• 07.05.2009, 13:07:58
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Stöger: Ausbau und Weiterentwicklung der Palliativ-Einrichtungen wichtig

"Auseinandersetzung mit Schwerkranken zeigt Qualität des österreichischen Gesundheitssystems"

Wien (SK) - Gesundheitsminister Alois Stöger sprach sich bei der
heutigen Pressekonferenz anlässlich des 11. Europäischen
Palliativ-Kongresses für den Ausbau und die Weiterentwicklung von
Palliativ-Einrichtungen und Hospizen aus. Zur Verbesserung des
Gesundheitswesens müsse auch ein Kulturwechsel stattfinden,
dahingehend, das Sterben auch als Teil des Lebens zu sehen, so der
Gesundheitsminister. Die Tatsache, dass der Europäische
Palliativ-Kongress in Österreich stattfindet, bringe jedenfalls zum
Ausdruck, dass sich das österreichische Gesundheitssystem mit der
Frage nach dem Umgang mit Schwerkranken und dem Sterben naher
Menschen auseinandersetze. "Diese Auseinandersetzung zeigt die
Qualität unseres Gesundheitssystems", betonte Stöger. ****

Die demographische Entwicklung in Österreich erfordere, so Stöger
weiter, dass man sich verstärkt mit der Betreuung und Pflege schwer
kranker Menschen auseinandersetzen müsse. Die Bundesregierung bekenne
sich deshalb im Regierungsprogramm zum Ausbau von Hospiz- und
Palliativ-Einrichtungen. Stöger betonte, dass "der Ausbau und die
Weiterentwicklung auch im Bereich der Ausbildung eine der wichtigsten
Aufgaben des Gesundheitssystems sind".

Gleichzeitig machte Stöger darauf aufmerksam, dass vor allem im
Sozial- und Gesundheitswesen die Zuständigkeiten des Bundes sehr
begrenzt und für den Ausbau von Einrichtungen zur Palliativpflege die
Länder verantwortlich seien. Ebenfalls zu berücksichtigen wäre, dass
unterschiedliche Regionen, unterschiedliche Geschwindigkeiten in der
Weiterentwicklung erreichen. Dennoch seien, so Stöger, erfolgreiche
Initiativen, um mit den verantwortlichen Gruppen Gespräche zu führen,
die Systemgrenzen zu überschreiten und geeignete Maßnahmen und
Rahmenbedingungen zu schaffen, bereits gestartet worden. Positiv zu
bewerten sei überdies, dass in vielen Landesgesundheitseinrichtungen
und in deren Plattformen, bereits Projekte über die Grenzen der
Systeme hinaus zustande gekommen seien.

Fragen der Finanzierung, so Stöger weiter, seien immer auch Fragen
nach der Bereitwilligkeit der Gesellschaft, die notwenigen Mittel zur
Verfügung zu stellen. "Bemerkenswert ist", machte Stöger aufmerksam,
"dass im Zusammenhang mit dem Gesundheitssystem immer weniger von
Wertschöpfung als vielmehr von Kosten gesprochen wird. Das ist nicht
immer berechtigt, zumal der Gesundheitsbereich auch Arbeitsplätze für
viele Menschen bietet." Klar sei jedenfalls: "Eine Weiterentwicklung
im Gesundheitsbereich in Zeiten der Krise ist schwierig, aber nicht
ausgeschlossen", bekräftigt der Gesundheitsminister.

Abschließend betonte Stöger, dass die Menschenwürde ein zentrales
Element des österreichischen Sozialstaates und dass man im
Gesundheits- und Sozialwesen zur Achtung der Menschenwürde
verpflichtet sei. In diesem Sinn plädiere er, Stöger, für ein
"Selbstbestimmungsrecht der Patienten bezüglicher ihrer eigenen
Betreuung und Pflege" und dafür, dass mehr Öffentlichkeitsarbeit
betrieben werden um aufzuzeigen, dass das Ende des Lebens auch als
Teil des Lebens zu sehen ist. "Wir müssen uns bemühen, die Situation
der Betroffenen im Alltag zu verbessern", so der Gesundheitsminister
abschließend. (Schluss) ab

Rückfragehinweis:
SPÖ-Bundesorganisation, Pressedienst, Tel.: 01/53427-275,
Löwelstraße 18, 1014 Wien, http://www.spoe.at/online/page.php?P=100493

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