Leben in Gemeinschaft

Wien (OTS) - Am 9. Mai 2009 wurde in Anwesenheit von Landesrätin Mag. Johanna Mikl-Leitner das Wohnheim Schwester Restituta in Mayerling feierlich eröffnet. 98 betagte und betreuungsbedürftige Menschen haben hier ein neues Zuhause gefunden.

"In Mayerling wird erstmals das Konzept der Wohngemeinschaft mit dem "Langenloiser Modell" verbunden", betont Heimleiter Mag. Robert Nigl. "Bei uns wird die beste pflegerische und medizinische Betreuung der BewohnerInnen verbunden mit psychologischer und/oder psychotherapeutischer Betreuung. Mit umfassender sozialer Unterstützung stellen wir Würde und Lebensqualität im Alter sicher." Die BewohnerInnen des Hauses leben in Wohngemeinschaften zu je 14 Personen. Nach ihrem persönlichen Wunsch beziehen sie Einzel- oder Doppelzimmer. Ihren Alltag bestimmen und gestalten sie selbst, so weit sie das möchten. Ziel ist, dass die BewohnerInnen ihren persönlichen Tagesrhythmus beibehalten, ihre Lieblingsspeisen essen, ihre Lieblingsmusik hören und ihren liebsten Beschäftigungen nachgehen können. Jede Wohngruppe ist mit einer Wohnküche und einem großzügig angelegten Aufenthaltsraum ausgestattet, sodass der Alltag wie zu Hause ist. Nigl: "Das sind oft Kleinigkeiten. Wenn die BewohnerInnen in der Früh aufstehen und in die Küche kommen, duftet es nach frischem Kaffee und Brot. Möglicherweise haben auch einige bei der Zubereitung des Frühstücks mitgeholfen - so wie sie es von daheim gewohnt sind. Das ist doch ganz etwas anderes, als wenn der Kaffee in großen Thermoskannen aus einer weit entfernten Zentralküche kommt." Solche Elemente strukturieren den Tag, schaffen Vertrautheit mit der Umgebung, lassen persönlichen Gestaltungsspielraum zu.

Zieht ein neuer Bewohner/eine neue Bewohnerin in das Schwester Restituta Haus ein, wird entsprechend dem Langenloiser Modell ein individueller Betreuungs- und Behandlungsplan ausgearbeitet - aus pflegerischer, medizinischer und gerontopsychologischer Sicht. Die psychologische Betreuung konzentriert sich auf Unterstützung bei wichtigen Themen des Lebens, vom Übertritt in den letzten Lebensabschnitt bis zur Sterbebegleitung. Die Angehörigen der BewohnerInnen werden in diese Betreuung sinnvollerweise miteinbezogen. "Entscheidend ist, dass die psychologische Betreuung immer nur im Einverständnis mit den BewohnerInnen erfolgt", so Nigl. Besonderes Augenmerk wird auf Menschen mit Demenzerkrankungen gelegt, um gegebenenfalls möglichst früh mit therapeutischen Maßnahmen beginnen und damit das Fortschreiten der Demenz verzögern, oder sogar stoppen zu können.

Die Betreuung von Demenzerkrankungen reicht aber weit über die BewohnerInnen des Schwester Restituta Hauses hinaus. Die neu gegründete Memory-Ambulanz wird ein Zentrum zur Früherkennung und -behandlung von Demenzerkrankungen in der Region werden. Nigl betont:
"Es ist wissenschaftlich unumstritten und wir sehen das auch in der Praxis: Je früher eine Demenzerkrankung erkannt wird und je früher therapeutische Maßnahmen einsetzen, umso besser kann die Erkrankung in Schach gehalten und ihre Entwicklung verzögert werden." Die Memory-Ambulanz steht allen Betroffenen offen. Die Kosten der Behandlung übernimmt nach Zuweisung durch einen Arzt zum Teil die Krankenkasse.

Das Zusammenwirken all dieser Komponenten macht das "Sr. Restituta Haus - Wohnheim für pflegebedürftige Menschen" in Mayerling einzigartig und zum Modell für zeitgemäße ganzheitliche Betreuung, wie Landesrätin Mag. Johanna Mikl-Leitner in ihrer Festansprache betonte. "Dem Land Niederösterreich ist es wichtig, dass jeder, der Hilfe braucht, die auch bekommt." Deshalb werde das Land Niederösterreich das soziale Netz künftig weiter ausbauen und dafür bis 2011 205 Millionen Euro investieren. Mikl-Leitner: "Da wird auch in wirtschaftlich schwierigen Zeiten nicht gespart. Das soziale Netz darf nicht brüchig werden."

Namensgeberin Schwester Restituta

Benannt wurde das neue Wohnheim in Mayerling nach Schwester Restituta, einer der bekanntesten Ordensschwestern der Franziskanerinnen der christlichen Liebe, die aufgrund des Stiftungsbriefs von Kaiser Franz Josef rund 100 Jahre lang in Mayerling pflegerische Arbeit leisteten. Am 18. Februar 1942, am Aschermittwoch, wurde Schwester Restituta von Beamten der Gestapo verhaftet und am 29. Oktober 1942 zum Tod verurteilt, vollstreckt am 30. März 1943. Am 21. Juni 1998 wurde Schwester Restituta von Papst Johannes Paul II. Wiener Heldenplatz seliggesprochen. Zu ihrem Andenken wird in der historischen Kapelle in Mayerling eine permanente Ausstellung eingerichtet.

Wichtige Eckdaten:

Bauherr: Heimat Österreich gemeinnützige Wohnungs- und Siedlungsgesellschaft mbH.

Architekt: DI Johann Konvicka

Betreibergesellschaft: FOQUS Management Und Beratung GmbH

Nettonutzfläche:ca. 5.000 m2

Gesamtinvestitionskosten: Gesamterrichtungskosten: (Baukosten inkl. Baunebenkosten) Ca. 11 Mio. Euro 9,6 Mio. Euro; davon rd. 4,8 Mio. Euro durch einen Annuitätenzuschuss des Landes NÖ gefördert 1. Bauteil - Neubau (Wohngemeinschaften): 2. Bauteil -
Umbau "Gästehaus" (Verwaltungstrakt): Baubeginn März 2007 Fertigstellung Jänner 2008 Baubeginn Februar 2008 Fertigstellung Jänner 2009

Rückfragen & Kontakt:

Für Privatpersonen
Schwester Restituta Wohnheim in Mayerling,
Mayerling 4, 2434 Alland
Tel. 022 58/76 121-900
office@pflegezentrum-mayerling.at
www.pflegezentrum-mayerling.at

Für die Presse:
senft&partner
Susanne Senft
Praterstraße 25a/13, 1020 Wien
Tel. 01/219 85 42-0
s.senft@senft-partner.at

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | SFT0001