- 28.04.2009, 11:41:15
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AKNÖ kritisiert Kreditvergabe von Santander Bank
Versicherungspakete machen ein Viertel der Kreditsummen aus
Wien (AKNÖ) - Wenn andere Banken keinen Kredit mehr geben, "hilft"
die spanische Santander Bank vielleicht doch noch: Sie treibt die
KundInnen damit weiter in die Schuldenfalle. Versicherungspakete, die
mit dem Kredit "verkauft" werden, verursachen horrende
Rückzahlungssummen. So ergab sich in einem Fall bei einer Kreditsumme
von 9.095 Euro ein Versicherungsaufwand von 2.493,90 Euro.
AKNÖ-Vizepräsident Hermann Haneder kritisiert diese Geschäftspraxis
und warnt davor, sich auf derartige Verträge einzulassen.
Die spanische Santander Bank ist seit Kurzem auch in Österreich
aktiv. Ihr Tätigkeitsfeld deckt sich mit dem Geschäftsbereich der GE-
Money Bank. Die Santander Bank ist wie ihr "Bankenzwilling" ebenfalls
auf Kredite für Warenfinanzierung und Schuldenzusammenlegungen in
Zusammenarbeit mit Privatkreditvermittlern spezialisiert. In der
Werbung preist sie sich als unbürokratisch und problemlos bei der
Kreditvergabe an. "Leider stellt sich wieder einmal heraus, dass
alles, was als derart problemlos hingestellt wird, den Konsumenten
teuer zu stehen kommt", sagt AKNÖ-Bankenexperte Ernst Hafrank. Ihm
liegen Kreditverträge vor, die das beweisen.
Aus 6 Prozent werden Gesamtzinsen von 12 Prozent jährlich
In allen Fällen wurde zum Kredit ein Versicherungspaket zu horrenden
Preisen mit verkauft. "Da ist eine Kreditrestschuldversicherung, eine
Unfallzusatzversicherung, eine Arbeitsunfähigkeitsversicherung und
auch eine Versicherung, die bei Arbeitslosigkeit schlagend wird,
dabei. Die Prämien für die Versicherungspakete, die bei ausländischen
Versicherungsgesellschaften polizziert sind, werden über das
Kreditkonto finanziert, wodurch die Kreditzinsen auch auf die
Versicherungsprämien angerechnet werden. Damit erhöhen sich die
Kreditkosten dramatisch. Aus einem Rechnungszinssatz von 6 Prozent
werden so schnell Gesamtzinsen von über 12 Prozent pro Jahr. Mit
allen Nebenspesen ergibt sich vor allem durch die exorbitant hohen
Versicherungsgebühren eine sehr hohe Effektivverzinsung. In Zeiten
der niedrigen Kapitalmarktzinsen reden wir hier von zwölf Prozent und
mehr.", erklärt Hafrank. Außerdem würden an Bearbeitungsgebühren 3,5
bis 4 Prozent verrechnet, üblich sei eine Bandbreite von 1 bis max. 3
Prozent der Kreditsumme.
Erkundigen ist besser als unterschreiben
Die AKNÖ rät allen Menschen in finanzieller Notlage, sich an die NÖ
Schuldnerberatungsstellen zu wenden. "Der Spruch, es gibt immer einen
Ausweg, ist zwar banal, aber er ist meist doch richtig. Besser
jedenfalls, die Konsumenten fragen bei uns oder der Schuldnerberatung
nach, bevor sie solch Existenz gefährdende Kreditverträge
unterschreiben", sagt AKNÖ-Vizepräsident Hermann Haneder dazu.
Rückfragehinweis:
AKNÖ Konsumentenberatung
Mag. (FH) Manfred Neubauer
Tel.: (01) 58883-1335
mailto:[email protected]
http://noe.arbeiterkammer.at
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