Armut bekämpfen - Jetzt erst recht

Wien (OTS) - Mit "AURORA plus. Neue Wege aus der Armut" wurde in
der Wiener Urania im Beisein von Sozialminister Rudolf Hundstorfer und Volkshilfe Geschäftsführer Erich Fenninger eine von der EU-Kommission unterstützte Initiative zur Armutsbekämpfung in Österreich gestartet.

In der Europäischen Union leben 78 Millionen Menschen (16%) unter der Armutsgefährdungsschwelle. In Österreich sind rund eine Million Menschen (12%) armutsgefährdet. 400.000 Frauen und Männer leben in manifester Armut (5%). Über ein Viertel der Armutsbevölkerung sind Kinder und Jugendliche (Quelle: EU-SILC 2007). Hinzu kommt das Phänomen der "working poor" - also jener Menschen, die ihr Leben trotz eines Jobs finanziell nicht, oder nur kaum bewältigen können. Volkshilfe Geschäftsführer Erich Fenninger zeigt sich über die momentane Situation alarmiert: "Neue Wege aus der Armut zu finden ist heute dringender denn je. Neben dem Sockel an Armut und Ausgrenzung, der für ein reiches Land wie Österreich schlimm genug ist, kommen jetzt noch Menschen aus der unteren Mittelschicht dazu. Da sind Lösungen gefragt."

Verstärkte Anstrengungen im Kampf gegen Armut

Dazu Sozialminister Hundstorfer: "Die Bekämpfung der Armut in Österreich steht im Zentrum meiner sozialpolitischen Vorhaben. Mit einem Mix aus arbeits- und sozialpolitischen Maßnahmen werden wir aktiv gegen Armut vorgehen. Insbesondere die Chance auf Arbeit für alle ist ein zentrales Anliegen, denn Beschäftigung ist der wichtigste Schritt im Kampf gegen Armut. Die Initiative AURORA plus ist ein bedeutender Baustein, um neue Wege aus der Armut zu finden."

Betroffene in die Diskussion miteinbeziehen

AURORA plus wird bis Dezember 2010 ein Forum für offenen Diskurs über soziale Eingliederung in Österreich bieten. In mehreren regionalen Schwerpunktveranstaltungen in Wien, Linz, Klagenfurt und Graz werden neue Wege aus der Armut aufgezeigt und diskutiert. Konkrete Lösungen für neue Wege aus der Armut werden erarbeitet, diese Vorschläge werden Politik und Verwaltung als Umsetzungsempfehlung übergeben.
Nicht nur das Fachpublikum wird diese neuen Wege suchen und finden, insbesondere auf die Einbindung betroffener Gruppen legt die Initiative großen Wert. Dazu Projektkoordinator Christian Perl: "Die Einbeziehung von Betroffenen ist notwendig, um wirklich neue Wege aus der Armut finden zu können. Denn sie sind die ExpertInnen dafür, was sie in ihrer Situation am dringendsten brauchen."

Besonderes Augenmerk wird in der Diskussion auf folgenden Schwerpunkten liegen:

  • Welchen Beitrag können Existenzsicherungssysteme (z.B. bedarfsorientierte Mindestsicherung) zur Armutsbekämpfung leisten?
  • Welche Perspektiven gibt es für besonders gefährdete Gruppen wie Alleinerziehende, ältere Frauen, MigrantInnen und Wohnungslose? Projektkoordinatorin Heidrun Feigelfeld vom SRZ: "Die Länder der EU stehen im Austausch, um ein sozialeres Europa zu gestalten. Die

Begleitung von AURORA plus durch zwei wissenschaftliche Institute soll eine gut strukturierte Aufarbeitung von Ideen für Österreich gewährleisten, die auch auf europäischer Ebene Interesse erweckt."

AURORA plus knüpft an den Erfolg der Vorgänger Initiative "AURORA. Gemeinsam gegen Armut" an (Abschluss Jänner 2008). Deren Schlussbericht bietet wichtige Grundlagen und Erkenntnisse zum Thema Armut und soziale Ausgrenzung in Österreich. (www.aurora-austria.eu)

Projektträger der Initiative sind die Volkshilfe Österreich, das Forschungsinstitut SRZ Stadt- und Regionalforschung, das Institut für Gesellschafts- und Sozialpolitik der Johannes Kepler Universität Linz und die Bundesarbeitsgemeinschaft Wohnungslosenhilfe.

AURORA plus wird im Rahmen des EU-Gemeinschaftsprogramms für Beschäftigung und soziale Solidarität (2007-2013) "PROGRESS" unterstützt und von Bundeskanzleramt, BM für Arbeit, Soziales und Konsumentschutz, BM für Frauen und öffentlichen Dienst sowie den Ländern Kärnten, Oberösterreich und Steiermark kofinanziert.

Weitere Informationen unter: www.aurora-austria.eu

Weitere Bilder unter:
http://pressefotos.at/m.php?g=1&u=43&dir=200904&e=20090424_a&a=event

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Mag. Christian Perl
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E-mail: christian.perl@volkshilfe.at

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Tel.: + 43 664 854 64 96
E-Mail: michael.walk@walkforhelp.at

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