- 26.04.2009, 09:00:00
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Trübswasser: "Grüne halten Ehrung von Dr. Gerhard Staudinger für dessen Jugendarbeit beim RfJ als Schlag ins Gesicht aller bisherigen Ausgezeichneten"
Linz (OTS) - In der kommenden Sitzung der Oö. Landesregierung am
27.3.2009 soll, so der Antrag des Jugendreferats, Herrn Dr. Gerhard
Staudinger aus Linz per Beschluss das Ehrenzeichen "Verdienste um die
oö. Jugend" verliehen werden.
Mit diesem Ehrenzeichen sollen Personen ausgezeichnet werden, "die
sich im Rahmen der außerschulischen Jugenderziehung um die Jugend des
Landes Oberösterreich außergewöhnliche Verdienste erworben und
hervorragende Leistungen erbracht haben", heißt es seitens des Landes
Oberösterreich in der Richtlinie zur Vergabe dieser Ehrung.
Herr Staudinger soll das Ehrenzeichen für seine Tätigkeit für den
Ring freiheitlicher Jugend (RfJ) erhalten. Dazu bemerkte der
Menschenrechtssprecher der Grünen, Gunther Trübswasser: "Es kann
nicht sein, dass jemand, der für eine Jugendorganisation arbeitete,
die in jüngster Zeit mehrfach durch fremdenfeindliche und
diskriminierende Aktionen aufgefallen ist, eine Landeswürdigung für
hervorragende Jugendarbeit erhält."
Wie bekannt, ist der RfJ-Oberösterreich durch das Verbreiten von
Aufklebern mit der Aufschrift "Zuwanderung kann tödlich sein"
aufgefallen. Derzeit laufen auf Grund von Anzeigen - darunter vom
Chefdirigenten des Bruckner Orchesters, Dennis Russell Davies -
Verfahren wegen Diskriminierung bei den zuständigen Behörden.
Aber auch über Dr. Staudinger selbst liegen etliche Feststellungen
seitens des Dokumentationsarchivs des österreichischen Widerstands
(DÖW) vor. So u.a. im August 1998: "Staudinger selbst ist seit den
80er Jahren aktiv. Er war etwa gerngesehener Gast und Referent bei
den alljährlichen Treffen des Vereins Dichterstein Offenhausen,
welcher ihm 1988 gar eine "Ehrennadel" verlieh. Erst im April dieses
Jahres (Anm.: 1998) wurde ein Verfahren zur Auflösung des
rechtsextremen Vereines eingeleitet und diesem jede weitere
Betätigung untersagt."
Im Herbst 2002 hat der Witikobund einen Arbeitskreis Österreich
gegründet.
Über den Witikobund befand das deutsche Bundesamt für
Verfassungsschutz, es habe "eine Verdichtung von tatsächlichen
Anhaltspunkten für rechtsextremistische Bestrebungen festgestellt".
Im Witikobrief habe man darüber hinaus in letzter Zeit verstärkt
antisemitisch geprägte Textstellen registriert. Lt. DÖW wurde
Staudinger damals zum stellvertretenden Schriftführer der
Österreich-Sektion des Witikobundes gewählt.
Grünen Landessprecher und Landesrat Rudi Anschober stellt dazu fest,
dass weder Dr. Staudinger selbst, noch seine Arbeit für den RfJ dem
Geist einer Auszeichnung für hervorragende Jugendarbeit entsprächen
und kündigt an, entweder werde der Antrag am Montag von der
Tagesordnung der Regierungssitzung genommen, oder er werde den Antrag
ablehnen.
Rückfragehinweis:
LAbg. Gunther Trübswasser
0664 831 74 62
mailto: gunther.truebswasser@gruene.at
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