- 07.05.2009, 08:54:59
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AGES: Worauf beim Kauf von Pflanzen geachtet werden sollte
Exotische Schädlinge können zur Gefahr für heimische Flora werden
Wien (OTS) - Zum Muttertag floriert der Verkauf exotischer
Pflanzen. Der weltweite Handel mit Pflanzen birgt manche Probleme:
Trotz strenger pflanzengesundheitlicher (Import-)Kontrollen an der
ersten EU-Eintrittstelle können mit Pflanzen auch gefährliche
Quarantäneschadorganismen eingeschleppt werden. Den Konsument/-innen
ist meist nicht bewusst, welche Reise Topfpflanzen, Sträucher oder
Bäume bereits hinter sich haben, geschweige, dass sie auch
gefährliche Pflanzenkrankheiten und Schädlinge beherbergen können.
Diese Schadorganismen sind nicht oder nur sehr schwer zu bekämpfen.
Sie schädigen nicht nur die betroffenen Pflanzen, sondern können sich
unter geeigneten Bedingungen auch zur Gefahr für die Landwirtschaft
oder Wälder entwickeln.
Daher sollte beim Kauf auf einige wesentliche Punkte geachtet
werden:
- Bei Laubbäumen (auch Bonsais) könnte ein Bohrloch am Übergang
zwischen Stamm und Wurzel ein Hinweis für einen gefährlichen Käfer,
den Citrusbockkäfer (Anoplophora chinensis), sein. Dieser Käfer
stammt ursprünglich aus Asien. Obwohl er in seiner Heimat vor allem
Zitrusbäume befällt, richtet er auch an zahlreichen anderen
Laubbäumen erhebliche Schäden an, darunter Ahorn, Platane, Birke,
Hainbuche, Buche, Ulme sowie Apfel, Zwetschke, Kirsche und Rose. Der
Citrusbockkäfer kann mit Bonsaipflanzen, Laubbäumen (besonders
Fächerahorn) oder durch Transportkisten eingeschleppt werden.
Mögliche Wirtspflanzen sollten daher regelmäßig auf Bohrspäne,
Ausflugslöcher und Käfer kontrolliert werden.
- Vertrocknete Triebe, Blattknospen, abgestorbene Blattteile bzw.
Blattflecken bei Sträuchern (z. B. Rhododendren) könnten auf eine
besonders gefährliche Pilzerkrankung durch Phytophthora ramorum
hinweisen. Der Krankheitserreger ruft drei verschiedene Schadsymptome
hervor: Blattflecken, Triebsterben und Kambiumnekrosen. Dabei handelt
es sich um dunkle Verfärbungen der Rinde ("Teerflecken"), aus denen
häufig dunkel gefärbter Schleim austritt. Hebt man die Rinde ab, ist
das darunter liegende Gewebe rotbraun bis schwarzbraun verfärbt. Die
Blattflecken sind meist braun bis schwarz verfärbt und scharf vom
gesunden Blattgewebe abgegrenzt. Beim Triebsterben verfärben sich die
erkrankten Triebe zunächst dunkelbraun und werden dann schwarzbraun.
- Silbrig glänzend aussehende Blätter bei Topfpflanzen (z. B.
Orchideen) könnten ein Zeichen für ein gefährliches Schadinsekt,
Thrips palmi, sein. Dieses kleine Insekt wandert, da es sehr mobil
ist, leicht auf andere Pflanzen über. In Gewächshäusern könnte es
dann schwere Schäden an Gemüse und Zierpflanzen anrichten, da es
bereits unempfindlich gegen viele Pestizide geworden ist.
- Klopfgeräusche, aber auch Ausbohrlöcher und Bohrmehl bei Palmen
können auf einen bedrohlichen Käfer, den indomalaiischen
Palmenrüssler (Rhynchophorus ferrugineus); hinweisen. Dieser Käfer,
der ursprünglich aus Südostasien stammt, wurde bereits 1994 nach
Spanien eingeschleppt. Inzwischen tritt er auch in Italien,
Frankreich, Malta, Zypern, Portugal und Griechenland auf. Als
Wirtspflanzen dienen eine Reihe von Palmen, welche auch in unseren
Breiten als Kübelpflanzen in Freiland und Wintergarten anzutreffen
sind.
AGES: Schutz für Mensch, Tier und Pflanze
Die AGES nimmt im Auftrag der Republik Österreich vielfältige
Aufgaben auf dem Gebiet der Gesundheit und Ernährungssicherheit wahr.
Ihr Ziel: weniger Menschen, Tiere und Pflanzen werden krank. Dazu
arbeiten sieben strategische Bereiche - Landwirtschaft,
Lebensmitteluntersuchung, Veterinärmedizin, Humanmedizin, PharmMed,
Kompetenzzentren und Risikobewertung − interdisziplinär
zusammen. In 42 Instituten und Kompetenzzentren untersuchen,
begutachten und kontrollieren 1400 ExpertInnen u. a. Saatgut,
Lebensmittel, Arzneimittel, Tierseuchen und Infektionskrankheiten.
Aktuelle Informationen können sie auch über den AGES-Newsticker
beziehen.
Rückfragehinweis:
AGES - Österreichische Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit GmbH Unternehmenskommunikation: Univ.-Doz. Dr. Ingrid Kiefer Spargelfeldstraße 191, A-1220 Wien Tel: +43 (0)50 555-25000 E-Mail: ingrid.kiefer@ages.at www.ages.at Amtlicher Österreichischer Pflanzenschutzdienst: Dr. Barbara Langbauer Tel: 050 555-333 09 E-Mail: barbara.langbauer@ages.at Institut für Pflanzengesundheit: Tel: 050 555-333 26 E-Mail: pflanzengesundheit@ages.at
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