Aktuelle Studie von Allianz und AGES: Finanzkrise bringt Trendwende im Lebensstil der Österreicher

Wien (OTS) - Die herrschende Finanz- und Wirtschaftskrise nimmt erheblichen Einfluss auf Ernährung und Alltagsgewohnheiten in unserem Land. Dies geht aus einer repräsentativen Umfrage hervor, die die Allianz Versicherung gemeinsam mit der Österreichischen Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit (AGES) durchführen ließ. Mehr als ein Drittel der Bevölkerung schränkt sich bei Lokalbesuchen ein, auch bei Fast Food, Alkohol und Zigaretten wird gespart. Ebenso in Veränderung ist die Mobilität: Jeder dritte Autofahrer will angesichts der Krise öfter zu Fuß gehen oder auf die "Öffis" umsteigen.

Verändertes Ernährungsverhalten

"Deutlich merkbar wird die Lebensstil-Trendwende vor allem im Ernährungsverhalten", betont Univ. Doz. Dr. Ingrid Kiefer, AGES-Kommunikationschefin und Leiterin des Kompetenzzentrums Ernährung & Prävention der AGES. Es sei vom "Gesundheits-Standpunkt her erfreulich", dass Obst und Gemüse zu den Gewinnern der materiell schwieriger gewordenen Lebenssituation gehören, während sich jede/r fünfte Österreicher/-in bei Fastfood, Knabbereien und Fertigprodukten nunmehr zurückhält.

Häufiger gegessen als bisher werden auch Kartoffeln, Reis und Nudeln (+8 Prozent) sowie Fisch und Vollkornprodukte (+7 Prozent), weniger oft hingegen Mehlspeisen und Süßigkeiten. Sparsam ist man auch bei Alkohol und Zigaretten, während der Kaffee seinen angestammten Platz im Alltag der Österreicher behält.

Neue Qualität des Konsums

Drei von zehn Österreicher/-innen haben in den vergangenen "Krisenmonaten" Auswirkungen auf ihre persönliche Lebenssituation wahrgenommen, sieben von zehn rechnen mit nachlassendem Wohlstand in unserem Land. "Generell beginnen sich dadurch Werteprioritäten zu verschieben", ortet Allianz Vorstandsmitglied Dr. Johann Oswald positive Aspekte aufgrund der aktuellen Daten der Studie. An die Stelle von Überfluss und Convenience treten eine neue Qualität des kostenbewussteren Konsums sowie gesündere Ernährung im Kreis der Familie.

Folgende Veränderungen werden im Einkaufsverhalten nachgewiesen:
33 Prozent wollen künftig häufiger beim Diskonter einkaufen, 30 Prozent im Supermarkt verstärkt zu Handelsmarken greifen. Bioprodukte werden überwiegend als teuer identifiziert und gelten somit als weniger geeignet für Zeiten der Sparsamkeit. 35 Prozent der Befragten gaben an, weniger oft außer Haus zu essen. Reduziert werden nicht nur Restaurantbesuche, sondern auch das Essen in Betriebskantinen und Fast Food-Lokalen. Vor allem die Ostösterreicher, die Gruppe der Unter-40-Jährigen und - erwartungsgemäß - die Menschen mit niedrigem Einkommen zeigen sich hier kostenbewusst.
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Zunehmender Verzicht aufs Auto

Die Allianz-AGES-Lebensstil-Studie lässt aber noch eine weitere erfreuliche "Nebenwirkung" der Krise erkennen: Rund ein Drittel der Österreicher verzichtet öfter auf das Auto und geht zu Fuß oder benützt verstärkt öffentliche Verkehrsmittel. Frauen können sich dazu offensichtlich leichter entschließen als Männer, Menschen mit geringerem Einkommen eher als die Wohlhabenden. Und besonders häufig ist diese Reaktion auf die Krise in der Altersgruppe der 40 bis 60-Jährigen anzutreffen.

"Auf die Gesundheitsvorsorge hat die Krise bis dato Gott sei Dank keinen wesentlichen Einfluss genommen", so Oswald. Ein gewisses Kostenbewusstsein sei aber auch hier nicht zu übersehen. So wollen 20 Prozent der Befragten Leistungen, die die Krankenkasse nicht bezahlt, künftig nicht mehr in Anspruch nehmen, 17 Prozent verzichten auf den Besuch von Privatärzten.

Allianz und AGES beschäftigen sich aus verschiedenen Blickwinkeln bereits seit vielen Jahren mit den Themen Ernährung und Gesundheit. Die Entwicklung des Lebensstils der Österreicher wollen sie auch weiterhin gemeinsam beobachten, Risiken erkennen, aufzeigen und bekämpfen, betonten beide im Rahmen des Pressegespräches zur Präsentation der Studie.

AGES: Schutz für Mensch, Tier und Pflanze

Die Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit nimmt im Auftrag der Republik Österreich vielfältige Aufgaben auf dem Gebiet der Gesundheit und Ernährungssicherheit wahr. Ihr Ziel: weniger Menschen, Tiere und Pflanzen werden krank. Dazu arbeiten sieben strategische Bereiche - Landwirtschaft, Lebensmitteluntersuchung, Veterinärmedizin, Humanmedizin, PharmMed, Kompetenzzentren und Risikobewertung - interdisziplinär zusammen. In 42 Instituten und Kompetenzzentren untersuchen, begutachten und kontrollieren 1400 ExpertInnen u. a. Saatgut, Lebensmittel, Arzneimittel, Tierseuchen und Infektionskrankheiten. Aktuelle Informationen können Sie auch über den AGES-Newsticker beziehen.

Lebenslauf Univ.-Doz. Mag. Dr. Ingrid Kiefer

Leiterin der Unternehmenskommunikation und des Kompetenzzentrums Ernährung & Prävention der AGES (Österreichische Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit). Ernährungswissenschafterin und Gesundheitspsychologin am Institut für Sozialmedizin, Zentrum für Public Health der Medizinischen Universität (derzeit in Karenz). Autorin zahlreicher wissenschaftlicher Publikationen und populärer Sachbücher. Mitglied des Obersten Sanitätsrates sowie Mitglied des Fachbeirats des Fonds Gesundes Österreich. Weiters Mitglied der Kommission zur Herausgabe des Österreichischen Lebensmittelbuches (Codexkommission), Mitglied der Kommission der FAO/WHO Codex Alimentarium-Kommission (WECO) und Mitglied der EFSA Advisory Working Group on Communications.

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AGES - Österreichische Agentur für Gesundheit
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E-Mail: cc.ernaehrung@ages.at

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