Gallup-Studie: Österreicher/innen sind unverändert Fremdsprachen-Muffel - Wirtschaft leidet darunter - Grafik

79 % der Unternehmen fordern Fremdsprachenkenntnisse von Bewerber/innen - Ostsprachen gewinnen immer mehr an Bedeutung

Wien (pwk281) - Für acht von zehn österreichischen Unternehmen spielen Fremdsprachenkenntnisse bei der Personalrekrutierung eine Rolle. 52 % davon messen den Fremdsprachen eine sehr hohe bis hohe Bedeutung zu. Den größten Fremdsprachenbedarf sehen Unternehmen zwischen 101 und 200 Mitarbeiter/innen. 91 % davon finden, dass Fremdsprachen Bedeutung haben. Zu diesen Ergebnissen kommt eine im Auftrag des WIFI Österreich im März 2009 durchgeführte Stu¬die des Gallup-Instituts, bei der Personal¬verantwort¬liche in österreichischen Unternehmen befragt wurden.

Jedes fünfte Unternehmen beklagt negative Auswirkungen

73 % der Unternehmen testen beim Einstellungsgespräch die sprachlichen Fähigkeiten der Bewerber/innen. Fast die Hälfte der Personalverantwortlichen tut dies mündlich, 41 % lassen sich einen schriftlichen Erfolgsnachweis erbringen und 13 % testen die Kenntnisse schriftlich ab. "Bedenklich stimmt mich, dass von den Unternehmen, in denen Fremdsprachen eine hohe bis sehr hohe Rolle spielt, jeder Zehnte die Bewerber/innen diesbezüglich nicht über¬prüft", meint Dr. Michael P. Walter, Kurator des WIFI Österreich. "Dies schlägt sich doch auch auf den Unternehmenserfolg nieder und das belegen auch die Studienergebnisse: Jedes fünfte Unternehmen beklagt aufgrund der mangelnden Fremdsprachenkenntnisse ihrer Mitar-beiter/innen negative Auswirkungen auf den Unternehmenserfolg. Diese reichen von Beschwer¬den, Zusatzkosten, Kontakt¬problemen und Informationsdefiziten bis hin zu Auf-tragsverlusten!" In Ostösterreich (Wien, NÖ und Burgenland) ist sogar fast jedes dritte Unter-nehmen davon betroffen. Dies bestätigen auch die Ergebnisse einer von der europäi¬schen Kommis¬sion im Vorjahr veröffentlichten Studie, die aufzeigt, dass 11 % der Unterneh¬men aufgrund mangelnder Sprachkompetenz ihrer Mitarbeiter/innen Aufträge verlieren. Interes-sant ist auch, dass Fremdsprachen nicht nur auf der Führungsebene oder im Verkauf ge¬braucht werden, sondern mehr oder weniger quer durch alle Ebenen im Betrieb. "Gerade in Zeiten der Wirtschaftskrise, wenn wirklich jeder einzelne Auftrag zählt, wirkt sich das beson¬ders nachteilig aus."

Ostsprachen auf dem Vormarsch

Mit 81 % führt Englisch die Rangliste der wichtigsten Fremdsprachen an. Platz 2 teilen sich Italienisch und andere Sprachen (6 %: Serbisch/Kroatisch; 4 %: Tschechisch/Slowakisch; jeweils 2 %:
Ungarisch, Polnisch, Türkisch und Rumänisch)mit jeweils 21 %, dicht gefolgt von Französisch mit 20 %. Dahinter rangieren Russisch (18 %) und Spanisch (15 %). In Unternehmen, bei denen Fremd¬sprachen eine sehr hohe bzw. hohe Bedeu¬tung haben, teilt sich Russisch mit Franzö¬sisch bereits Platz 2, und die Ostsprachen sind für ein Viertel der Befragten wichtig. "Das Ranking der wichtigsten Sprachen spiegelt sich übrigens in der Nachfrage nach WIFI-Ausbildungen wider:
Auch bei uns im Haus sind Kurse für Englisch am meisten gefragt, gefolgt von Italie¬nisch, Französisch, Spanisch. Aber Russisch und Deutsch als Fremdsprache nehmen am stärksten zu", so Dr. Walter.

Nur 5 % der Bewerber/innen sehr gut

Bei der Frage wie gut die Fremdsprachenkenntnisse der Bewerber/innen seien, stellen die Befragten keine guten Zeugnisse aus. Nur 5 % der Bewerber/innen erhalten die Note "sehr gut". 50% sind "eher gut" bis "weniger gut". Wobei die Jobanwärter im Osten Österreichs mit nur 3 % "sehr gut" sowie 44 % "eher gut" am schlechtesten abschneiden.

Frauen besser als Männer

18 % der Studienteilnehmer/innen sind der Meinung, dass es Unterschiede zwischen Mann und Frau gibt. Von denen, die diese Ansicht teilen, sagen 94 %, dass Frauen besser seien.

