• 27.04.2009, 13:01:37
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Neue Verordnungsregelung: Leitlinienkonforme frühe Therapie der rheumatoiden Arthritis mit Biologika nun möglich - BILD

Die Rheumatoide Arthritis (rA) gilt als häufigste entzündliche Erkrankung des rheumatischen Formenkreises und ist bei einer frühzeitigen Diagnose und raschem Therapiebeginn gut behandelbar - im Bild v.l.n.r. Dr. Thomas Neumann (Wirtschaftskammer Österreich), Mag. Hanns Kratzer (Peri Consulting, Moderation), Prim. Dr. Burkhard Leeb (Vorstand der 1. und 2. medizinischen Abteilung, Landesklinikum Weinviertel Stockerau, Präsident der Österreichischen Gesellschaft für Rheumatologie), Daniela Loisl (Präsidentin der Rheumaliga), Franz Bittner (Obmann der Wiener Gebietskrankenkasse, Vorsitzender der Trägerkonferenz des Hauptverbandes der Sozialversicherungsträger) und Univ. Prof. Dr. Bernhard Schwarz (Zentrum für Public Health/Institut für Sozialmedizin der Medizinischen Universität Wien)
http://pressefotos.at/m.php?g=1&u=43&dir=200904&e=20090427_a&a=event

Wien (OTS) - Rheumatoide Arthritis (rA) gilt als häufigste
entzündliche Erkrankung des rheumatischen Formenkreises. Rund 62.500
1) Österreicher sind derzeit davon betroffen. Die Erkrankung kann
sich in jedem Alter, meistens zwischen dem 35. und 45. Lebensjahr,
bei Frauen etwa drei Mal häufiger als bei Männern, manifestieren 2).
Die rheumatoide Arthritis ist nach derzeitigem Stand der Medizin
nicht heilbar, bei einer frühzeitigen Diagnose und raschem
Therapiebeginn aber gut behandelbar. Mit dem Inkrafttreten einer
neuen Verschreibungsrichtlinie ab 1. Mai 2009 ist es nun erstmals in
Österreich auf Kosten der sozialen Krankenversicherung möglich, bei
Nichtansprechen auf die Behandlung mit 1 Basistherapeutikum sofort
auf ein Biologikum umzustellen 3).+++

"Dieser neue Regelvorschlag, der einer langjährigen Forderung
führender Experten entspricht, ist eindeutig zu begrüßen, denn er
gibt dem praktizierenden Rheumatologen größere Freiräume in der
Behandlung individueller Patienten", befürwortet Prim. Dr. Burkhard
Leeb, Präsident der Österreichischen Gesellschaft für Rheumatologie
und Rehabilitation, die neue Verschreibungsrichtlinie.
Studienergebnisse zeigen, dass ein Behandlungsbeginn innerhalb des
sogenannten "Window of Opportunity", einem Zeitraum von 3 Monaten,
die größten Erfolge verspricht 4). Die Chancen auf einen optimalen
Therapieerfolg sinken mit fortschreitendem Krankheitsverlauf. "Nicht
nur wegen der individuellen Folgen, sondern auch im Interesse der
Solidargemeinschaft sollte bei Nichtansprechen auf eine eingeleitete
Therapie ein rechtzeitiger Wechsel (nach maximal sechs Monaten) auf
eine andere Behandlungsoption nicht verabsäumt werden. In diesem
Zusammenhang geht mit großer Sicherheit die meiste - für die
Patienten wertvolle und eigentlich nicht wieder einbringliche - Zeit
im Verlauf dieser lebenslangen Erkrankung verloren", bekräftigt der
Rheumatologe Prim. Dr. Burkhard Leeb. "Wichtig ist jedoch auch eine
Bewusstseinsbildung - in der Bevölkerung, ebenso wie bei Haus- und
Fachärzten", so Daniela Loisl, Präsidentin der Rheumaliga.

