AKNÖ kritisiert Kreditvergabe von Santander Bank

Versicherungspakete machen ein Viertel der Kreditsummen aus

Wien (AKNÖ) - Wenn andere Banken keinen Kredit mehr geben, "hilft" die spanische Santander Bank vielleicht doch noch: Sie treibt die KundInnen damit weiter in die Schuldenfalle. Versicherungspakete, die mit dem Kredit "verkauft" werden, verursachen horrende Rückzahlungssummen. So ergab sich in einem Fall bei einer Kreditsumme von 9.095 Euro ein Versicherungsaufwand von 2.493,90 Euro. AKNÖ-Vizepräsident Hermann Haneder kritisiert diese Geschäftspraxis und warnt davor, sich auf derartige Verträge einzulassen.

Die spanische Santander Bank ist seit Kurzem auch in Österreich aktiv. Ihr Tätigkeitsfeld deckt sich mit dem Geschäftsbereich der GE-Money Bank. Die Santander Bank ist wie ihr "Bankenzwilling" ebenfalls auf Kredite für Warenfinanzierung und Schuldenzusammenlegungen in Zusammenarbeit mit Privatkreditvermittlern spezialisiert. In der Werbung preist sie sich als unbürokratisch und problemlos bei der Kreditvergabe an. "Leider stellt sich wieder einmal heraus, dass alles, was als derart problemlos hingestellt wird, den Konsumenten teuer zu stehen kommt", sagt AKNÖ-Bankenexperte Ernst Hafrank. Ihm liegen Kreditverträge vor, die das beweisen.

Aus 6 Prozent werden Gesamtzinsen von 12 Prozent jährlich
In allen Fällen wurde zum Kredit ein Versicherungspaket zu horrenden Preisen mit verkauft. "Da ist eine Kreditrestschuldversicherung, eine Unfallzusatzversicherung, eine Arbeitsunfähigkeitsversicherung und auch eine Versicherung, die bei Arbeitslosigkeit schlagend wird, dabei. Die Prämien für die Versicherungspakete, die bei ausländischen Versicherungsgesellschaften polizziert sind, werden über das Kreditkonto finanziert, wodurch die Kreditzinsen auch auf die Versicherungsprämien angerechnet werden. Damit erhöhen sich die Kreditkosten dramatisch. Aus einem Rechnungszinssatz von 6 Prozent werden so schnell Gesamtzinsen von über 12 Prozent pro Jahr. Mit allen Nebenspesen ergibt sich vor allem durch die exorbitant hohen Versicherungsgebühren eine sehr hohe Effektivverzinsung. In Zeiten der niedrigen Kapitalmarktzinsen reden wir hier von zwölf Prozent und mehr.", erklärt Hafrank. Außerdem würden an Bearbeitungsgebühren 3,5 bis 4 Prozent verrechnet, üblich sei eine Bandbreite von 1 bis max. 3 Prozent der Kreditsumme.

Erkundigen ist besser als unterschreiben
Die AKNÖ rät allen Menschen in finanzieller Notlage, sich an die NÖ Schuldnerberatungsstellen zu wenden. "Der Spruch, es gibt immer einen Ausweg, ist zwar banal, aber er ist meist doch richtig. Besser jedenfalls, die Konsumenten fragen bei uns oder der Schuldnerberatung nach, bevor sie solch Existenz gefährdende Kreditverträge unterschreiben", sagt AKNÖ-Vizepräsident Hermann Haneder dazu.

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