Seeber kritisiert Bürokratieirrsinn bei Holzhandels-Regelung

Kein Schutz gegen illegale Holzbringung in der dritten Welt, aber massiver Mehraufwand für heimische Betriebe

Straßburg, 22. April 2009 (OTS-PD) "Der Wunsch der EU-Kommission zur Zurückdrängung des globalen illegalen Holzschlags ist grundsätzlich zu begrüßen. Die vorgeschlagene EU-Regelung schließt aber weit über das Ziel hinaus. Sie bringt nicht mehr Schutz gegen den illegalen Holzschlag in Nicht-EU-Staaten, ertränkt die heimischen Holzproduzenten aber in einem unglaublichen bürokratischen Mehraufwand", kritisierte heute der Umweltsprecher des ÖVP-Europaklubs im Europäischen Parlaments, Dr. Richard Seeber, einen entsprechenden Vorschlag der Kommission.

Mit dem Vorschlag der Kommission müssen die Marktteilnehmer sicherstellen, dass nur legal geschlagenes Holz und daraus gefertigte Holzerzeugnisse in Verkehr gebracht werden und auf dem Markt erhältlich sind. Dies soll mittels eines Rückverfolgbarkeitssystems und einer Überprüfung durch Dritte geschehen. "Die in dem Kommissionsvorschlag enthaltene Sorgfaltspflichtregelung bringt einen massiven Bürokratie-Mehraufwand. Anbieter und Händler von Holz und Holzerzeugnissen sollen künftig sowohl den Lieferanten als auch den Marktteilnehmer, an den das Holz geliefert wurde, feststellen und benennen können. Das ist innerhalb der EU vollkommen überschießend, denn viele Mitgliedstaaten, darunter auch Österreich, haben bereits vorbildliche Regelungen zur Sorgfaltspflicht", so Seeber.

Seeber forderte die Überarbeitung des Vorschlages, um einen sinnvolle und funktionierende Regelung zu finden, mit der der weltweite illegale Holzhandel zurückgedrängt werden könne. "Bis zu 40 Prozent der weltweiten Industrieholzerzeugung stammen aus illegalen Quellen. Das schadet nicht nur dem legalen Holzhandel und unserer heimischen Holzwirtschaft, das schadet vor allem auch
massiv dem weltweiten Klima durch einen rücksichtslosen Raubbau an den Waldbeständen", sagte Seeber abschließend.

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