- 07.05.2009, 10:35:00
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Arbeitsbedingungen für Spitalsärzte zunehmend schlechter
Überlange Arbeitszeiten, zunehmende Bürokratie und überfüllte Ambulanzen - Ärztekammer startet Imagekampagne: "Die Wiener Spitalsärzte sind immer für Sie da!"
Wien (OTS) - Zunehmende Bürokratie auf Kosten von
Behandlungszeiten, Personalknappheit, übervolle Ambulanzen und
ständiger Zeitdruck - die Arbeitsbedienungen für Spitalsärzte werden
zusehends schlechter. Mit einer groß angelegten Informationskampagne
will nun die Ärztekammer auf die aktuellen Probleme sowie auf die
"trotz schwieriger Arbeitsbedingungen hervorragende Qualität der
ärztlichen Leistungen in den Spitälern" hinweisen, betont
Ärztekammerpräsident Walter Dorner im Rahmen einer Pressekonferenz in
Wien. ****
Jeder Mensch habe ein Bild im Kopf, wenn man ihn nach der
Tätigkeit eines Spitalsarztes frage: "Ein privilegierter Berufsstand,
die Ärzte verdienen viel, arbeiten aber auch viel und machen manchmal
Fehler." Doch bei genauerem Nachfragen hätten wenige eine konkrete
Vorstellung von der Arbeit eines Mediziners in einem Krankenhaus.
Laut Dorner bestehen "Informationslücken über Arbeitszeiten, die hohe
Verantwortungsbereitschaft oder etwa die Belastung durch die
Nachtdienste". Wenig Wissen gäbe es auch über die diagnostische
Arbeit der Spitalsärzte.
Mithilfe unterschiedlicher medialer Schwerpunkte - mobile
Pappfiguren, City Lights, Radiospots und Zeitungsinterviews - sollen
nun die hohe Qualität der ärztlichen Leistungen, aber auch die
persönliche Belastung und die Gewissenhaftigkeit der Spitalsärzte der
Öffentlichkeit vermittelt werden. "Wir wollen mit unserer Kampagne
die hohe Kompetenz, die große Einsatzbereitschaft, die langjährige
Ausbildung sowie die zahlreichen Bereitschaftsdienste der Mediziner
in den Spitälern im positiven Sinne vermitteln", meint Dorner.
Bis zu 100 Stunden wöchentlich im Dienst
Eine Studie des Instituts für Empirische Sozialforschung (IFES)
belegt recht eindrucksvoll die schlechten Arbeitsbedingungen für
Spitalsärzte. "Wir laufen Gefahr, dass immer weniger
Medizinabsolventen eine Karriere im Spital anstreben", befürchtet
Thomas Szekeres, Obmann der Kurie angestellte Ärzte und Vizepräsident
der Ärztekammer für Wien.
Laut Studie arbeitet jeder dritte Spitalsarzt in Österreich im
Durchschnitt mehr als 60 Wochenstunden, jeder zweite österreichische
Spitalsarzt kommt im Maximum auf 72 Stunden. Bei den Turnusärzten
sind es zwischen 14 und 22 Prozent, die im Maximum 99 Stunden und
mehr in der Woche im Dienst sind.
Spitalsärzte sähen sich auch zunehmend mit dem permanenten Anstieg
an bürokratischen Tätigkeiten, Dokumentations- und
Verwaltungsaufgaben konfrontiert, deren Erledigung viel Zeit in
Anspruch nehme und mit der eigentlichen ärztlichen Tätigkeit nicht
viel zu tun habe. "Mit dem Einsatz so genannter
Dokumentationsassistenten würde sich der administrative Aufwand der
Spitalsärzte reduzieren und die Mediziner hätten wieder mehr Zeit für
das Wesentliche - nämlich den Patienten", ist Szekeres überzeugt.
Mit der Imagekampagne wolle man "eine positive Gegenstimme sein,
die Moral und Leistungen der Wiener Spitalsärzte aus den Schatten
holt und den Patienten das nötige Wissen und Vertrauen in die
medizinische Leistung zurückgibt", so Szekeres.
Leistungen sichtbar machen
Im Rahmen der Kampagne sollen stellvertretend vier Spitalsärzte
vor den Vorhang gebeten werden, die den Beruf in all seinen Facetten
repräsentieren - vom jungen Turnusarzt bis hin zur erfahrenen
Oberärztin.
"Die Wiener Spitalsärzte üben mit großer Leidenschaft ihren Beruf
aus. Anders wären die langen Nachtdienste und die hohe Belastung
nicht zu meistern", betont Szekeres. Ihm ist es wichtig, dass bei der
Kampagne die ärztliche Tätigkeit im Spital aus einer realistische
Sicht vermittelt wird: "Der Arzt als Spezialist in seinem Beruf, mit
einem hohen Maß an Wissen und Können, aber auch der Arzt als 'Mensch
wie du und ich'." Der Arzt, der das Menschenmögliche tue, "der aber
genauso wie der Patient mit der Realität des teilweisen oder
gänzlichen Scheiterns seiner Bemühungen leben muss", so Szekeres
weiter.
"Der Arztberuf lebt von einem starken Vertrauensverhältnis
zwischen Arzt und Patient. Die Wienerinnen und Wiener sollen sich,
unterstützt durch die Kampagne, zu 100 Prozent sicher sein, dass
ihnen die bestmögliche medizinische Behandlung in den Krankenhäusern
zuteilwird", sind Szekeres und Dorner überzeugt, dass die Kampagne
ihr Ziel erreichen wird. (kmc)
Rückfragehinweis:
Ärztekammer für Wien - Pressestelle Dr. Hans-Peter Petutschnig Tel.: (++43-1) 51501/1223 od. 0664/1014222 Fax: (++43-1) 51501/1289 mailto:hpp@aekwien.at http://www.aekwien.at
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