Jugend @ Sucht

Wenn Ernährung, Computer, Handy & Co. zum Problem werden

Wien (AKNÖ) - Drogen und Süchte werden hinlänglich als gesellschaftliches Problem wahr genommen. Nicht nur, dass die KonsumentInnen von klassischen Drogen in Österreich immer jünger werden, muss die Definition der Sucht auch erweitert werden. "Substanzungebundene" Probleme wie Internet-, Handy-, Mager-, oder Spielsucht sind stark im Vormarsch. Die AKNÖ hat das Problem erkannt und mit der Veranstaltungsreihe "Jugend @ Sucht" gemeinsam mit der Österreichischen Gewerkschaftsjugend (ÖGJ) eine erste Initiative gesetzt.

"Als Leiterin der Abteilung Frauen- und Jugendpolitik war es mir wichtig, das Thema in Niederösterreich flächendeckend aufzugreifen", erklärt Kammerrätin Christa Bogath. Sie verweist auf eine Studie der Europäischen Beobachtungsstelle für Drogen und Drogensucht: "Diese liefert den traurigen Beweis, dass wir hier ein wirklich brisantes und aktuelles Thema gewählt haben. Für Interessenvertretungen für ArbeitnehmerInnen ist es nur selbstverständlich, über solche Themen aufzuklären, Hilfestellungen zu geben oder zumindest zu vermitteln." Bogath verweist auch auf die Tätigkeiten der NÖ Gebietskrankenkasse in der Suchtprävention. "Hier bieten wir schon seit längerem erfolgreiche Programme an wie Raucherentwöhnung oder gezielte Ernährungsberatung."

Höhere Suchtbereitschaft in schweren Zeiten
AKNÖ-Vizepräsident Hermann Haneder sieht einen unmittelbaren Zusammenhang zwischen Suchtverhalten und wirtschaftlicher Lage:
"Besonders in Zeiten hoher Arbeitslosigkeit und wirtschaftlicher Unsicherheit ist eine überhöhte Suchtbereitschaft zu erkennen. Das hat vor allem mit fehlenden Zukunftsperspektiven zu tun. Betroffen davon sind natürlich alle, vor allem aber Jugendliche. Umso wichtiger ist es, hier rechtzeitig möglichen Folgen vorzubeugen."

Eine These, die von Suchtexperten Andreas Babler unterstützt wird:
"Süchte sind kein Randgruppenproblem, sie sind in allen Gesellschaftsschichten verbreitet und betreffen alle Altersstufen." Im Zuge seiner Vortragsreihe "Jugend @ Sucht" stellte Babler auch fest, dass den BesucherInnen der Veranstaltungen die Problematik durchaus bewusst ist: "Viele Anfragen bezogen sich nicht mehr auf die sogenannten alten Drogen wie illegale Substanzen oder Alkohol, sondern auf verhaltensbezogene Süchte. Die häufigsten Fragen drehten sich dabei um Computer-, sowie genereller Spiel- und Kaufsucht."

Zu den fünf Veranstaltungen in Neunkirchen, Amstetten, Gänserndorf, Waidhofen und St. Pölten kamen insgesamt an die 200 BetriebsrätInnen, LehrerInnen, VertreterInnen der Exekutive sowie der offenen Jugendarbeit.

Forderungen der AKNÖ

Erweiterung der gesetzlichen Schutzmaßnahmen vor allem im Rahmen des Konsumentenrechts

Die Aufklärung im Bereich Ernährung, und Konsum (Stichwort:
Kaufsucht) muss bereits im Kindergarten- und Vorschulalter strukturell vorangetrieben werden .

Beratungs- und Therapiezentren müssen - speziell für substanzungebundene Süchte - ausgebaut werden.

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