Gemeinsame Wege zwischen Sozialversicherung und Selbsthilfegruppen bei der optimalen Versorgung der PatientInnen

Hilfe durch selbst Betroffene: Tag der Selbsthilfe im Hauptverband

Wien (OTS) - Unter dem Titel "Transparenz des Gesundheitswesens -Beteiligungschancen von PatientInnen und Selbsthilfegruppen" veranstaltet der Hauptverband der österreichischen Sozialversicherungsträger gemeinsam mit der ARGE Selbsthilfe Österreich - dem Dachverband von rund 1.000 Selbsthilfegruppen -heute, Donnerstag, bereits zum zweiten Mal den Tag der Selbsthilfe.

Einander helfen und beistehen: So lautet das Motto jener Menschen, die in Selbsthilfegruppen bewusst einen Weg gemeinschaftlicher Problembewältigung bei Krankheiten aller Art suchen. Und Solidarität ist auch eine tragende Säule der österreichischen Sozialversicherung. Hans Jörg Schelling, Vorsitzender des Verbandsvorstandes im Hauptverband: "Gerade die aktuellen Herausforderungen, vor denen das österreichische Gesundheitssystem und die soziale Krankenversicherung im speziellen stehen, erfordern von den Akteuren, Leistungserbringern und Finanziers gewaltige Anstrengungen und gebieten ein partnerschaftliches Vorgehen sowie das Erkennen gemeinsamer Interessen und Handlungsfelder im Sinne unserer PatientInnen und Versicherten". Dazu gehören die Umsetzung bereits geplanter Gesundheitsreformen inklusive der finanziellen Konsolidierung der Krankenkassen ebenso wie die Schaffung von technischen Voraussetzungen im Zusammenhang mit weiteren Anwendungsmöglichkeiten der e-card, wie beispielsweise die e-Medikation oder den elektronischen Gesundheitsakt (ELGA). "Ohne ein patientInnenorientiertes Vorgehen werden sich all diese Maßnahmen nicht umsetzen lassen", ist Schelling überzeugt: "Die Selbsthilfegruppen als kompetente PatientInnenvertretungen sind für die Sozialversicherung wertvolle Partner bei den einzelnen Umsetzungsschritten".
Der Hauptverband und die einzelnen Krankenkassen wollen daher entsprechend dem Koalitionsübereinkommen der Bundesregierung, wonach die Unabhängigkeit der Selbsthilfegruppen gestärkt werden soll, die Zusammenarbeit mit der ARGE Selbsthilfe Österreich intensivieren. Josef Probst, stellvertretender Generaldirektor im Hauptverband: "Die ARGE Selbsthilfe Österreich stellt aus Sicht des Hauptverbandes eine funktionierende Plattform der Selbsthilfeorganisationen dar, die die gemeinsamen Anliegen und
Bedürfnisse im Sozial- und Gesundheitsbereich bündelt und im Interesse der PatientInnen hartnäckig verfolgt". Bei dieser Tätigkeit wird die ARGE Selbsthilfe Österreich sowohl vom Hauptverband wie auch von der Bundesregierung und der Pharmig - dem Dachverband der pharmazeutischen Industrie - finanziell unterstützt.
Mit der Beistellung von Expertisen zu Leistungs- und Rehabilitationsthemen, bei Pensionsberatungen, bei Versorgungsproblemen bis zu Fragen des Pflegebedarfs leistet die Sozialversicherung zielgruppenspezifische Unterstützung. In den vergangenen zwei Jahrzehnten wurden von den Krankenkassen gemeinsam mit regionalen Selbsthilfegruppen und damit unter Einbeziehung von betroffenen PatientInnen zahlreiche Projekte durchgeführt bzw. die Weiterentwicklung bestehender Angebote und Strukturen initiiert. Konkretes Beispiel dafür ist das zwischen der Wiener Gebietskrankenkasse und der Stadt Wien durchgeführte Projekt der "patientInnenorientierten, integrierten Krankenbetreuung", welches den PatientInnen Hilfestellungen bei Versorgungs- und Betreuungsangelegenheiten nach einem Spitalsaufenthalt sichert. Bei diesem Projekt werden explizit PatientInnen und deren Angehörige mit dem Ziel einer Verbesserung des Behandlungsprozesses inklusive Nachbehandlung einbezogen.
Erfolgreich verlief die Zusammenarbeit mit Selbsthilfegruppen auch bei dem von der steiermärkischen Gebietskrankenkasse betriebenen Projekt "Therapie Aktiv - Diabetes im Griff" zur optimalen Versorgung von PatientInnen mit der Diagnose Diabetes Typ 2 sowie dem von der Kärntner Gebietskrankenkassen gemeinsam mit dem Dachverband der Kärntner Selbsthilfegruppen durchgeführten Diskussionen zur Versorgungs- und Qualitätssicherung bei Dialyse-PatientInnen."Unstrittig ist die qualitative Verbesserung der Betreuung von Patienten durch Disease Mangement Programme, die Umsetzung verläuft leider schleppend. Da können wir Rat und Tat von Selbsthilfegruppen brauchen", so Probst abschließend.

Die Sozialversicherung garantiert unabhängig von Alter, Einkommen, sozialer Herkunft und Bildung hochwertige Gesundheitsversorgung und eine sichere Pensionsvorsorge. Aktuell sind rund 8,2 Millionen Menschen anspruchsberechtigt (Versicherte und mitversicherte Angehörige). Der Behandlungsanspruch aus der Krankenversicherung wird beim Arzt durch das e-card-System angezeigt: Die e-card als Schlüsselkarte enthält keine medizinischen Daten, ermöglicht dem Arzt aber die Überprüfung des Versicherungsstatus eines Patienten und die Nutzung weiterer Services. Der Hauptverband der österreichischen Sozialversicherungsträger ist das organisatorische Dach über der solidarischen Kranken-, Unfall- und Pensionsversicherung Österreichs.

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