- 10.04.2009, 09:12:58
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Wiener Charles-Darwin-Jahr: Symposium zur kritischen Reflexion
16. - 18. April: Korrektur eines Leitbildes mit Beiträgen von Vertretern der Frankfurter Schule im Naturhistorischen Museum
Wien (OTS) - "Darwin und der Darwinismus - Mythos und Realität"
nennt sich programmatisch ein dreitägiges Symposium, das die
österreichische Gesellschaft für organismisch-systemische Forschung
und Theorie gemeinsam mit der Abteilung Archiv und
Wissenschaftsgeschichte des Naturhistorischen Museums ausrichtet. Von
16. bis 18. April versuchen Wissenschaftler aus Österreich,
Deutschland und Israel, im Rahmen des von der Stadt Wien initiierten
Darwin-Jahrs, die Korrektur eines Leitbildes.****
Wichtigste Stimme unter den Kritikern eines allzu plumpen
Darwinismus: Die Frankfurter Evolutionstheorie und ihre Vertreter. In
Wien ist unter anderem Dr. Michael Gudo, Geschäftsführer der Firma
Morphisto Evolutionsforschung und Anwendung GMbH, zu Gast. "Der
Zufall ist nur eine faule Ausrede für etwas, was man - noch - nicht
erklären kann", meint er. "Die klassische Biologie kann die Frage
beantworten, wie sich Arten in ihrer Umwelt behaupten, warum sie sich
besser oder schlechter fortpflanzen und warum es in einer Gegend eher
die eine und woanders eher die andere Farb- oder Formvariante eines
Lebewesens gibt. Aber sie hat keine Antworten darauf, wie sich die
Baupläne, die Körperkonstruktionen, entwickeln." Die Frankfurter
Evolutionstheorie nimmt sich den Organismus als Ganzes vor,
untersucht ihn als Objekt, das bestimmten mechanischen
Gesetzmäßigkeiten unterworfen ist und sich auch nur dementsprechend
entwickeln kann. "Wir betrachten einen Körper und seine Gewebe, die
Bänder, die Sehnen, die Muskeln hinsichtlich der
Materialeigenschaften und des Zusammenspiels. Allein die Tatsache,
dass Körper aus Flüssigkeiten bestehen - Flüssigkeit aber nicht
komprimiert werden kann - schränkt die Möglichkeiten einer evolutiven
Veränderung maßgeblich ein".
Zur Frankfurter Evolutionstheorie
Zunächst in der Fachwelt hoch umstritten, konnte die Frankfurter
Evolutionstheorie zuletzt einige Erfolge für sich verbuchen: Die
Molekularbiologie, die sich auf immer ausgefeiltere Verfahren der
Sequenzierung stützen kann, hat das herkömmliche Stammbaummodell auf
den Kopf gestellt und dabei die Forschungsergebnisse der seit den
frühen 70er Jahren bestehenden Frankfurter Arbeitsgruppe bestätigt.
"In der "New Animal Phylogeny" wurde nachgewiesen, dass die
Brachiopoden keineswegs wie bisher angenommen, zu den Deuterostomiern
zählen, sondern einer eigenen Evolutionslinie angehören". Die
Frankfurter Arbeitsgruppe hat hierzu schon 1979 wissenschaftliche
Arbeiten publiziert: "Durch die Betrachtung des Bauplans haben wir
diese und andere Forschungsergebnisse vorweggenommen. Dagegen haben
die herkömmlichen merkmalsbezogenen Darstellungen der
Verwandtschaftsbeziehungen den Stammbaum eher verschleiert."
Details zum Symposium
o "Darwin und der Darwinismus - Mythos und Realität" 16. - 18. April 2009, Beginn jeweils um 9.30 Uhr im Festsaal des Naturhistorischen Museums ( 1., Burgring 7) o Nähere Informationen zum Symposium und zum Charles-Darwin-Jahr der Stadt Wien unter: www.charles-darwin-jahr.at.
(Schluss) kad
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Mag.a Bettina Eibel-Steiner
Multiart PR-Agentur GmbH
Telefon: 01 535 33 45
Mobil: 0650 761 19 14
E-Mail: charles.darwin@multiart.at
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