Wirtschaftskrise lässt DAX-Vorstandsbezüge erstmals deutlich sinken

Frankfurt am Main (ots) -

Bereinigt um personelle Wechsel fallen die Bezüge der DAX-Konzernlenker um 24% und damit auch im europäischen Vergleich sehr deutlich - US-Unternehmen entkoppeln sich vom Trend zur stärkeren Performance-Orientierung Transparenz des Vergütungsausweises auf hohem Niveau - Ausweis von Altersversorgungsbezügen aber nach wie vor nicht geregelt Towers Perrin Geschäftsberichtsauswertung Vorstandsvergütung DAX 2008 Angesichts der gesamtwirtschaftlichen Verwerfungen sind die Bezüge von Vorständen im DAX notierter Unternehmen im Geschäftsjahr 2008 deutlich zurückgegangen. Mit Blick auf die Entwicklung von zentralen Performance-Kennzahlen erscheint dies zwingend: So ist im DAX-Durchschnitt das Ergebnis pro Aktie für 2008 im Vergleich zum Vorjahr um mehr als 58% gefallen, die Aktionärsrendite (Total Shareholder Return) um 41%. Der Abschwung traf die Unternehmen aber sehr unterschiedlich. Neben heftigen Ergebniseinbrüchen bei Banken oder Automobilfirmen waren in anderen Branchen Gewinnsteigerungen, teils sogar Rekordergebnisse zu verbuchen. Insgesamt sank die durchschnittliche Direktvergütung (Festgehalt plus Jahresbonus und zugeteilte Langfristvergütung) eines DAX-Vorstandsvorsitzenden in 2008 um 20% auf 3,30 Mio Euro. Die Vergütung für ein Ordentliches Vorstandsmitglied reduzierte sich ebenfalls um ca. 20% auf jetzt 1,92 Mio. Euro. Etwa zwei Drittel der Vorstandsvorsitzenden erhielten eine Erhöhung ihrer Grundvergütung. Durchschnittlich betrug der Anstieg 9%. Teilweise brachen die variablen Vergütungselemente, die den überwiegenden Teil der Gesamtvergütung ausmachen, dramatisch ein. Vier Konzernlenker erhielten keinen Bonus, bei anderen fiel er um bis zu 90%. Durchschnittlich erhielten DAX-Vorstandsvorsitzende ein Drittel weniger Bonus als im Geschäftsjahr 2007. Am deutlichsten wird der Rückgang in den Vergütungen der DAX-Unternehmen bei einem Vergleich jener 20 Vorstandsvorsitzenden, die sowohl 2007 als auch 2008 ganzjährig im Amt waren und deren Vergütung individuell ausgewiesen wurde. In dieser Vergleichsgruppe ist die durchschnittliche Direktvergütung um rund 24% auf 3,68 Mio. Euro gefallen. Im internationalen Vergleich laufen die DAX-Vergütungen im Gleichklang mit den europäischen Werten. So beläuft sich der Rückgang in der durchschnittlichen Direktvergütung für einen CEO im DJ STOXX 50 auf minus 34%. Im Gegensatz dazu fallen die CEO-Vergütungen in den führenden US-Unternehmen mit -1,6% nur marginal. Dies sind die Kernaussagen der Analyse "Geschäftsberichtsauswertung Vorstandsvergütung DAX 2008" der Management-Beratung Towers Perrin. Die zum dritten Mal in Folge vorgelegte Studie basiert auf den Angaben der DAX-Unternehmen in den Jahresabschlussberichten. Für Michael H. Kramarsch, Managing Director Towers Perrin, sind die Ergebnisse Beleg dafür, dass die Vergütung des Top-Managements in den DAX-Unternehmen professionellen Anforderungen gerecht wird und dem Prinzip des 'Pay for Performance' folgt: "Nach Jahren des parallelen Bergaufs von Geschäftsentwicklung und Vorstandsvergütungen hat das Geschäftsjahr 2008 die Vergütungspraxis der Unternehmen erstmals wirklich auf den Prüfstand gestellt. Unser Fazit: Stresstest bestanden! Einer negativen Entwicklung bei wichtigen Kennzahlen stehen deutlich reduzierte Top-Management-Bezüge gegenüber. Dass die Dynamik dabei insbesondere aus den variablen Vergütungskomponenten kommt, ist konsequent. Denn ein unternehmerischer Vorstand schuldet den Erfolg und muss in schlechten Zeiten auch den Misserfolg gegen sich gelten lassen!"

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