Brenner Basistunnel - Österreichs explodierende Staatsverschuldung spricht gegen den Bau einer "Kathedrale in der Wüste"!

Schwaz in Tirol (OTS) - Das von Finanzminister Josef Pröll vorgelegte Doppelbudget 2009/10 führt dazu, dass die österreichischen Staatsschulden bis 2013 von zuletzt 62,5 auf 78 Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP) ansteigen werden.

Angesichts explodierender Staatsverschuldung fordert der "ArbeitsKreis FAHRGAST Tirol", dass das PROJEKT BRENNER BASISTUNNEL GESTRICHEN wird. Denn es ist nicht einzusehen, dass der Gürtel in allen Lebensbereichen enger geschnallt werden muss und gleichzeitig ein "Milliardenloch" realisiert werden soll, welches laut Rechnungshof die Republik Österreich bei einer fünfzigjährigen Rückzahlung mit 12 Milliarden Euro belasten wird, obwohl es weitaus KOSTENGÜNSTIGERE ALTERNATIVEN gibt. Die kostengünstigeren Alternativen wurden vom "ArbeitsKreis FAHRGAST Tirol" z.B. unter
http://www.ots.at/redirect.php?Fahrgast zusammengestellt. Zur dort
angesprochenen ALPENTRANSVERSALE, welche von MÜNCHEN über Geltendorf, Memmingen und Lindau durch den in Bau befindlichen Schweizer Gotthard-Basistunnel in das italienische INDUSTRIEDREIECK MAILAND/TURIN/GENUA führen wird, darf angemerkt werden, dass der Direktor des Schweizer Bundesamtes für Verkehr, Dr. Max Friedli, und Klaus-Dieter Josel, Konzernbevollmächtigter der Deutschen Bahn für den Freistaat Bayern, im Beisein von Bayerns Verkehrsminister Martin Zeil und Finanzstaatssekretär Franz Josef Pschierer den Finanzierungsvertrag für die Elektrifizierung der Strecke Geltendorf - Memmingen - Lindau am 17.04.2009 (!) in Memmingen unterschrieben haben. Damit ist die Finanzierungsvereinbarung von allen maßgeblichen VertragspartnerInnen unterschrieben.

Gemäß dem PRINZIP DER KÜRZESTENEN WEGE werden Güterzüge hinkünftig nicht mehr den Umweg über den Brenner nehmen müssen, sondern werden über den kürzeren Weg durch die Schweiz in das italienische Industriedreieck Mailand/Turin/Genua fahren können (sei es über München, Memmingen, Lindau im so genannten "Nachtsprung" oder sei es "rund um die Uhr" über den Rheinkorridor, dessen prioritärer Ausbau zwischen Deutschland und der Schweiz längst vereinbart wurde). Denn Güterzüge fahren nicht irgendwohin, sondern sie bedienen Industriezentren.

Der Brenner Basistunnel wird daher nichts anderes als eine "Kathedrale in der Wüste" sein, welche im Güterverkehr kaum noch eine Bedeutung haben wird. Angesichts explodierender Staatsverschuldung ist der Bau einer "Kathedrale in der Wüste" nicht länger vertretbar. Die dafür veranschlagten Budgetmittel sind zum Großteil einzusparen und ein Teil davon ist in die Ertüchtigung des BESTEHENDEN Eisenbahnnetzes in Österreich zu investieren. Denn im Bereich der Regionalbahnen ist es bereits heute so, dass wir vom "ArbeitsKreis FAHRGAST Tirol" wegen der Sanierung maroder Gleisanlagen fast schon Meter für Meter mit den Verantwortlichen herumstreiten müssen, weil bei den ÖBB hinten und vorne das Geld fehlt. Das hat sich z.B. auf der Tiroler Karwendelbahn sehr deutlich gezeigt. Auf dieser Bahnstrecke, welche nun ENDLICH saniert wird, kam es aufgrund maroder Gleisanlagen zum Nachteil betroffener Fahrgäste über viele Monate hinweg zu Dauerverspätungen. Derartige Zustände, welche umgehend zu beseitigen sind, findet man natürlich nicht nur in Tirol, sondern auch in anderen Bundesländern.

Rückfragen & Kontakt:

Martin Teißl
Sprecher des ArbeitsKreises FAHRGAST Tirol
Pirchanger 73, 6130 Schwaz in Tirol
mailto: MartinTeissl@gmx.at
http://www.fahrgast-tirol.at

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