- 22.04.2009, 20:30:20
- /
- OTS0360 OTW0360
Neue "KÄRNTNER TAGESZEITUNG" - Kommentar: Wann, wenn nicht in der Krise (von Ralf Mosser)
Ausgabe 23. April 2009
Klagenfurt (OTS) - Wer sich für eine Vermögenssteuer stark macht,
wird als Retro-Sozialist, der den Klassenkampf aus der Mottenkiste
holt, stigmatisiert. Kein Wunder, denn die Argumente der Gegner (Geld
könnte aus Österreich abgezogen werden; die Steuer bringt wenig) sind
wenig stichhaltig. Erstens werden die Reichen mit ihrem Vermögen
nicht abwandern, wenn die Vermögenssteuer in Österreich auf ein
durchschnittliches EU-Niveau angehoben wird. Zweitens kann mit dieser
Abgabe zwar nicht das Budget saniert werden, aber für die eine oder
andere sozial- oder bildungspolitische Maßnahme reicht das Geld
allemal.
Auch der Versuch, den Menschen einzureden, dass in Zeiten der Krise
eine Verteilungsdiskussion keinen Sinn macht, ist untauglich. Wann,
wenn nicht in der Krise soll man über eine gerechtere Verteilung der
Lasten und des Vermögens reden? Die Reichen haben in den fetten
Jahren überproportional profitiert, jetzt sollen sie auch mehr
zahlen. Das wäre nicht nur gerecht, sondern eigentlich eine
moralische Verpflichtung.
Rückfragehinweis:
Kärntner Tageszeitung
Chefredaktion
Tel.: 0463/5866-502
mailto:[email protected]
OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS - WWW.OTS.AT | KTI