Sprachliche Weiterbildung im Berufsleben essentiell

Rund die Hälfte der Befragten bemerkt einen Unterschied zwischen Berufseinsteigern und Bewerber/innen mit Berufserfahrung. Davon sind nahezu zwei Drittel (72 %) der Meinung, dass Berufseinsteiger bessere Fremdsprachen¬kenntnisse haben. "Dieses Ergebnis spiegelt genau unsere Erfahrungen wider. Sprache lebt davon, dass sie angewandt wird. Meistens haben Schul- und Uniabgänger zwar sehr gute Kenntnisse, jedoch bauen sie mit der Zeit ab, wenn sie die Sprache im Alltag nicht einsetzen. Daher ist es von enormer Bedeutung, dass sich Berufstätige, wie in anderen Bereichen, auch im sprachlichen Umfeld kontinu¬ier¬lich weiterbilden", betont Dr. Walter.

Keine Weiterbildung für Generation 50+

Bei der sprachlichen Weiterbildung werden junge Mitarbei¬ter/innen bevorzugt: Der Großteil, nämlich 45 % der Unter¬nehmen, lässt mehrheitlich Mitarbeiter/innen zwischen 20 und 30 Jahren sprachlich schulen. Bei 34 % der Betriebe liegt der Schwerpunkt der Ausbildungen auf Mitarbeiter/innen zwischen 31 und 49 Jahren. Lediglich 2 % der Unternehmen inves¬tieren mehrheitlich in die sprachliche Ausbildung der Generation 50+. "Auch hier wider¬sprechen sich Erwartungshaltung und Praxis. Einerseits erwarten die Unternehmen, dass ihre Mitarbei-ter/innen Fremdsprachen beherrschen und sind auch der Meinung, dass Berufsein¬steiger besser sind als ältere. Trotzdem investieren sie lieber genau in diese Gruppe und lassen die Älteren außen vor", zeigt der WIFI-Kurator die Problematik auf. Experten betonen, dass die Lernleistung beim Sprachenlernen bis ins hohe Alter erhalten bleibt, d.h. Fremdsprachen kann man ohne Leistungsabfall "lebenslang" lernen.

Sprachliche Aus- und Weiterbildung

Das WIFI bietet mit jährlich über 3.600 Sprachkursen im offenen Bereich (Kursteilnehmer-/innen finanzieren Sprachkurse vielfach privat und besuchen nahezu ausschließlich diese Weiterbildung in der Freizeit) und fast 700 Unterneh¬mens¬trainings in 20 Sprachen - von Arabisch bis Ungarisch - eine Vielzahl an Weiter¬bil¬dungs¬möglichkeiten für Sprachbegeis¬terte. Sprachtrainings werden in den WIFIs vielfältig angeboten: von Einzelcoachings für Führungskräfte über Kleingruppentrainings bis hin zu Blended-Learning-Seminaren (Kombination aus eLearning und Präsenzlernen).

WIFI-Sprachmania

"Sprachen lernen ist zwar ein kontinuierlicher Prozess, doch der Grundstein hierfür wird schon in der Jugend gelegt. Aus diesem Grund veranstalten wir jährlich die ‚WIFI- Sprachmania’, den größten Fremdsprachenwettbewerb an österreichischen AHS. Die Finalist/innen aus ganz Österreich stellen sich im heutigen Finale im WIFI Wien in den Sprachen Englisch, Französisch, Italienisch, Spanisch und Russisch einer Jury aus Lehrer/-innen", so Dr. Walter. Die Finalist/innen werden durch fremdsprachige Persönlichkeiten wie Stuart Freeman/FM4, Eric Ginestet/Regisseur und Schauspieler, Marco Di Sapia/Bariton, Julieta Rudich/ORF und Georgij Makazaria/Band Russkaja unterstützt. Der Bundeswettbe¬werb, der von zahlreichen Sponsoren (u.a. Cambridge University, British Concil Vienna und American Chamber of Commerce in Austria) unterstützt wird, findet bereits zum 15. Mal statt. Zum Jubiläum gibt es erstmals einen zusätzlichen Switch-Wettbewerb in dem die besten Schüler/innen in einer Gesprächssituation flexibel zwischen zwei Fremdsprachen wechseln müssen. (us)

Die Bekanntgabe der Sieger/innen erfolgt im Laufe des Freitagnachmittags. Eine dazu-gehörige Presseaussendung folgt am Montag, den 20. April 2009. Fotos stehen dann ebenfalls unter www.pressefotos.at zum Download bereit

Mehr Informationen zum WIFI Sprachenangebot unter:
www.wifi.at/Sprachen
Mehr Informationen zur WIFI Sprachmania unter:
www.wifi.at/Sprachmania

Anhänge zu dieser Aussendung finden Sie als Verknüpfung im AOM/Original Text Service sowie im Volltext der Aussendung auf http://www.ots.at .

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