"Vorarlberger Nachrichten" Kommentar: "Die Straße als Showbühne" (Von Kurt Horwitz)

Ausgabe vom 13.05.2009

Wien (OTS) - Nach den Schülern und den Bauern sind heute Arbeiter und Angestellte an der Reihe. Vier Gewerkschaften wollen 15.000 Mitglieder in ganz Österreich auf die Straße schicken, damit sie dort ihrem Ärger über stockende Kollektivvertragsverhandlungen Luft machen. Am 25. Mai werden dann die Frächter mit Protestfahrten "ihrer Verzweiflung Ausdruck verleihen".
Ärger und Verzweiflung sind verständlich. Gegen die weltweite Wirtschaftskrise und ihre Auswirkungen kann man aber nicht wirkungsvoll demonstrieren.

Die Straße wird dadurch zur Showbühne degradiert, auf der Schüler, Bauern, Gewerkschafter, Frächter und demnächst vielleicht noch weitere Gruppen ihre Ohnmacht demonstrieren. Sie alle erregen Aufmerksamkeit, vielleicht auch Mitleid.
Mit wirksamer Hilfe dürfen sie aber nicht rechnen. Allen kann man es nicht recht machen, das wissen die Demonstranten genauso gut wie die Politiker und die Sozialpartner, denen die Demonstrationen gelten. Je mehr Menschen auf die Straße gehen, desto deutlicher machen sie mit ihren Aktionen die allgemeine Hilflosigkeit.

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