Statement zu Sarah Wieners Vorankündigung der ARTE Doku "Sarah und die Küchenkinder"6. - 17.04.-09 20.15 Uhr in 10 Teilen

Das Schlachten von Tieren vor laufender Kamera - Information oder Verrohung?

Mauerbach (OTS) - Unter einer Kochsendung kann man sich allerhand vorstellen: Köstliche Rezepte, wertvolle Küchentipps, eine Prise Witz und vor allem gutes Essen. Dass dabei in der durchschnittlichen österreichischen Küche Fleisch eine wichtige Rolle einnimmt ist ebenso selbstverständlich wie der Umstand, dass Fleisch nicht auf Bäumen wächst. Freilich ist der Gedanke an knusprig frittierte Schnitzerl wenig verträglich mit dem Bild eines Schweines das in Todesangst regelrecht schreit. Gut, damit hat man sich ganz gut arrangiert.

Aber was hat nun das Töten eines Kaninchens vor laufender Kamera in einer Kochsendung zu suchen? Wieso zeigt man dem Fernsehpublikum, wie sich "schnell", "einfach", "schmerzlos"(???) ein wehrloses Tier schlachten lässt? Warum richtet man gerade vor dem Hintergrund all der breit lachenden Schokoosterhasen und Schmusehäschen in der Vorosterzeit die Kamera auf ein so sanftmütiges Geschöpf wie ein Kaninchen und schneidet ihm die Kehle durch? Was denkt man sich da dabei? Will man informieren? Anleiten für die Hobbyköchin? Reicht es nicht, dass man auf einem Markt, schlachtfrische Jungkaninchen kaufen kann???

Die kürzlich aus aktuellem Anlass wieder einmal aufgeflammte Diskussion ob Gewaltszenen im TV oder Computerspiele schädlichen Einfluss auf die Konsumenten (und hier in erster Linie Kinder) nehmen können, ist bereits wieder weitgehend aus den Medien verschwunden. Gewalt und grausame Szenen gehören scheinbar immer mehr zu unserer virtuellen Welt. Eines bleibt aber festzustellen: Die Bilder von Gewalt, Rohheit und Grausamkeit gegen Mensch und Tier die uns tagtäglich in zunehmender Masse über die Bildschirme erreichen, erreichen nicht nur unsere Augen, sondern auch unser Unterbewusstsein. Vergegenwärtigen wir uns doch einmal wie viele Tote und kleine und größere Brutalitäten alleine an einem Fernsehabend an unseren Augen vorbeiflimmern! Nimmt man all das eigentlich noch bewusst war? Und wenn die Antwort "Nein" ist, ist es eigentlich hoch an der Zeit nachzudenken!

Das Fernsehprogramm ist längst mehr als "Unterhaltung" - es spiegelt uns als Gesellschaft wider und trägt maßgeblich zu den Bildern und Einstellungen bei, die wir in uns tragen. Es mag hier vordergründig betrachtet "nur" um ein Schlachtkaninchen gehen, dessen Schicksal es eben ist, für den Teller zu sterben - aber seine Tötung im Rahmen einer Kochsendung (!) im Abendprogramm zu senden ist definitiv das falsche Signal für gelebten Tierschutz und mit Sicherheit kein Ausdruck für Menschlichkeit.

Viel Wichtiger wäre es in den Medien aufzuzeigen, wie Kaninchenhaltung aussehen soll, wie die sozialen Tiere leben und wie man ihnen das Leben in unseren Haushalten so einrichtet, dass es für sie lebenswert ist.

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