E-Wirtschaft: Netz-Investitionen benötigen Finanzierung

Wien (OTS) - Österreichs E-Wirtschaft weist die Behauptung von E-Control-Chef Walter Boltz, es seien Über- und Fehlinvestitionen getätigt worden, entschieden zurück. Ein Vorziehen von Investitionen ohne gesicherte Abgeltung durch den Regulator sei nicht möglich, erklärt die Generalsekretärin des Verbands der Elektrizitätsunternehmen Österreichs (VEÖ), Barbara Schmidt.

Durch Tarifregulierung der Netze gab es für die österreichischen Stromkunden seit der Liberalisierung bisher Einsparungen in der Höhe von 625 Mio. Euro, und bis 2013 wird die Einsparung insgesamt rund 730 Mio. Euro betragen. Schmidt: "Trotz dieser Reduktion der Netztarife bis zu 40 Prozent haben wir eine noch gute Versorgungs-und Servicequalität, obwohl die Ausfallszeiten innerhalb weniger Jahre spürbar gestiegen sind." Um die Versorgungssicherheit halten zu können und die Netze an neue Anforderungen anzupassen, seien erhöhte Investitionen erforderlich, die im Netztarif anerkannt werden müssten. Schmidt zeigte sich zudem erstaunt darüber, dass der Regulator kurz vor dem Abschluss der von beiden Seiten konstruktiv geführten Gespräche über die nächste Regulierungsperiode plötzlich öffentlich "erbost" sei.

Einführung von Smart Metering kostet rund 1,6 Mrd. Euro
Die Einführung von Smart Metering in Österreich wird wesentlich höhere Kosten verursachen und noch länger dauern, als der Regulator behauptet. Schmidt: "Für rund fünf Millionen Zähler und die dazu gehörende Dateninfrastruktur sind Investitionen von rund 1,6 Mrd. Euro notwendig. Diese Investitionen sind mit dem aktuellen Messentgelt von 2,4 Euro pro Zählstelle nicht finanzierbar." Zusätzlich gibt es noch nicht einmal die notwendigen Standards für die Funktionalitäten und die Kommunikationsinfrastruktur der neuen Zähler. Schmidt: "Europaweit gibt es noch kein echtes Smart Metering. Ein überhasteter Roll-Out würde Österreich zum Versuchslabor der Industrie machen und die Konsumenten müssten die Kosten tragen."

Optimierung der Genehmigungsverfahren notwendig
Erfreulich ist aus Sicht der E-Wirtschaft dagegen, dass sich auch die E-Control für eine Optimierung der Genehmigungsverfahren im Infrastrukturbereich ausspreche. Schmidt: "Wir sind hier wirklich für jede Unterstützung dankbar."

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