Familienunternehmen spielen eine wesentliche Rolle in der österreichischen und europäischen Wirtschaft

Wien (OTS) -

  • 80 % aller Unternehmen in Österreich und rd. 70 % in Europa sind in Familienbesitz
  • Dominanz von Kleinst- und Kleinbetrieben
  • Nachhaltige strategische Ausrichtung der Familienunternehmen

In Österreich spielen Familienunternehmen eine zentrale Rolle. Nach Einschätzung von Experten sind 80 % aller Unternehmen in Österreich in Familienbesitz. Familienunter-nehmen beschäftigen mehr als 70 % aller Beschäftigten und können somit als das Rückgrat der österreichischen Wirtschaft bezeichnet werden.

Mehr als 70 % der Unternehmen in der Europäischen Union sind Familienunternehmen. Sie sind Arbeitgeber für rd. die Hälfte aller Beschäftigten und leisten somit einen wesentlichen Beitrag für die europäische Wirtschaft. Familienunternehmen sind schätzungsweise für rd. 40 % des Umsatzes im privaten Sektor verantwortlich. Dies geht aus einer aktuellen Studie der KMU FORSCHUNG AUSTRIA (im Auftrag der Europäischen Kommission) hervor, die zum Ziel hatte, die Situation der Familienunternehmen in 33 europäischen Ländern zu analysieren.

In Europa gibt es keine einheitliche Definition von Familienunternehmen. Generell weisen Familienunternehmen jedoch folgende Merkmale auf:

  • Das Unternehmen ist mehrheitlich im Familieneigentum.
  • Die Familie hat einen maßgeblichen Einfluß bei strategischen Entscheidungen und im Management.
  • Im Unternehmen werden Familienmitglieder in geschäftsführender oder nicht leitender Funktion beschäftigt.

Familienunternehmen unterscheiden sich von anderen Unternehmen im Bereich der Eigentumsstruktur und der internen Unternehmensorganisation. Sie zeichnen sich durch eine große Heterogenität aus: Das Spektrum der Familienunternehmen reicht von Klein- und Mittelunternehmen (KMU) bis zu Großkonzernen, wobei eine Dominanz von Mikrounternehmen (mit weniger als 10 Beschäftigten) zu beobachten ist. In einigen europäischen Ländern sind Familienunternehmen insbesondere in traditionellen und arbeitsintensiven Sektoren tätig.

Charakteristisch für Familienunternehmen ist einerseits der Zusammenhang von Familie und Unternehmen und deren wechselseitigen Beeinflussung. Die Familie steht sowohl formell wie auch informell im Mittelpunkt des Betriebes. Dies birgt natürlich Konfliktpotenziale, welche sich auf beide Sphären auswirken können.

Anstelle einer kurzfristigen Profitmaximierung liegt im Mittelpunkt der strategischen Ausrichtung der Familienunternehmen die Nachhaltigkeit des Unternehmens mit der Absicht einer familieninternen Fortführung des Unternehmens über Generationen hinaus. Familienunternehmen sind häufig älter als Nicht-Familienunternehmen. Bei familieninternen Nachfolgen wird nicht nur finanzielles Vermögen der nächsten Generation übergeben, sondern auch Sozialkapital und ein Wertekodex. Das persönliche Engagement und die starke Eingebundenheit der einzelnen Mitglieder im Unternehmen zeichnen Familienunternehmen aus. Die Wichtigkeit von persönlichen Werten führt zu einem hohen Engagement der Familienunternehmen im Bereich der sozialen Verantwortung.

Eine weitere Eigenschaft von Familienunternehmen ist die Dominanz von Familienmitgliedern im Management. Die Entscheidungs(findungs)prozesse sind vielfach informeller und können emotionaler behaftet sein. Auf Grund der Langzeitorientierung der Familienunternehmen sind die Eigentümer eher risikoavers. Gewinne werden häufiger in das Unternehmen reinvestiert. Im Bereich der Finanzierung wird eher auf eigene Mittel und Bankkredite als auf externe Kapitalgeber zurückgegriffen. Familienunternehmen weisen stabile und kontinuierliche Wachstumsverläufe auf.

Auf Grund des soziodemografischen und gesellschaftlichen Wandels wird es in Österreich zu einem Rückgang von familieninternen Nachfolgen kommen. Dies wird aus Sicht von Experten langfristig ebenfalls zu einem Rückgang der Anzahl an Familienunternehmen führen. Vor diesem Hintergrund erscheint es umso wichtiger, ein Bewusstsein über die Bedeutung der Familienunternehmen zu schaffen und die Bedürfnisse dieser UnternehmerInnen zu erkennen.

"Familienunternehmen verfolgen eine langfristige Strategie und übernehmen nur geschäftliches Risiko, das insgesamt überblickbar ist. Gerade in Zeiten wie diesen, zeigt sich, dass Nachhaltigkeit und langfristige Wachstumsverläufe - wie eben bei Familienunternehmen -vor kurzfristiger Gewinnmaximierung stehen sollte", so Mag. Peter Voithofer, stellvertretender Direktor der KMU FORSCHUNG AUSTRIA.

Die Studie (sowohl der Gesamtbericht als auch die einzelnen Länderberichte) ist unter folgender Internet-Adresse downloadbar:

http://www.ots.at/redirect.php?familie1

Rückfragen & Kontakt:

Mag. Peter Voithofer
KMU FORSCHUNG AUSTRIA
Gußhausstr. 8, 1040 Wien
p.voithofer@kmuforschung.ac.at
Tel.: +43 1 5059761

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | KMU0001