FH Campus Wien-Lehrender untersucht Sozialraumorientierung in der Kinder- und Jugendarbeit

Wien (OTS) - Sozialräumliche Jugendarbeit rückt den Blickwinkel der Jugendlichen auf ihre nicht-organisierten Lebenswelten ins Zentrum und erschließt so Bezüge und Bedürfnisse von Kindern und Jugendlichen in städtischen Vierteln. Richard Krisch, Lehrender im Studiengang "Sozialraumorientierung und Klinische Soziale Arbeit" und Grundlagenreferent im Verein Wiener Jugendzentren, hat über die "Sozialräumliche Methodik der Jugendarbeit, aktivierende Zugänge und praxisleitende Verfahren", ein Buch verfasst, das soeben im renommierten deutschen Juventa Verlag publiziert wurde. Krisch bringt Praxisbeispiele, die Jugendliche beteiligen und aktivieren. Von seinem Wissen profitieren auch die Studierenden des Master-Studiums "Sozialraum-orientierung und Klinische Soziale Arbeit".

In Wien entwickeln sich neue Stadtteile - vom Nordbahnhof bis zum Flugfeld Aspern. Dabei wird zunehmend die Expertise der Sozialraumorientierung einbezogen. "Steigende Jugendarbeits-losigkeit, Konflikte im öffentlichen Raum und Forderung nach mehr Sicherheit tragen dazu bei, dass sich diese Disziplin nicht nur in der Jugendarbeit, sondern immer mehr auch in der Stadtplanung etabliert", ist Richard Krisch von der zunehmenden Bedeutung des sozialräumlichen Arbeitsansatzes überzeugt.

Jugendszenen an nicht-organisierten Orten

In der Jugendarbeit konzentriert sich das Angebot für Kinder und Jugendliche nicht nur auf Einrichtungen, die besucht werden können. Ebenso wichtig ist die Präsenz an sogenannten nicht-organisierten Orten. Ziel der Sozialraumorientierung in der Kinder- und Jungendarbeit ist es, mittels qualitativer Methoden informelle Orte und Räume von Kindern und Jugendlichen - ihre Qualitäten, Bedeutungen und Funktionen - zu untersuchen. Damit werden spezifische Lebenswelten einzelner Szenen und Cliquen unter die Lupe genommen. Die Fragen lauten etwa: Wie erleben Kinder und Jungendliche ihren Stadtteil? Wie sieht die Struktur der Lebensräume bestimmter Zielgruppen aus? Welche Ressourcen finden sie vor? Aus den Antworten heraus sollen Angebote abseits von etablierten Jugendeinrichtungen entwickelt, aber auch Räume geplant werden.

Von strukturierter Stadtteilbegehung bis zum Nadelprojekt "Jugendliche haben eigene sozialräumliche Aneignungsformen, die sich dynamisch verändern und im Spannungsverhältnis zu den Bedeutungen stehen, die die Gesellschaft Räumen zuweist", so Richard Krisch. Aus den Wechselwirkungen zwischen Jugend und Raum heraus hat er praktische Methoden sozialräumlicher Jugendarbeit entwickelt, die die Aneignungsmöglichkeiten und -formen von Jugendlichen abbilden. Verfahren wie die strukturierte Stadtteilbegehung, subjektive Landkarten, mobile Nadelprojekte, Zeitbudgets, Jugendkulturenraster etc. stellen Interpretationen und Deutungen der Jugendlichen in den Vordergrund. Damit werden Jugendliche zu ExpertInnen ihrer Lebenswelt gemacht und bekommen Mittel in die Hand, um ihre Meinung zu artikulieren. Beim "Jugendkulturraster" etwa beschreiben Betroffene selbst Lebensformen- und -stile von verschiedenen Jugendkulturen. Im Falle einer "strukturierten Stadtteilbegehung" beobachten Fachkräfte in einem ersten Schritt Stadtteile. In einem zweiten Schritt befragen Jugendliche Gleichaltrige an deren Treffpunkten, welche Orte sie wie nutzen oder auch nicht nutzen. Mit der Methode der "Zeitbudgets" tragen Jugendliche in einem Tages- oder Wochenplan ein, wo sie ihre Freizeit wie verbringen. Bei "mobilen Nadelprojekten" stecken Jugendliche - je nach Alter und Geschlecht - verschiedenfarbige Nadeln auf eine Stadtteilkarte, um Orte wie Wohngegenden, Treff- und Streif- oder auch Angsträume zu bezeichnen.

Neuer Standort ab 2009

Herbst 2009 starten die Studiengänge der FH Campus Wien und Forschungs- und Entwicklungsgesellschaften im modernsten Fachhochschulgebäude Österreichs, Favoritenstraße 226, 1100 Wien.

FH Campus Wien

Die FH Campus Wien besteht in der heutigen Form seit 2002 und erhielt den Status "Fachhochschule" im Sommer 2004. Mit rund 2.500 Studierenden ist die FH Campus Wien eine der größten Fachhochschulen österreichweit und ab Herbst 2009/10 mit 3.000 Studierenden die größte in Wien. Aus den Bereichen "Technik und Management", "Gesundheit", "Soziales" und "Public Management" steht den Studierenden ein Angebot an rund 40 Bachelor- und Master-Studiengängen zur Auswahl. Die FH Campus Wien arbeitet im Bereich "Technik und Management" mit der Universität Wien, der Universität für Bodenkultur, der Veterinärmedizinischen Universität Wien und der Technischen Universität Wien zusammen. Die Gesundheits-Studiengänge werden in Kooperation mit dem Wiener Krankenanstaltenverbund (KAV) geführt. "Public Management" wurde in Kooperation mit dem Bundeskanzleramt entwickelt. Zahlreiche F&E-Projekte der Studiengänge und externe Auftragsforschung werden über eigene Forschungsgesellschaften abgewickelt. Die FH Campus Wien ist mit Unternehmen, Organisationen und öffentlichen Einrichtungen ebenso vernetzt wie mit Partner-Schulen aus BHS und AHS.

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