tiere aus Wildpopulationen entnehmen müssen", sagt
Naturschutzlandesrat Dr. Stephan Pernkopf. In Kombination mit der
Ausweisung von Schutzgebieten sichern diese Artenschutzbemühungen
nicht nur den seltenen Habichtskauz, sondern begünstigen auch eine
Reihe anderer, ebenso sensibler Tierarten wie den Zwergschnäpper oder
den Weißrückenspecht, ergänzt Pernkopf.

Wissenschaftliche Begleitforschung

Bereits im Februar als noch Schnee und Kälte die Landschaft
prägten, begannen die Habichtskäuze in Zoos und Zuchtstationen mit
der Brut. Koordiniert wird das Zuchtbuch vom FIWI an der
Veterinärmedizinischen Universität Wien. "29 Tage dauert es, bis aus
den Eiern kleine, weiße Eulenkücken schlüpfen" schildert Walter
Arnold den Brutablauf im Zuchtprojekt. "Pro Weibchen werden meist nur
2-3 Eier ausgebrütet", so der Institutsvorstand.

Wo die Käuze zu Hause sind...

"Unsere naturnahen Wälder im Biosphärenpark Wienerwald und im
Wildnisgebiet Dürrenstein stellen einen idealen Lebensraum für den
Habichtskauz dar", erklärt Georg Erlacher, Vorstand für
Forstwirtschaft und Naturschutz der Österreichischen Bundesforste.
"In einer nachhaltigen Waldwirtschaft spielt Artenvielfalt eine große
Rolle", so der Vorstandssprecher. "Mit dem Projekt leisten wir auch
einen Beitrag zur internationalen Biodiversitäts-Konvention
"Countdown 2010", deren Ziel es ist, den Verlust an biologischer
Vielfalt zu stoppen und den Schutz von Arten und Lebensräumen zu
fördern."

Starke Partner

Die Österreichische Zoo Organisation und der Verein Eulen und
Greifvogelschutz züchten die Habichtskäuze und stellen sie kostenlos
für die Freilassung zur Verfügung. Damit leisten sie einen wichtigen
Beitrag zum Artenschutz. Forstamt und Landwirtschaftsbetrieb der
Stadt Wien (MA49) unterstützen das Projekt auch tatkräftig durch die
Anfertigung zahlreicher Nisthilfen und durch den Bau einer weiteren,
ab dem Jahr 2010 genutzten Auswilderungsvoliere. Die beiden
Schutzgebiets-Verwaltungen im Biosphärenpark Wienerwald und im
Wildnisgebiet Dürrenstein tragen substantiell zur Abwicklung des
Projektes vor Ort bei.

Das Projekt wird durch ein umfangreiches Rahmenprogramm mit
Ausstellungen, Vorträgen, Foldern und einer eigenen Website unter
www.habichtskauz.at begleitet.

Weitere Infos und Downloads
www.habichtskauz.at

Rückfragehinweis:

Forschungsinstitut für Wildtierkunde und Ökologie
   Richard Zink, Tel. 0664-1306117
   
   Österreichische Bundesforste
   Pia Buchner, Tel. 02231-2123
   
   Land Niederösterreich, Naturschutzabteilung
   Katharina Kölbl, Tel. 02742-9005-15304

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