AK Wien Vollversammlung verlangt mehr Schutz für Anleger (6)

Wien (OTS) - Kleinanleger brauchen mehr und verständlichere Informationen über Finanzprodukte, verlangt die Vollversammlung der AK Wien. Gesetzliche Regeln sind nötig, da es immer mehr Produkte gibt, und die Marketingmethoden zunehmend aggressiver werden. Außerdem können Fehlentscheidungen der KonsumentInnen auf Grund der manchmal großen Summen existenzgefährdend sein.

Die Vollversammlung der AK Wien fordert:
+ Eine verpflichtende "Produktkennzeichnung" soll in allgemein verständlicher Sprache auf die mit der Anlage verbundenen Risiken hinweisen und dem Anleger vor Vertragsabschluss verpflichtend ausgehändigt werden. Diese auf einen Blick für KonsumentInnen erkennbare Information soll alle Schlüsselinformationen wie Kosten, Verfügbarkeit und Risiken zum Produkt zusammenfassen ("Ampelkennzeichnung für Finanzprodukte").
+ Verpflichtende Aushändigung der Beratungsunterlagen in schriftlicher Form an die Anleger (insbesondere Anlegerprofil gemäß Wertpapieraufsichtsgesetz).
+ Der Berater beziehungsweise das Finanzinstitut hat den Nachweis zu führen, dass anleger- und anlagegerecht beraten wurde (Umkehr der Beweislast).
+ Finanzvermittler sollen auch der Überwachung der Finanzmarktaufsicht unterstellt werden. Konzessionspflicht für jene Unternehmen, die Veranlagungen im Sinne des Kapitalmarktgesetzes vermitteln und diesbezüglich beraten.
+ Klare und einheitliche Vorgaben für die Werbung für Anlegerprodukte.
+ Information über Absicherung oder Nichtabsicherung von Anlageprodukten. Die Höhe der Einlagensicherung bei Einlagengeschäften ist dem Verbraucher in jeder Urkunde (beispielsweise im Sparbuch) mitzuteilen.
+ Sicherstellung, dass "Sparvereins-Sparer" pro Person durch die Einlagensicherung abgesichert sind.
+ Mehr und vereinheitlichte Rücktrittsrechte bei Finanzdienstleistungen. Derzeit gibt es höchst unterschiedliche Fristen und Voraussetzungen in den einzelnen Produktsparten (Fonds, Lebensversicherungen, Haustürgeschäfte, etc)
+ Ausbau einer anbieterunabhängigen Verbraucherberatung in Finanzdienstleistungsfragen. (die beispielsweise über Rücktrittsrechte informiert) Diese Verbraucherberatung soll von den Banken finanziert werden. Sie soll in einer eigenen Beratungseinrichtung unter Einbeziehung der AK eingerichtet werden. + Fremdwährungskredite dürfen künftig nur dann angeboten werden, wenn den KonsumentInnen vor Vertragsabschluss klar und nachvollziehbar an Hand von Szenarien, Berechnungen die möglichen Auswirkungen aufgezeigt werden.
+ Banken sollen bei Fremdwährungskrediten verpflichtet werden, keine sogenannten "Liquiditätszuschläge" zu verrechnen. Zwangskonvertierungen sind zu verbieten.
+ Rücktrittsrecht bei Kreditvermittlungsverträgen - derzeit gibt es keine Möglichkeit aus einem unterschriebenen Kreditvermittlungsauftrag auszusteigen.
+ Um bei Vertrieb von Finanzprodukten ein hohes Beratungsniveau zu gewährleisten, ist eine qualitativ hochstehende Aus- und Weiterbildung der MitarbeiterInnen von den Unternehmen im Finanzdienstleistungsbereich sicherzustellen.

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