• 28.04.2009, 12:00:00
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"Hast du meine Alpen gesehen?"

Eine Ausstellung über jüdische Bergsteiger und ihre Liebe zu den Alpen.

Viktor Frankls Führerabzeichen vom Alpenverein Donauland, der vom Alpenverein ausgeschlossenen ehemaligen Sektion Donauland.

Innsbruck (TP/OTS) - Hanno Loewy, Direktor des Jüdischen Museums
Hohenems, stellte im Alpenvereinshaus in Innsbruck die letzten
Sonntag in Hohenems eröffnete Ausstellung "Hast du meine Alpen
gesehen?" vor. Die Jüdischen Museen Hohenems und Wien erkunden darin
zusammen mit dem Alpenverein die "jüdische Liebe zu den Bergen" - als
Sinnbild für den frühen Antisemitismus in den alpinen Vereinen zeigt
die Ausstellung eine verschlossene Schutzhütte. Der Alpenverein lädt
seine Jugendgruppen ein, Geschichte(n) von jüdischen Bergsteigern und
des Alpenvereins zu erkunden.

Ausstellung am Sonntag in Hohenems eröffnet

Mit der Ausstellung "'Hast du meine Alpen gesehen?' Eine jüdische
Beziehungsgeschichte", die am Sonntag in Hohenems eröffnet wurde,
laden die beiden Jüdischen Museen Wien und Hohenems zu einer
Neuentdeckung der Alpen ein. "Die jüdische Liebe zu den Bergen zu
erkunden", ist das Ziel dieser Ausstellung, die anschließend in Wien
und München gezeigt werden wird.

In sieben Kapiteln erzählt die Ausstellung von Spannungsfeldern
des Alpinismus, von jüdischen Bergsteigern wie Paul Preuß, Viktor
Frankl oder Josef Braunstein, von den Alpen als Fluchtort, aber auch
vom Antisemitismus in den alpinen Vereinen.

Alpenverein als Kooperationspartner

Der Alpenverein, von den Jüdischen Museen zur Kooperation
eingeladen, nahm dies als willkommene Gelegenheit wahr, sich seiner
Vergangenheit in einem kompetenten Umfeld zu stellen und beteiligte
sich mit Recherchen und Leihgaben aus der Alpenvereinsgeschichte.

Kurz nach dem Ende des Ersten Weltkrieges breitete sich der
Antisemitismus im österreichischen Vereinswesen rasant aus. Auch die
alpinen Vereine führten sogenannte "Arierparagraphen" ein und
schlossen damit Juden aus dem Vereinsleben aus. Im größten alpinen
Verein Europas, dem damaligen 'Deutschen und Oesterreichischen
Alpenverein' führte der Antisemitismus zu einem erbitterten
mehrjährigen Streit, der 1924 mit dem Ausschluss der 1921 vorwiegend
von Juden gegründete Sektion Donauland in Wien aus dem Alpenverein
endete.

"Im Alpenverein spielte sich ein politischer Prozess ab, ein
Probelauf, ein Testfall für die Arisierung: Innerhalb von ein paar
Jahren wurden die Juden hinausgedrängt", sagt Hanno Loewy.

Angebot an die Jugend

Als aktiven und nachhaltigen Beitrag zu dieser Kooperation mit den
jüdischen Museen bietet der Alpenverein seinen Jugendgruppen ein
partizipatives Vermittlungsprojekt zur Geschichte des Alpenvereins
an, das spannende Ergebnisse erwarten lässt. Gruppen der
Alpenvereins-Jugend werden dabei selbständig Themen und
Fragestellungen, die sich aus der Ausstellung ergeben, bearbeiten und
in für sie adäquaten Formen umsetzen.

Alpenverein stellt sich seiner Geschichte

Der Alpenverein sieht diese Kooperation als einen weiteren Schritt
in der offenen Auseinandersetzung mit den Schattenseiten seiner
eigenen Geschichte, sagte Oskar Wörz, Vizepräsident des
Oesterreichischen Alpenvereins. Die Ausstellung "Hast Du meine Alpen
gesehen?" bietet dabei die einzigartige Gelegenheit, den
Antisemitismus im Alpenverein nicht, wie üblich, als Krise des
Vereins zu betrachten, sondern im breiten Rahmen der
Betätigungsfelder jüdischer Alpinisten aus der Perspektive der Opfer
dieser "Vereinspolitik" wahrzunehmen.

Die Ausstellung "Hast Du meine Alpen gesehen?" ist bis 4. Oktober
im Jüdischen Museum Hohenems zu sehen, ab 15. Dezember im Jüdischen
Museum Wien und im kommenden Jahr im Alpinen Museum München. Der
umfangreiche Katalog ist im Buchhandel sowie im Web-Shop des
Oesterreichischen Alpenvereins (alpenverein.at/shop) erhältlich.

Weitere Informationen zur Ausstellung:
http://www.jm-hohenems.at/

Bilderdownloads:
http://www.jm-hohenems.at/index.php?id=5030&lang=0

Bild(er) zu dieser Aussendung finden Sie im AOM/Original Bild
Service, sowie im OTS Bildarchiv unter http://bild.ots.at .

Rückfragehinweis:

Birgit Sohler (Jüdisches Museum Hohenems) 
   mailto:[email protected]
   Tel.: +43 (0)5576 73989-13
   
   Oskar Wörz (Vizepräsident des Oesterreichischen Alpenvereins):
   Tel.: +43 (0)664 8125181

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