- 01.04.2009, 13:42:16
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Hermesvilla zeigt "vergessenen" Künstler Josef Engelhardt
"Josef Engelhardt - Vorstadt und Salon" ist ab Donnerstag bis zum 26.10. in der Hermesvilla zu sehen
Wien (OTS) - Josef Engelhardt (1864-1941) gilt heute als einer der
erfolgreichsten österreichischen Maler und war Mitbegründer der
Wiener Secession. Trotzdem ist er in der Literatur weitgehend nicht
vertreten, sein Werk blieb lange im Schatten zugunsten der
berühmtesten Glanzlichter der Secession-Gruppe rund um Koloman Moser.
Engelhardt, der aus Erdberg stammt und sich auf Reisen besonders mit
der französischen Malerei auseinandersetzte, hat sich Zeit seines
Lebens für den drastischen Realismus interessiert und dabei vor allem
die Menschen von der Straße in seinen Bildern festgehalten. So hat er
eine Brücke geschlagen zwischen dem Leben der Vorstadt und der
Noblesse der Wiener Salons, in denen er sich seit der Heirat mit
Doris Mautner von Markhof ebenfalls bewegt hat. Bekannt geworden ist
er für seine unverwechselbare Darstellung der "Wiener Typen" -
Wäschermädel, Strizzis, Marktweiber, einfache Leute. Dabei gab er
stets dem Inhalt gegenüber der Form den Vorzug.
"Loge im Sophiensaal" als Inspiration
Die Hermesvilla im Lainzer Tiergarten zeigt ab morgen,
Donnerstag, die erste umfassende Schau der Werke Josef Engelhardts
seit mittlerweile 90 Jahren. Kuratorin Erika Oehring erzählt, durch
eines von Engelhardts bekanntesten Bildern - "Loge im Sophiensaal"
(1903) - zu dieser Schau inspiriert worden zu sein und im Laufe ihrer
Arbeit auch beeindruckende Gespräche mit Engelhardts Urenkel geführt
zu haben. Es habe sich viel Material gefunden, jedoch wenig
literarische Aufarbeitung des Lebens und Wirkens des österreichischen
Künstlers. Die Ausstellung, die bis Ende Oktober zu sehen ist, widmet
sich in jeweils einzelnen Räumen Engelhardts frühem Schaffen, seiner
Biographie, seiner Pariser Zeit, diversen Aktzeichnungen sowie seinem
bildhauerischen Schaffen, zu dem das "Waldmüller"-Denkmal im
Rathauspark zählt. "Die Ausstellung im Wien Museum lenkt den Blick
von den vereinzelten Höhepunkten des Wiener Fin de Siècle auf einen
Künstler, der durch diese hartnäckige Fokussierung ausgeblendet
wurde", so die Kuratorin.
"Josef Engelhardt - Vorstadt und Salon" ist von 2. April bis zum
26. Oktober in der Hermesvilla im Lainzer Tiergarten, jeweils
Dienstag bis Sonntag sowie Feiertag von 10.00 bis 18.00 Uhr, zu
besichtigen. Karten gibt es zu 5 Euro und ermäßigt zu 3,50 Euro.
Weitere Informationen auf www.wienmuseum.at.
rk-Fotoservice: www.wien.gv.at/ma53/rkfoto/
(Schluss) wil
Rückfragehinweis:
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