Schwentner zum Girls’ Day 2009: Ein Töchtertag im Jahr reicht nicht

Gendersensible Berufsorientierung an Schulen forcieren

Wien (OTS) - Einmal im Jahr, am sogenannten Girls’ Day, steht die Berufswahl der Mädchen im Mittelpunkt: "Diese Initiative zur Förderung von Mädchen in nicht traditionellen Frauenberufen ist gut, aber nicht ausreichend. Es ist witzlos, wenn jedes Jahr die selben Forderungen wiederholt werden, ohne dass effiziente Frauenförderungsmaßnahmen umgesetzt werden. Ein massiver Ausbau einer gendersensiblen Berufsorientierung in der Schule wäre daher dringend nötig", so Judith Schwentner, Frauensprecherin der Grünen. Nach wie vor gibt es in der Arbeitswelt nur wenige weibliche Vorbilder. So wird der Girls’ Day auch dieses Jahr wieder zeigen, dass technische Berufe und die Chefsesseln nach wie vor in Männerhand sind. Denn sowohl im Bereich der technischen Berufe als auch bei den Führungspositionen hat sich in Österreich in den letzten Jahren kaum etwas bewegt. "Erschreckend ist die Einkommensschere bereits bei den Lehrlingen. So verdienen Frauen in der Lehre um 21Prozent weniger als ihre männlichen Kollegen. Die Informationen über die Verdienstchancen in den einzelnen Berufen und die bestehende Einkommensschere sollte ein fixer Bestandteil in der Berufsorientierung sein", fordert Schwentner.

Von konsequenter Frauenförderung im Arbeitsleben könne in Österreich jedenfalls nicht gesprochen werden. Es gibt derzeit noch wenige Initiativen, die Mädchen und Frauen bei einer untypischen Berufswahl unterstützen. "Die klassischen Rollenbilder, die das österreichische Schulsystem meist auch noch verstärkt, haben immer noch die größte Auswirkung auf die Berufswahl der Mädchen. Was fehlt sind durchgängige frauenfördernde Maßnahmen von der Berufsorientierung in der Schule angefangen bis hin zu den arbeitsmarktpolitischen Maßnahmen. Ein Töchtertag im Jahr ist da leider zu wenig", meint Schwentner.

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