Frühere Behandlungsmöglichkeit auf Kassenkosten

Ab 1. Mai 2009 wird Etanercept als einziger TNF-alpha-Blocker
bereits nach unzureichendem Ansprechen auf nur ein DMARD erstattet,
wobei Methotrexat als Mittel der ersten Wahl gilt. Bislang konnten
alle Medikamente aus der Gruppe der TNF-alpha-blockierenden Biologika
erst nach zwei erfolglosen Therapieversuchen mit DMARDs eingesetzt
werden. "Es ist davon auszugehen, dass die meisten Patienten die
ersten Symptome unterschätzen und daher erst sehr spät den Arzt
aufsuchen. Daher ist es umso wichtiger, dass der Arzt schnell die
wirkungsvollste Medikation verordnen kann. Aus Sicht einer
Betroffenen ist es darum erfreulich, dass es nun eine neue
Verordnungsregelung gibt, durch die ein rascher Umstieg (innerhalb
des "Windows of Opportunity") auf einen TNF-alpha-Blocker
gewährleistet ist", so Daniela Loisl.

Die Einführung von Methotrexat (MTX) markierte Anfang der 50er
Jahre des vorigen Jahrhunderts einen Meilenstein in der Therapie der
rheumatoiden Arthritis. Mittlerweile gehört MTX zum
Standardrepertoire jedes Rheumatologen und ist in den meisten
europäischen Ländern das in dieser Indikation am häufigsten
verwendete traditionelle DMARD. Bislang war für Patienten, die nach
einer MTX-Monotherapie nicht in Remission kamen oder nur eine LDA
("Low disease activity") aufwiesen, der Einsatz eines zweiten DMARD
vorprogrammiert. Die Bedeutung der DMARD-Kombinationstherapie bei der
frühen rheumatoiden Arthritis ist aber nach wie vor umstritten.
Eindeutige Beweise für eine Überlegenheit gegenüber einer
DMARD-Monotherapie bei Ersteinsatz ergaben sich bisher nur für den
Vergleich mit Sulfasalazin (SZZ) als Startsubstanz und/oder bei
Verwendung einer hohen Corticoiddosis als Kombinationspartner.
Entscheidend für die Prognose der Erkrankung ist von Beginn an die
engmaschige Kontrolle der Krankheitsaktivität. Daher sollte bei einem
nicht ausreichenden Ansprechen auf MTX umgehend eine
Therapiemodifikation in Betracht gezogen werden 5). Diese Empfehlung
wird durch Studiendaten untermauert, die zeigen, dass eine
nachfolgende Behandlung mit konventionellen DMARDs nach Versagen
einer initialen MTX-Therapie selten in einem DAS 6) < 2,4 resultierte
und zu einer Progression der Gelenkszerstörung führte. Unabhängig
davon zeigen Patienten mit einem Versagen einer initialen
MTX-Behandlung signifikant häufiger radiologisch sichtbare
Gelenkszerstörungen als jene mit "MTX-Erfolg"7).

Klinisch und radiologisch effektive Therapieoption früher einsetzen

Mit den Hemmstoffen des TNF-alpha steht hier eine erprobte
Therapieoption zur Verfügung, deren Effektivität bei
therapierefraktärer rheumatoider Arthritis in zahlreichen Studien
belegt ist. Als proinflammatorisches Zytokin spielt TNF-alpha eine
Schlüsselrolle bei Entzündungsreaktionen im Gelenk. Es wird von
synovialen Makrophagen sezerniert und aktiviert Fibroblasten zur
Freisetzung von knorpelschädigenden Metalloproteasen. Zusätzlich
stimuliert TNF-alpha Osteoklasten, die gemeinsam mit Fibroblasten den
gelenksnahen Knochen zerstören. Die Neutralisation dieses bei
Patienten mit rheumatoider Arthritis in hoher Konzentration in der
Synovialflüssigkeit nachweisbaren Zytokins kann daher neben der
Suppression der Krankheitsaktivität und der damit verbundenen
Beschwerdelinderung auch Gelenksdestruktionen aufhalten. "Rechtzeitig
beginnende und angemessene Therapie ist notwendig, möglich und aus
verschiedenen Perspektiven sinnvoll. Ein früher erstmaliger Einsatz
ist wichtig, weil relevante irreversible Schäden bereits im
Frühstadium gesetzt werden. Eine große Bandbreite an verfügbaren
Alternativen ist sinnvoll, weil die Wirksamkeit der
Therapiealternativen individuell unterschiedlich und zumeist zeitlich
begrenzt ist", so Univ. Prof. Dr. Bernhard Schwarz vom Zentrum für
Public Health der Medizinischen Universität Wien.

