Neue "KÄRNTNER TAGESZEITUNG" - Kommentar: Wann, wenn nicht in der Krise (von Ralf Mosser)

Ausgabe 23. April 2009

Klagenfurt (OTS) - Wer sich für eine Vermögenssteuer stark macht, wird als Retro-Sozialist, der den Klassenkampf aus der Mottenkiste holt, stigmatisiert. Kein Wunder, denn die Argumente der Gegner (Geld könnte aus Österreich abgezogen werden; die Steuer bringt wenig) sind wenig stichhaltig. Erstens werden die Reichen mit ihrem Vermögen nicht abwandern, wenn die Vermögenssteuer in Österreich auf ein durchschnittliches EU-Niveau angehoben wird. Zweitens kann mit dieser Abgabe zwar nicht das Budget saniert werden, aber für die eine oder andere sozial- oder bildungspolitische Maßnahme reicht das Geld allemal.

Auch der Versuch, den Menschen einzureden, dass in Zeiten der Krise eine Verteilungsdiskussion keinen Sinn macht, ist untauglich. Wann, wenn nicht in der Krise soll man über eine gerechtere Verteilung der Lasten und des Vermögens reden? Die Reichen haben in den fetten Jahren überproportional profitiert, jetzt sollen sie auch mehr zahlen. Das wäre nicht nur gerecht, sondern eigentlich eine moralische Verpflichtung.

Rückfragen & Kontakt:

Kärntner Tageszeitung
Chefredaktion
Tel.: 0463/5866-502
redaktion@ktz.at

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | KTI0001