Verband Druck & Medientechnik lehnt unzureichendes Angebot der GPA DJP ab

Der Druckstandort Österreich ist gefährdet!

Wien (OTS) - Mangelnde Wettbewerbsfähigkeit gefährdet den Druckstandort Österreich. Der Verband Druck & Medientechnik sieht die Ursachen zu einem wesentlichen Teil im extrem teuren Kollektivvertrag. Der Präsident des Verbandes, KommR Michael Hochenegg, dazu: "Unsere Branche ist Exportschlusslicht in Europa. Was wir brauchen, ist Chancengleichheit bei unseren Kosten. Daher müssen wir uns bei den Personalkosten zumindest an Deutschland, dem größten und wichtigsten Marktteilnehmer, annähern. Derzeit liegen wir - je nach Produktionsbereich - um 15 bis 30 % über dem deutschen Personalkostenniveau!" Änderungen bei den Strukturen sind dabei ebenso wichtig wie kurzfristige Maßnahmen für die Krisenbewältigung in der Branche.

Der Verband möchte eine Reduktion der Personalkostentangente und Maßnahmen für die Bewältigung der Krise erreichen. In die Grundgehälter der MitarbeiterInnen soll dabei nicht eingegriffen werden, die notwendigen Kosteneinsparungen sollen vor allem durch Reduktion der in Österreich besonders hohen und nicht mehr zeitgemäßen Zulagen und Zuschläge des grafischen Kollektivvertrags erfolgen.

Was bisher geschah

Bereits seit dem Vorjahr ist der Verband Druck & Medientechnik mit der GPA DJP in Verhandlungen, den grafischen Kollektivvertrag an die internationalen Markterfordernisse anzupassen (mehrere Sozialpartnergespräche im Jahr 2008; Sozialpartnergipfel im November 2008; drei Verhandlungsrunden mit fünf Verhandlungstagen 2009; Evaluierungsrunde am 27. März 2009 in Salzburg).

Gewerkschaft und Arbeitgeberverband sind in der Situationsanalyse - mangelnde internationale Wettbewerbsfähigkeit - weitgehend einig, es gibt keine Annäherung bei den Positionen zur Lösung.

Angebot der Gewerkschaft

Die Gewerkschaft GPA-DJP hat dem Verband am 31. März 2009 ein konsolidiertes Angebot zur Sicherung des Standortes Österreich übermittelt. Leider - und auch überraschend - ergab eine kostenmäßige Prüfung, dass es in Hinblick auf die zwei grundlegenden Zielsetzungen des Verbandes Druck & Medientechnik für den "Kollektivvertrag neu" substanziell als völlig unzureichend zu bewerten ist. Weder enthält es strukturelle Veränderungen, die der wirtschaftlichen Realität entsprechen, noch Maßnahmen zur Krisenbewältigung, die tatsächlich Kosten sparen.

Reaktion des Verbandes - Neuformulierung des Angebots wird erwartet

Das Angebot der Gewerkschaft wurde vom Hauptvorstand des Verbandes Druck & Medientechnik am 3. April 2009 einstimmig abgelehnt. Für die Weiterführung konstruktiver Gespräche erwartet sich der Verband eine Neuformulierung des Angebotes durch die Gewerkschaft. Hochenegg: "Es ist nicht zielführend, weitere Detailgespräche zu führen, solange kein Grundkonsens über die gemeinsame Zielsetzung erreicht wurde. Wir geben daher der Gewerkschaft Zeit bis Mitte Mai, Ihre Position zu überdenken. Schließlich geht es darum, die Betriebe und damit auch die Arbeitsplätze nachhaltig zu sichern!"

Da - wie vom Verband schon im November bei der GPA DJP deponiert -die Lohn- und Gehaltsverhandlungen als Teil des Gesamtpaketes zu sehen sind, kann es 2009 auch keine isolierten Verhandlungen für diesen Bereich geben.

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Mag. Werner Neudorfer
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