- 08.04.2009, 16:25:05
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Toifl begrüßt die Initiative der Europäischen Kommission gegen Zahlungsverzug vorzugehen
Privatkunden eingebunden, Konsequenzen noch zu bedenken und KMU verstärkt zu unterstützen
Wien (PWK272) - Obmann der Bundessparte Gewerbe und Handwerk und
Präsident der UEAPME Georg Toifl setzt hohe Erwartungen in die
Kommission. "Wir haben bereits bei den Sozialpartnertreffen die
Kommission dazu aufgefordert, die Richtlinien in Bezug auf den
Zahlungsverzug zu überarbeiten. Die Novelle wurde bereits im Juni
letzten Jahres zugesagt. Wir freuen uns, dass die Kommission auf die
Aufrufe reagiert hat."
Die Kommission schlägt unter Berücksichtigung des Small Business
Acts heute eine neue politische Richtung ein. Öffentliche Stellen
haben Vorbildwirkung und sollen Rechnungen grundsätzlich binnen 30
Tage bezahlen. Die Kommission möchte mit ihrer Arbeit die Einhaltung
der Zahlungsziele, wenn möglich sogar eine Unterschreitung der
gesetzlichen Frist erreichen. Dadurch soll die Liquidität der
Unternehmen gestärkt, langfristige Wettbewerbsfähigkeit erreicht und
die Wirtschaftskrise besser überwunden werden.
"Die Änderungsvorschläge enthalten auch Regelungen zwischen
Unternehmen und Privatkunden", stellt Toifl fest. Bei Geschäften
zwischen Unternehmen bleibt die Vertragsfreiheit gewahrt, Unternehmen
haben aber das Recht, Verzugszinsen und die Erstattung der
Beitreibungskosten zu fordern. "Das ist uns aber nicht genug. Die
Änderung klingt vielversprechend, doch in der Praxis steht ein
Kleinunternehmen vor einer enormen Aufgabe, soll es für alle säumigen
Zahler Verzugszinsen berechnen und die offenen Beträge eintreiben.
Welche Konsequenzen haben Privatkunden bei Nichtzahlen zu tragen? Das
Eintreiben erzeugt nicht nur neue Kosten für das Unternehmen, sondern
auch erhöhten Personal- und Verwaltungsaufwand. Das stellt es
finanziell noch schlechter."
Das wirft auch die Frage nach dem Finanzzugang der KMU erneut auf.
"Die neuen Beihilfenregelungen wurden bis jetzt nicht genützt. Die
Mitgliedstaaten unterstützen finanziell weiterhin hauptsächlich große
Unternehmen und die sogenannten nationalen Vorzeigebetriebe, während
gesunden KMU Kredite verwehrt werden", betont Toifl. "Es ist
eindeutig dass die KMU noch nicht im Fokus aller Initiativen steht.
Die KMU sind das Rückgrat unserer Wirtschaft. Stützen wir sie nicht,
so wird der wirtschaftliche Aufschwung härter und langsamer." (Rh)
Rückfragehinweis:
Wirtschaftskammer Österreich
Bundessparte Gewerbe und Handwerk
Mag. Agnes Baumgartl
T: 05 90 900 - 3290
E: agnes.baumgartl@wko.at
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