- 15.04.2009, 10:00:00
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FH Campus Wien-Lehrender untersucht Sozialraumorientierung in der Kinder- und Jugendarbeit
Wien (OTS) - Sozialräumliche Jugendarbeit rückt den Blickwinkel
der Jugendlichen auf ihre nicht-organisierten Lebenswelten ins
Zentrum und erschließt so Bezüge und Bedürfnisse von Kindern und
Jugendlichen in städtischen Vierteln. Richard Krisch, Lehrender im
Studiengang "Sozialraumorientierung und Klinische Soziale Arbeit" und
Grundlagenreferent im Verein Wiener Jugendzentren, hat über die
"Sozialräumliche Methodik der Jugendarbeit, aktivierende Zugänge und
praxisleitende Verfahren", ein Buch verfasst, das soeben im
renommierten deutschen Juventa Verlag publiziert wurde. Krisch bringt
Praxisbeispiele, die Jugendliche beteiligen und aktivieren. Von
seinem Wissen profitieren auch die Studierenden des Master-Studiums
"Sozialraum-orientierung und Klinische Soziale Arbeit".
In Wien entwickeln sich neue Stadtteile - vom Nordbahnhof bis zum
Flugfeld Aspern. Dabei wird zunehmend die Expertise der
Sozialraumorientierung einbezogen. "Steigende
Jugendarbeits-losigkeit, Konflikte im öffentlichen Raum und Forderung
nach mehr Sicherheit tragen dazu bei, dass sich diese Disziplin nicht
nur in der Jugendarbeit, sondern immer mehr auch in der Stadtplanung
etabliert", ist Richard Krisch von der zunehmenden Bedeutung des
sozialräumlichen Arbeitsansatzes überzeugt.
Jugendszenen an nicht-organisierten Orten
In der Jugendarbeit konzentriert sich das Angebot für Kinder und
Jugendliche nicht nur auf Einrichtungen, die besucht werden können.
Ebenso wichtig ist die Präsenz an sogenannten nicht-organisierten
Orten. Ziel der Sozialraumorientierung in der Kinder- und
Jungendarbeit ist es, mittels qualitativer Methoden informelle Orte
und Räume von Kindern und Jugendlichen - ihre Qualitäten, Bedeutungen
und Funktionen - zu untersuchen. Damit werden spezifische
Lebenswelten einzelner Szenen und Cliquen unter die Lupe genommen.
Die Fragen lauten etwa: Wie erleben Kinder und Jungendliche ihren
Stadtteil? Wie sieht die Struktur der Lebensräume bestimmter
Zielgruppen aus? Welche Ressourcen finden sie vor? Aus den Antworten
heraus sollen Angebote abseits von etablierten Jugendeinrichtungen
entwickelt, aber auch Räume geplant werden.
Von strukturierter Stadtteilbegehung bis zum Nadelprojekt
"Jugendliche haben eigene sozialräumliche Aneignungsformen, die sich
dynamisch verändern und im Spannungsverhältnis zu den Bedeutungen
stehen, die die Gesellschaft Räumen zuweist", so Richard Krisch. Aus
den Wechselwirkungen zwischen Jugend und Raum heraus hat er
praktische Methoden sozialräumlicher Jugendarbeit entwickelt, die die
Aneignungsmöglichkeiten und -formen von Jugendlichen abbilden.
Verfahren wie die strukturierte Stadtteilbegehung, subjektive
Landkarten, mobile Nadelprojekte, Zeitbudgets, Jugendkulturenraster
etc. stellen Interpretationen und Deutungen der Jugendlichen in den
Vordergrund. Damit werden Jugendliche zu ExpertInnen ihrer Lebenswelt
gemacht und bekommen Mittel in die Hand, um ihre Meinung zu
artikulieren. Beim "Jugendkulturraster" etwa beschreiben Betroffene
selbst Lebensformen- und -stile von verschiedenen Jugendkulturen. Im
Falle einer "strukturierten Stadtteilbegehung" beobachten Fachkräfte
in einem ersten Schritt Stadtteile. In einem zweiten Schritt befragen
Jugendliche Gleichaltrige an deren Treffpunkten, welche Orte sie wie
nutzen oder auch nicht nutzen. Mit der Methode der "Zeitbudgets"
tragen Jugendliche in einem Tages- oder Wochenplan ein, wo sie ihre
Freizeit wie verbringen. Bei "mobilen Nadelprojekten" stecken
Jugendliche - je nach Alter und Geschlecht - verschiedenfarbige
Nadeln auf eine Stadtteilkarte, um Orte wie Wohngegenden, Treff- und
Streif- oder auch Angsträume zu bezeichnen.
Neuer Standort ab 2009
Herbst 2009 starten die Studiengänge der FH Campus Wien und
Forschungs- und Entwicklungsgesellschaften im modernsten
Fachhochschulgebäude Österreichs, Favoritenstraße 226, 1100 Wien.
FH Campus Wien
Die FH Campus Wien besteht in der heutigen Form seit 2002 und
erhielt den Status "Fachhochschule" im Sommer 2004. Mit rund 2.500
Studierenden ist die FH Campus Wien eine der größten Fachhochschulen
österreichweit und ab Herbst 2009/10 mit 3.000 Studierenden die
größte in Wien. Aus den Bereichen "Technik und Management",
"Gesundheit", "Soziales" und "Public Management" steht den
Studierenden ein Angebot an rund 40 Bachelor- und
Master-Studiengängen zur Auswahl. Die FH Campus Wien arbeitet im
Bereich "Technik und Management" mit der Universität Wien, der
Universität für Bodenkultur, der Veterinärmedizinischen Universität
Wien und der Technischen Universität Wien zusammen. Die
Gesundheits-Studiengänge werden in Kooperation mit dem Wiener
Krankenanstaltenverbund (KAV) geführt. "Public Management" wurde in
Kooperation mit dem Bundeskanzleramt entwickelt. Zahlreiche
F&E-Projekte der Studiengänge und externe Auftragsforschung werden
über eigene Forschungsgesellschaften abgewickelt. Die FH Campus Wien
ist mit Unternehmen, Organisationen und öffentlichen Einrichtungen
ebenso vernetzt wie mit Partner-Schulen aus BHS und AHS.
Rückfragehinweis:
FH Campus Wien Unternehmenskommunikation Mag.a Sonja Wallner, MAS T: +43 1 606 68 77 -6403 [email protected] www.fh-campuswien.ac.at
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