Späte Therapie kann volkswirtschaftliche Konsequenzen haben

Sieben Millionen Krankenstandstage, 2,5 Millionen Betroffene pro
Jahr: Erkrankungen des Bewegungsapparates sind in Österreich die
häufigste Ursache für Arbeitsunfähigkeit. Im Schnitt bleiben
Betroffene über zwei Wochen pro Jahr im Krankenstand 8). Die Chancen
trotz Erkrankung berufstätig zu bleiben sind bei chronischen Leiden
wie der rheumatoiden Arthritis (RA) ungleich verteilt. "Nicht zu
vergessen ist, dass eine gesundheitliche Beeinträchtigung auch über
die Wirkungsweise der Verringerung der Höhe des Erwerbseinkommens und
damit der Kaufkraft einen dämpfenden Effekt auf das
Wirtschaftswachstum hat", so Dr. Thomas Neumann von der
Wirtschaftskammer Österreich. Im Rahmen einer Studie wurden die
sozialen und ökonomischen Auswirkungen der Erkrankung auf das private
und berufliche Umfeld der Patienten untersucht. Das Ergebnis zeigt,
dass es schon in den ersten Krankheitsjahren zu einschneidenden
sozialen Veränderungen kommt. Nach Angabe der Betroffenen gehören
dazu vor allem eingeschränkte Mobilität (52 Prozent), eine
Veränderung des beruflichen Status (51 Prozent) und damit verbundene
Einkommensverluste (23 Prozent) 9). "Eine frühzeitige Therapie ist
aber nicht nur aus Patienten-, sondern auch aus ökonomischer Sicht
anzustreben", argumentiert Franz Bittner, Obmann der Wiener
Gebietskrankenkasse und Vorsitzender der Trägerkonferenz des
Hauptverbandes der Sozialversicherungsträger. "Die Folgekosten, die
ein durchschnittlicher Patient der rheumatoiden Arthritis durch
Krankenhausaufenthalte, Operationen, Krankenstände, Prothesen und
ähnliches verursacht, liegen in etwa bei 21.768 Euro pro Jahr 10) ,
was eine hohe Belastung für das Sozialsystem darstellt. Durch eine
frühzeitige, effiziente Therapie können diese Folgekosten reduziert
werden. Biologika gelten zwar als teure, jedoch hochwirksame
Medikamente. Darum muss im Interesse der Beitragszahler auf eine
vertretbare Relation geachtet werden", so Franz Bittner.

Weitere Bilder unter:
http://pressefotos.at/m.php?g=1&u=43&dir=200904&e=20090427_a&a=event

Die in diesem Pressetext verwendeten Personen- und
Berufsbezeichnungen treten der besseren Lesbarkeit halber nur in
einer Form auf, sind aber natürlich gleichwertig auf beide
Geschlechter bezogen.

1) Berechnung lt. Statistik Austria X/2007; angenommene Prävalenz 
   0,75%/Prävalenz 0,5 - 1%. Rheumatologie in Kürze, 2006: Hrsg. 
   Villinger P, Seitz M, Thieme Verlag; S.57
2) Rheumatologie in Kürze, 2006: Hrsg. Villinger P, Seitz M; Thieme 
   Verlag; S.57
3) Gilt nur für ENBREL(R) (Etanercept)
4) Nell V et al; Rheumatology 2004; 43:906-914
5) Schneider M et al; DGRh-Leitlinie, Management der frühen 
   rheumatoiden Arthritis. 2. überarbeitete Auflage, 2007, S.17
6) Disease Activity Score = Messparameter für die 
   Krankheitsaktivität der rheumatoiden Arthritis
7) Van der Kooij SM et al; Ann Rheum Dis 2007; 66(10):1356-62
8) Gesundheitsbericht der sozialen Krankenversicherung 2005, 4.8.6.1 
   Erkrankungen des Bewegungsapparates, S.173
9) Albers JMC et al; Rheumatology 1999; 38:423-430

10) Leeb B et al; The Economic Burden of Rheumatoid Arthritis,
Poster presented at EULAR 2005

Bild(er) zu dieser Aussendung finden Sie im AOM/Original Bild
Service, sowie im OTS Bildarchiv unter http://bild.ots.at .

Rückfragehinweis:
Welldone Werbeagentur GmbH im Auftrag von Wyeth Lederle Pharma GmbH
Mag. Elisabeth Kranawetvogel | Mag. (FH) Petra Plavec |
Public Relations
Lazarettgasse 19/4. OG, 1090 Wien
Tel.: 01/402 13 41-40 bzw. 20 | e-Mail: [email protected]

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