• 23.04.2009, 09:55:35
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Am 1. Mai auch an alle Forstarbeiter/-innen denken

Vom Holzfäller zum Hightechspezialisten entwickelt

Wien (AIZ) - In Österreich gibt es rund 5.000 Forstarbeiter und
Forstarbeiterinnen, davon sind etwa 600 Frauen. Aus den ehemaligen
Holzfällern sind hochqualifizierte Fachleute geworden, die in ihrem
Wirkungskreis Natur und Technik in faszinierender Weise miteinander
verbinden. Sie sorgen für die eigentliche Holzernte, für die
Aufarbeitung bei Wetter- und Schadereignissen und für die
Wiederbewaldung der Bestände.

"Am 1. Mai, dem offiziellen Tag der Arbeit, denkt kaum jemand an
sie: die Arbeiterinnen und Arbeiter im Wald. Diese hochqualifizierten
Forstfacharbeiter erledigen die eigentliche, die physische Arbeit im
Wald. Die Motorsäge ist quasi 'die Braut' des Forstfacharbeiters,
aber viele beherrschen auch die Handhabung von Vollerntemaschinen,
sogenannten Harvestern. Die weiblichen Forstarbeiter sind
vorzugsweise in der Waldpflege, in der Aufforstung und in den
Forstgärten beschäftigt", beschreibt Christian Mandl, Vorsitzender
des Österreichischen Landarbeiterkammertages, die harte Arbeit seiner
Mitglieder.

Natur und Technik als Faszination

Forstarbeiter ist wieder ein überaus gefragter Beruf mit viel
technischem Potenzial und großer Faszination. Die Arbeit in und mit
der Natur ist attraktiver denn je. Fitness, Wetterfestigkeit und eine
starke körperliche Konstitution sind für diese überaus anstrengende
Tätigkeit unabdingbare Grundvoraussetzungen. Aber auch eine
ordentliche Portion Grips ist gefragt. Drei Jahre Lehre und ständige
Weiterbildung machen aus den Lehrlingen hochqualifizierte
Forstfacharbeiter. Die Schülerzahlen in den Berufsschulen und
Ausbildungsstätten sind wieder deutlich im Steigen, die Zahl der in
der Forstarbeit Beschäftigten auch.

Fachkräfte mit der Lizenz zum Bäumepflanzen und -ernten

In Österreich werden jährlich mehr als 20 Mio. Festmeter Holz
geerntet. Zunehmende Wetterereignisse, wie Windwürfe und Brüche,
machen aus der eigentlichen Erntearbeit sehr oft ein
lebensgefährliches Unterfangen. Der Wettlauf mit dem Borkenkäfer und
den sinkenden Holzpreisen trägt zur Verschärfung der Situation bei.
Aufgrund der äußeren Rahmenbedingungen ist der Beruf
"Forstfacharbeiter" (so die richtige Bezeichnung) eine der letzten
"echten" Männer-Domänen geblieben. In Österreich gibt es lediglich
rund 600 Forstarbeiterinnen. Diese sind aber zum überwiegenden Teil
in der Waldpflege und der Aufforstung tätig.

Dank an unsere Helden des Waldes

"Unser Wald in Österreich hat unendlich viele Funktionen. Er ist
Holzlieferant, erfüllt Freizeitträume, ist Nerventherapeut, sorgt für
Biomasse, sauberes Wasser und hervorragende Luft sowie Schutz vor
Naturgefahren. All diesen Funktionen muss er wie ein Wunderknabe
gleichzeitig gerecht werden. Die Ökonomie stellt ebenso ihre
Ansprüche wie die Ökologie. Im heimischen Wald, der überwiegend
Wirtschafts- und Kulturwald ist, wird außerdem auch vorbildlich
Nachhaltigkeit gelebt. Es sind unsere Forstfachkräfte, die unserem
Wald die notwendige Pflege angedeihen lassen und manchmal sogar ihr
Leben dafür einsetzen. Der 1. Mai ist somit auch der große Tag
unserer Helden des Waldes", so Hans Resch, Präsident, und Hermine
Hackl, Geschäftsführerin des Vereins wald.zeit Österreich.

Wald als hoher Wirtschafts- und Identifikationsfaktor

Rund die Hälfte der österreichischen Staatsfläche (47%) ist von
Wald bedeckt. Die Forst- und Holzwirtschaft repräsentiert 250.000
Arbeitsplätze. 150.000 Familienforstbetriebe leben vom Wald. Holz
leistet einen jährlichen Produktionswert von über EUR 10 Mrd. Nach
dem Tourismus ist Holz der zweitgrößte Aktivposten in der nationalen
Leistungsbilanz. Österreich hat zudem eine international höchst
anerkannte Forstwirtschaft und eine innovative Holzforschung mit
Weltruf. Außerdem nimmt unser Land eine Vorreiterrolle im
Biomassebereich ein. Der Wald hat nicht nur eine überaus wichtige
Umwelt- und Wohlfahrtsleistung für die gesamte Bevölkerung zu
erfüllen, sondern ist auch ein wichtiger Identifikationsfaktor der
Österreicher, auf den sie stolz sein können.

Das Forstgesetz regelt genau die Aufgabenverteilung im Wald

Im Forstgesetz ist genau geregelt, wer im Wald was tun darf und
wie viel Personal dafür notwendig ist. In Österreich gibt es die
sogenannte Bestellungspflicht. Das heißt: Forstbetriebe über 3.600 ha
müssen verpflichtend einen Forstmeister (Forstakademiker mit
Staatsprüfung) einstellen. Forstwirtschaft wird in Österreich an der
Universität für Bodenkultur gelehrt.

Betriebe ab 1.000 ha können eigenverantwortlich von einem Förster
geführt werden. Die einzige Schule in Österreich zur Ausbildung von
Förstern befindet sich in Bruck an der Mur und schließt mit Matura
ab. In der Hierarchie folgen dann die Forstwarte, die ihre Ausbildung
an der Forstfachschule in Waidhofen an der Ybbs erhalten. Forstorgane
(Forstmeister, Förster, Forstwart) haben vorzugsweise
Managementaufgaben wie Planung, Vermarktung, Organisation zu
bewältigen. Die Forstfacharbeiter und Forstfacharbeiterinnen wiederum
sorgen für die tatsächliche Holzernte und die Aufforstungen. Ihren
Beruf erlernen sie in einer eigenen Lehre oder in einer
Anschlusslehre nach einer landwirtschaftlichen Ausbildung. Weitere
Informationen gibt es im Internet unter www.waldzeit.at und
www.landarbeiterkammer.at.
(Schluss)

Rückfragehinweis:
aiz.info - Agrarisches Informationszentrum, Pressedienst
Tel.: 01/533 18 43
Fax: 01/535 04 38
Web: aiz.info
mailto: pressedienst@aiz.info

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