- 10.04.2009, 23:47:34
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Druckstandort Österreich in Gefahr
Verband Druck & Medientechnik appelliert an die Gewerkschaft: "Legen Sie einen konstruktiven Vorschlag auf den Tisch"
Wien (OTS) - Wien (OTS) - Keinen Osterfrieden hat die Gewerkschaft
den Druckereien gegönnt. Die von der Gewerkschaft der
Privatangestellten, Druck, Journalismus, Papier (GPA-djp) als
Informationsveranstaltung am 8. April und am Karfreitag angeordneten
Stehzeiten von Druckmaschinen in ganz Österreich haben bereits zu
einem Verlust von mehreren 100.000 Euro und großer Verunsicherung
geführt. Nächste Woche drohen in Österreich weitere Protestaktionen
der Drucker. Schon bald könnten keine Tageszeitungen mehr erscheinen.
Druckstandort Österreich: Schlusslicht in Europa
"Der Druckstandort Österreich ist gefährdet", bringt
Verbandspräsident KommR Michael Hochenegg die Sorgen der
ArbeitgeberInnen und auch zahlreicher ArbeitnehmerInnen auf den
Punkt. Zuletzt wurde in den heimischen Druckereien, die mehr als
13.000 Menschen Beschäftigung bieten, nur noch 1,3 Prozent Rohertrag
erwirtschaftet.
Der Druckstandort Österreich hat in den letzten sieben Jahren 25
Prozent Markanteil gegenüber dem Rest Europas verloren und ist an 27.
Stelle absolutes Exportschlusslicht der EU.
Hochenegg: "Einer unserer Hauptkonkurrenten, Deutschland, ist mit 22
Prozent Marktanteil die Nummer eins. Ein Vergleich mit bayerischen
Druckereien hat gezeigt, dass die Lohnkosten in Deutschland um mehr
als 15 Prozent niedriger sind als bei uns".
In Zeiten der Krise: Verhandeln statt streiken
Die aktuellen Kollektivvertragsverhandlungen sind unterbrochen. Das
Forderungspapier der Gewerkschaft beinhaltete wieder Erhöhungen bei
den Lohnkosten. Es müssen aber Lösungen für die Erhaltung der
Wettbewerbsfähigkeit einer ganzen Branche gefunden werden. Dem
Verband geht dabei es nicht um die Kürzung des Grundlohns, sondern um
das Aufbrechen eines historischen Zulagensystems mit veralteten
Schmutzzulagen und Maschinenzulagen, extremen Sonntagszuschlägen oder
Nachtzulagen bereits ab 18 Uhr.
Die Drohung der Gewerkschaft zu weiteren Stehungen ist in Zeiten der
Krise kein sinnvoller Beitrag. "Weder die Branche noch die
Konsumenten dürfen auf diese Weise erpressbar sein", so Hochenegg.
Und er appelliert an die Verantwortung der Gewerkschaft: "Kehren Sie
mit konstruktiven Vorschlägen zurück an den Verhandlungstisch, dann
stehen wir für gemeinsame Lösungen bereit".
Rückfragehinweis:
Presse-Rückfragen:
Präsident KommR Michael Hochenegg, Mobil: 0699-190 45 075
Mag. Christian Handler (Presse), Mobil: 0699-12739143
Verband Druck & Medientechnik
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